Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/youporn-commerzbank-kuendigt-konto-von-mydirtyhobby-1212-96399.html    Veröffentlicht: 17.12.2012 11:52

Youporn

Commerzbank kündigt Konto von MyDirtyHobby

Die Commerzbank wird nicht mehr das Konto für die Manwin-Plattform MyDirtyHobby betreiben. Nach der Verhaftung des Firmenchefs fürchtet die Bank um ihren Ruf. Zu Manwin gehört auch die Plattform Youporn.

Die Commerzbank hat dem Pornounternehmen Manwin die Geschäftsbeziehungen aufgekündigt. Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf die Großbank berichtet, wird am 17. Dezember 2012 ein Konto der Commerzbank Hamburg bei der Amateurpornoplattform MyDirtyHobby geschlossen. Der Grund seien Reputationsrisiken für die Bank.

Laut Staatsanwaltschaft soll es Fragen dazu geben, wer MyDirtyHobby tatsächlich betreibt. Laut Website ist die Colbette Holdings in Nicosia auf der Mittelmeerinsel Zypern der Betreiber. Weitere Angaben wollte die Commerzbank wegen des Bankgeheimnisses nicht machen.

Manwin-Chef Fabian T. wurde Anfang Dezember 2012 im Brüsseler Vorort Kraainem auf Betreiben der deutschen Staatsanwaltschaft festgenommen. Gleichzeitig durchsuchten Steuerfahndung und Polizei den Wohnsitz und das Hamburger Tochterunternehmen der Manwin-Firmengruppe. Die Steuerfahndung Koblenz ermittle bereits seit Ende 2010. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln Golem.de sagte, wurde Fabian T. am 13. Dezember 2012 von Belgien nach Deutschland überstellt und befindet sich in Haft.

Manwin betreibt große Tube-Seiten und andere Pornoangebote wie Youporn, Pornhub, Reality Kings, Brazzers, XTube, Extremetube, MyDirtyHobby, das Pornostudio Digital Playground und das Livesexangebot Webcams.com. Die verschiedenen Manwin-Gesellschaften haben ihren Sitz in Luxemburg, Deutschland, Kanada, Zypern, USA und Irland.

Laut einem früheren Bericht der Financial Times Deutschland hat der Manwin-Gründer die Zukäufe mit einem Kredit über 362 Millionen US-Dollar einer New Yorker Investmentgesellschaft finanziert. Der Kredit sei mittlerweile an rund ein Dutzend weitere Fondshäuser verkauft, sagte T. der Zeitung.

Die Commerzbank und Manwin haben den Bericht nicht kommentiert.  (asa)


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