Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/goldman-sachs-microsoft-nur-noch-auf-20-prozent-aller-computer-1212-96342.html    Veröffentlicht: 13.12.2012 12:03

Goldman Sachs

Microsoft nur noch auf 20 Prozent aller Computer

Seit dem Jahr 2000 ist Microsofts Marktanteil auf privat genutzten Geräten von 93 auf 20 Prozent geschrumpft, meinen die Analysten von Goldman Sachs. Zwar soll der Anteil wieder wachsen, aber schon jetzt wirft die Studie mehrere große Fragen auf.

Ein Bericht der unweit von Microsofts Hauptquartier erscheinenden Zeitung Seattle Times sorgt für Aufsehen. Darin zitiert die Microsoft-Beobachterin Janet Tu ausführlich aus einer Studie des Finanzunternehmens Goldman Sachs, das die Marktanteile der Hersteller von Betriebssystemen seit dem Jahr 2000 verglichen hat. Bis einschließlich 2011 soll es sich um gemessene Daten handeln, danach beginnen die Schätzungen, die bis zum Jahr 2016 reichen.

Die Besonderheit der Studie: Es werden nicht nur PCs, sondern alle privat genutzten Geräte erfasst, die sich als Computer bezeichnen lassen. Bei den von anderen Marktforschern wie beispielsweise mit jüngsten Gartner-Zahlen zum PC-Markt veröffentlichten Daten wird meist eine deutliche Unterscheidung zwischen den Kategorien vorgenommen. Gartner schloss bei seinen aktuellen Zahlen so ausdrücklich Tablets aus.

Den Daten von Goldman zufolge konnte Microsoft seinen Marktanteil vom Jahr 2000 bis 2004 sogar leicht auf 95 Prozent steigern, Apple schrumpfte in dem Zeitraum von 7 auf 5 Prozent. Dann erfolgt in der Statistik aber ein Bruch: Aus dem Nichts kommen 2005 andere, nicht einzeln aufgeführte Hersteller auf 29 Prozent, Apple springt auf 21 Prozent und Microsoft erreicht nur noch 49 Prozent - das alles innerhalb eines Jahres.

Auf Nachfragen erklärte Goldman Sachs der Zeitung, diese extreme Veränderung habe mit der starken Verbreitung von Computern, die nicht als PCs einzuordnen sind, bei privaten Anwendern zu tun. Mehr sagten die Analysten dazu nicht, so dass auch die untersuchten Gerätekategorien unklar bleiben. Beispielsweise könnte man auch digitale Videorekorder (DVR, PVR) als Computer bezeichnen, diese Kategorie erlebte Mitte der 2000er Jahre einen Boom. PVRs wie das in den USA damals weit verbreitete Gerät Tivo basieren häufig auf Linux. Dass die Marktforscher auch stets neue Kategorien aufnehmen, deutet ein Verweis auf Smart TVs in dem Bericht an.

Nach 2005 entwickelte sich die Verteilung der Betriebssystemhersteller jedenfalls auch nach den Goldman-Zahlen so, wie es bei Betrachtung von PCs alleine realistisch erscheint: Apple und Microsoft bleiben auf gleichem Niveau, was sich erst ab 2008 ändert. Hier taucht erstmals Google mit Android auf, von 1 Prozent wächst der Anteil bis 2011 auf 33 Prozent, was vor allem Microsoft Marktanteile kostet. Im Jahr 2012 soll der Redmonder Konzern nur noch auf 20 Prozent aller privat genutzten Computer vertreten sein.

Das soll sich laut den Prognosen erst ab 2014 wieder ändern, wenn Microsoft 22 Prozent erreichen kann, bis 2016 - dem Ende des Studienzeitraums - soll der Marktanteil der neuen Windows-Systeme dann auf 26 Prozent wachsen. Das geht vor allem zulasten von Google, dessen Anteil von 42 Prozent im Jahr 2012 auf 39 Prozent im Jahr 2016 fallen soll. Entscheidend sind dafür laut den Analysten die Tablets, wo Apple immer noch Marktführer ist. Die Entscheidung für ein Tablet soll die Käufer dazu bewegen, auch ihr nächstes Smartphone mit demselben Betriebssystem zu kaufen. Daher soll der i-Konzern auch bis 2016 kontinuierlich auf 29 Prozent Marktanteil wachsen.  (nie)


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