Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/leistungsschutzrecht-google-einigt-sich-mit-belgischen-zeitungsverlagen-1212-96338.html    Veröffentlicht: 13.12.2012 10:27

Leistungsschutzrecht

Google einigt sich mit belgischen Zeitungsverlagen

Während in Deutschland weiterhin über ein Leistungsschutzrecht für Verlage gestritten wird, hat sich Google in Belgien mit Verlagen geeinigt. Dort hatte Google einige Verlagswebseiten zeitweise ganz aus dem Index genommen, nachdem diese gegen Google News geklagt hatten.

Google vermeldet eine außergerichtliche Einigung mit französischsprachigen Zeitungsverlagen in Belgien. Dort hatten sich Verleger schon 2006 gegen Google News gewehrt und waren vor Gericht erfolgreich. Google reagierte darauf mit einer drastischen Maßnahme und nahm die Webseiten einiger Verlage vorübergehend komplett aus seinem Suchindex. Erst nachdem die Verleger dem US-Konzern zugesichert hatten, keine Strafzahlungen wegen Urheberrechtsverletzungen mehr einzufordern, nahm Google sie im Juli 2011 wieder auf. Der Fall wurde an das oberste belgische Gericht verwiesen.

Zwar hat Google mit Zeitungsverlegern und Autorenvereinigungen in Belgien eine Einigung gefunden; in der Frage, ob Google Urheberrechte verletzt, sind die Streitparteien aber weiterhin unterschiedlicher Ansicht. Offenbar haben sie aber einen Kompromiss gefunden, mit dem beide Seiten leben können.

Wie dieser Kompromiss aussieht, verrät Google nicht konkret. Man wolle Möglichkeiten nutzen, um sich gegenseitig geschäftlich zu helfen, heißt es in einer Pressemitteilung. Für die Verleger soll das mehr Traffic und Umsatz bedeuten, unter anderem via Adsense und Googles Adexchange. Konkret will Google auf den Webseiten der Verlage für seine Dienste werben, während die Verlage im Gegenzug den Einsatz von Google Adwords optimieren werden, um neue Leser zu gewinnen. Die Verlage sollen Google-Werkzeuge wie Google+ samt Hangouts verwenden. Zudem übernimmt Google die Anwalts- und Gerichtskosten, was darauf schließen lässt, dass Google zahlt, um ein höchstrichterliches Urteil zu vermeiden.

Darüber hinaus können Verlage laut Google ihre Inhalte auf freiwilliger Basis in Google News listen lassen.  (ji)


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