Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/gottfrid-svartholm-warg-pirate-bay-gruender-nicht-mehr-in-isolationshaft-1212-96248.html    Veröffentlicht: 10.12.2012 12:08

Gottfrid Svartholm Warg

Pirate-Bay-Gründer nicht mehr in Isolationshaft

Die Haftbedingungen des Pirate-Bay-Gründers Gottfrid Svartholm Warg werden gelockert. Falls keine Anklage wegen des Angriffs auf Steuerdaten in Schweden erhoben wird, dürfte er bald entlassen werden.

Nach drei Monaten wird der Programmierer Gottfrid Svartholm Warg in Schweden aus der Isolationshaft in ein anderes Gefängnis verlegt. Das berichtet das Onlinemagazin Torrentfreak unter Berufung auf Kristina Svartholm, die Mutter des Pirate-Bay-Gründers. "Der Staatsanwalt hat heute Morgen erklärt, dass Gottfrid aus der Haftanstalt herauskommt". Ihr Sohn werde nicht mehr in Isolationshaft gehalten, sagte Kristina Svartholm.

Ihr Sohn war aus Kambodscha nach Schweden abgeschoben worden, weil er in Schweden des Angriffs auf den IT-Dienstleister Logica verdächtigt wurde, der für die Steuerbehörden des Landes arbeitet. Diese Anschuldigungen waren der Grund für seine Verhaftung in Kambodscha, nicht die Haftstrafe wegen Pirate Bay, vor der Svartholm Warg geflohen war. In die Server von Logica soll in der Zeit von 2010 bis 2012 mehrfach eingedrungen worden sein. Dabei wurden Steuerdaten von mehreren Personen kopiert. Später sei der Programmierer noch in einem weiteren IT-Angriff als Verdächtiger gesehen worden, so seine Mutter.

In April 2009 wurde Svartholm Warg zusammen mit Peter Sunde, Fredrik Neij und dem Geldgeber Carl Lundström verurteilt. Lundström, Erbe des Wasabröd-Konzerns, hatte neben Pirate Bay auch ultrarechte Parteien und Bewegungen in Schweden unterstützt. Wegen strafbarer Beihilfe zur Urheberrechtsverletzung war Svartholm Warg zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt worden.

Derzeit suche der schwedische Strafvollzug nach einem neuen Gefängnis für Svartholm Warg. Aber die Bedingungen der Einzelhaft seien bereits aufgehoben. Ihr Sohn könne damit außer seiner Mutter auch andere Besucher empfangen.

Wegen der IT-Angriffe in Schweden ist gegen ihn aber noch keine offizielle Anklage erhoben worden. Er könnte damit nach Verbüßung der Pirate-Bay-Strafe aus der Untersuchungshaft direkt freikommen, weil ihm die Zeit angerechnet wird.  (asa)


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