Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/operation-payback-student-wegen-teilnahme-an-ddos-attacken-verurteilt-1212-96207.html    Veröffentlicht: 07.12.2012 11:25

Operation Payback

Student wegen Teilnahme an DDoS-Attacken verurteilt

Ein 22-jähriger Brite ist wegen der Beteiligung an DDoS-Attacken verurteilt worden. Das Gericht hält ihn für einen der Organisatoren der Operation Payback. Ein Strafmaß steht noch nicht fest.

Ein Gericht in London hat einen 22-jährigen Briten wegen der Teilnahme an Angriffen auf verschiedene Finanzdienstleister und Akteure der Musikindustrie verurteilt. Das Gericht habe Christopher Weatherhead, der im Netz unter dem Pseudonym Nerdo auftrat, für schuldig befunden, die Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) mitinitiiert zu haben, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian.

Die Angriffe hatten im August 2010 begonnen. Ziel waren anfangs Organisationen, die den Dateitausch über das Internet bekämpfen. Anonymous attackierte das Plattenlabel Ministry of Sound sowie die Verbände British Recorded Music Industry und International Federation of the Phonographic Industry.

Zahlungsdienstleister blockieren Wikileaks

Als Ende 2010 die Zahlungsdienstleister Paypal, Mastercard und Visa eine Blockade gegen Wikileaks verhängten, verlagerte Anonymous seine Angriffe auf diese Unternehmen. Nach Angaben der Behörden ist dabei ein Schaden von 3,5 Millionen britischen Pfund, umgerechnet etwa 4,3 Millionen Euro, entstanden.

Weatherhead, der zu dieser Zeit an der Universität in Northampton studierte, war nach Auffassung der Gerichts eine der führenden Figuren bei den Angriffen. Er habe diese zusammen mit drei anderen, die ebenfalls vor Gericht stehen, organisiert. Weatherhead selbst hat eine direkte Beteiligung daran bestritten. Er sei der Kommunikationsmanager von Anonymous gewesen und habe die Chatrooms eingerichtet, in denen die DDoS-Attacken geplant wurden.

Das Strafmaß wird im Januar verkündet. Der Richter erklärte, Weatherhead drohe eine Haftstrafe. Das höchste Strafmaß sind zehn Jahre. Weatherhead ist bis dahin auf Kaution frei. Er darf online nur noch unter seinem richtigen Namen auftreten und unterliegt einer Ausgangssperre zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens.  (wp)


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