Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/archos-101-xs-im-test-neues-tablet-alte-probleme-1212-96146.html    Veröffentlicht: 07.12.2012 12:00

Archos 101 XS im Test

Neues Tablet, alte Probleme

Mit dem 101 XS bietet Archos ein Android-Tablet mit 10,1-Zoll-Display an, das sich mit einem Coverboard in ein kleines Notebook verwandeln lässt. Es sieht zwar gut aus, weist aber in unserem Test trotz aktuellem Jelly Bean viele Schwächen auf. Insbesondere der Bildschirm des Tablets enttäuscht.

Das Design des neuen 10,1-Zoll-Tablets von Archos wirkt im Vergleich zu früheren Archos-Modellen wie der G9-Serie weitaus solider und hochwertiger. Dazu trägt besonders das nicht mehr so billig wirkende Gehäusematerial bei. Das 101 XS sieht einfach besser aus als bisherige Geräte von Archos. Es eignet sich dank der mitgelieferten Tastatur durchaus für mobile Schreibaufgaben. Aufgrund des großen Bildschirms könnten auch Spiele, Filme und das Surfen im Internet Spaß machen, jedoch hat das Display unseren positiven ersten Eindruck schnell zunichte gemacht. Auch die stellenweise schlechte Grafikleistung bei Spielen stört uns.

Das Tablet ist aus weißem, mattem Kunststoff gefertigt und wird durch Metalleinleger auf der Rückseite und um das Display komplettiert. Die Oberflächen aus Metall sind nicht sonderlich kratzfest, was uns bereits bei der Präsentation des Tablets auf der Ifa 2012 aufgefallen ist. Die weiße Oberfläche wird durch die Mattierung außerdem recht schnell schmutzig.

Dünnes und leichtes Tablet

Aufgrund des Kunststoffgehäuses und bedingt durch die dünne Bauweise von 8,5 mm wiegt das 101 XS nur 600 Gramm. Damit ist es über 50 Gramm leichter als das iPad 4 und mehr als 70 Gramm leichter als das preislich nur geringfügig teurere Acer Iconia Tab A510. Das 101 XS lässt sich dadurch bequem auch nur in einer Hand halten.

Mit den Maßen 273 x 170 mm ist das Archos-Tablet etwas länger als das Iconia Tab A510, dafür aber schmaler und dünner. An der Unterseite des Gehäuses befinden sich Kontakte und Magnete, die das Tablet mit der Tastatur des Coverboards verbinden. Das 101 XS hat einen Mini-HDMI-Anschluss, einen Micro-USB-Anschluss und eine Buchse für einen Kopfhörer. Über den Micro-USB-Anschluss kann laut Hersteller mit einem passenden Adapterkabel ein externes Speichermedium an das Tablet angeschlossen werden. Auch der Surfstick des älteren Modells 101 G9 soll funktionieren.

Eine Schwachstelle des Gehäusedesigns ist die Position des Einschaltknopfs und der Lautstärkewippe. Sie sind seitlich in das Gehäuse eingelassen und während der Bedienung von vorne nicht sichtbar. Dadurch ist besonders bei der Lautstärkewippe häufig nicht klar, ob man gerade leiser oder lauter stellt.

Auf der Vorderseite des 101 XS befindet sich ein einzelner Lautsprecher, der auch bei maximaler Lautstärke sehr leise ist. Zudem klingt er blechern, die Bässe sind schwach und die Höhen verzerrt. Da die Tonausgabe nur in Mono erfolgen kann, eignet er sich nicht sonderlich für einen ungetrübten Audiogenuss.

Prozessor mit zwei Kernen

Der SoC im Inneren des Tablets ist ein OMAP4470 von Texas Instruments. Er hat zwei Cortex-A9-Kerne, die mit bis zu 1,5 GHz getaktet werden können. Die GPU ist eine SGX544 von PowerVR. Damit ist das Tablet auf dem Papier zwar weniger leistungsstark als das Iconia Tab A510, das einen Tegra-3-Prozessor mit vier Kernen hat. Der Zweikernprozessor schafft es dennoch, auch grafikintensive Spiele flüssig darzustellen.

Das 101 XS beherrscht WLAN nach 802.11 b/g/n, kann also nur auf dem 2,4-GHz-Band funken, sowie Bluetooth 4.0. Ein GPS-Modul ist eingebaut, auf NFC muss der Nutzer verzichten. Das Tablet hat 16 GByte Flash-Speicher, ein Steckplatz für Micro-SDXC-Karten bis maximal 128 GByte ist eingebaut. Die Größe des RAM beträgt 1 GByte.

Auf der Vorderseite ist eine Kamera mit 1,3 Megapixeln integriert. Diese ist jedoch eher für Videotelefonie zu gebrauchen, da sie stark verrauschte Fotos macht. Auf der Rückseite gibt es keine Kamera, so dass sich Fotos nur unbequem aufnehmen lassen.

Dunkles und flimmerndes Display

Wie beim Gehäuse gibt es auch am Display etwas auszusetzen, sobald es näher begutachtet wird. Das 10,1 Zoll große MVA-Display (Multi-Domain Vertical Alignment) hat eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln. Das entspricht einer Pixeldichte von 151 ppi. Der Bildschirm ist bei voller Helligkeit immer noch recht dunkel. Die Farben sind dennoch kräftig, der Kontrast ist gut. Jedoch verliert die Darstellung aufgrund des dunklen Displays an Wirkung. Auch wer flach auf das Display schaut, wird schwächere Farben wahrnehmen.

In hellem Licht sind die Inhalte auf dem Display entsprechend schlecht zu erkennen. Das 101 XS hat keinen eingebauten Helligkeitssensor, daher kann die Helligkeit nur manuell eingestellt werden. Der Lagesensor reagiert ohne Verzögerung auf die Drehung des Tablets.

Das Display weist bei näherer Betrachtung ein weitaus schwerwiegenderes Problem als das der geringen Helligkeit auf: Der Bildschirm zeigt deutlich flimmernde Streifen, die besonders bei hellen, weißen Hintergründen auffallen. Sie werden stärker, wenn das Tablet leicht in der Horizontalen bewegt wird. Dadurch wirkt das Display immer etwas schwammig und die Augen ermüden schneller als bei anderen Bildschirmen.

Probleme mit Tabletkonstruktion und Multitouch

Um zu überprüfen, ob es sich bei dem flimmernden Bildschirm um einen Einzelfall handelt, wurde bei Archos ein zweites 101 XS zum Vergleich angefordert. Auch hier zeigt der Bildschirm die gleichen flimmernden Streifen. Außerdem fiel auf, dass beide Geräte unterschiedliche Farbwiedergaben aufweisen.

Schließlich wurde das Display mit denen zweier älterer Archos-Tablets der Reihe 101 G9 verglichen. Auf den Bildschirmen der beiden G9 sind ebenfalls flimmernde Streifen zu sehen, allerdings kommen sie uns weniger stark vor als beim 101 XS. Die Gründe für die Streifenbildung ließen sich nicht abschließend klären.

Bildschirm reagiert auf rückseitigen Druck

Weiterhin hat Archos beim 101 XS ein das Display betreffendes Problem des G9 übernommen. Wird von unten auch nur leicht gegen das Tablet-Gehäuse gedrückt, erscheinen wie beim G9 auf dem gesamten Bildschirm Farbschleier und Druckspuren. Gelegentlich werden auch Befehle ausgeführt, weil das Display glaubt, dass auf ihm getippt wird. So können etwa unerwünschte Aktionen in Anwendungen vorgenommen werden oder aber Apps vom Programmstarter gestartet werden, ohne dass dies gewollt ist. Es erinnerte etwas an die Bauchtaste des neuen Chromebooks von Samsung.

Während unserer Spieletests fiel eine zusätzliche nervige Eigenschaft des Multitouch-Displays auf. Steuert der Spieler eine Figur mit zwei Fingern über einen virtuellen Controller, wird die gleitende Fingerbewegung des aufgesetzten linken Fingers oft als neues Aufsetzen interpretiert, wenn der rechte Finger vom Bildschirm genommen wird. Dies führt beispielsweise bei First-Person-Shootern dazu, dass der Protagonist unvermittelt stehen bleibt oder sich um 180 Grad dreht.

Bei einigen Spielen fiel uns trotz der GPU von PowerVR eine deutlich schlechtere Grafikdarstellung als beim Acer Iconia Tab A510 auf. So werden bei einem Autorennspiel die Fahrzeuge sehr verpixelt und unsauber dargestellt. Auch der Ladebildschirm sieht deutlich schlechter aus als beim Acer-Tablet, das dieselbe Displayauflösung hat. Bei einem anderen Spiel werden Gegner fehlerhaft dargestellt. Die Grafiktreiber könnten die Ursache für dieses Problem sein.

Praktisches Coverboard mit Tastatur

Dem 101 XS liegt das sogenannte Coverboard bei, das als Schutzhülle und Tastaturdock genutzt werden kann. Das Cover wird durch Magnete auf der Oberseite des Tablets gehalten und schützt so das Display. Auf der Rückseite des Coverboards ist wie auf der Rückseite des Tablets ein Metallpanel eingelassen. Der Bildschirm schaltet sich nicht automatisch ab, wenn der Nutzer das Cover auflegt, wie es das iPad bei einigen Hüllen macht.

Eine Befestigung des Coverboards auf der Rückseite des Tablets scheint nicht vorgesehen zu sein. Das wäre praktisch, da das Cover unterwegs nicht erst irgendwo verstaut werden müsste. Das Cover ließ sich nur in unpassenden Positionen befestigen, da die Rückseite des Tablets keinen magnetischen Rand hat.

Durch die Tastatur auf der Innenseite des Coverboards verwandelt sich das 101 XS in ein kleines Notebook. Oberhalb der Tastatur befinden sich die Kontakte für die Verbindung mit dem Tablet und ein ausklappbarer Kunststoffständer, der das Tablet von hinten abstützt. Dieser wirkt etwas zerbrechlich. Durch drei Magnete in der Aufnahmerinne und einen Magnet im Aufsteller sitzt das Tablet allerdings stabil und sicher im Coverboard. Die Tastatur wird nach dem Einstecken des Tablets ohne große zeitliche Verzögerung erkannt.

Display lässt sich nur mit Trick kippen

Der Neigungswinkel des Bildschirms ist für unseren Geschmack zu steil. Wird der Ständer etwas zur Seite gedreht, kann der Anwender das Display zwar um einige wenige Grad nach hinten neigen. Ob diese Funktion jedoch vom Hersteller vorgesehen ist, ist fraglich: Bereits nach wenigen Millimetern ist die Konstruktion nicht mehr stabil, außerdem verliert die Tastatur den Kontakt zum Tablet. Störende Reflexionen könnten aufgrund des fehlenden Bewegungsspielraums schwer zu beseitigen sein.

Die Tastatur hingegen gefällt uns sehr gut. Die Chiclet-Tasten im QWERTZ-Layout sind gut verarbeitet und haben einen angenehmen Druckpunkt. Mit der Tastatur können nach einer Eingewöhnungsphase auch längere Texte geschrieben werden. Wer im Zehnfingersystem schreibt, könnte jedoch Platzprobleme bekommen, da die Tasten etwas eng beieinander stehen. Zudem liegt die rechte Shift-Taste direkt neben einer Cursor-Taste, was Umgewöhnung erfordert.

Zusatztasten erleichtern die Bedienung

Archos hat der Tastatur sinnvolle Zusatztasten spendiert, mit denen sich Android-Funktionen wie das Programmmenü oder der Hauptbildschirm direkt von der Tastatur aufrufen lassen. Außerdem können die Helligkeit und die Lautstärke per Tastatur gesteuert sowie Bluetooth und WLAN umgeschaltet werden.

Das Coverboard hat einen eigenen Anschluss für das Ladegerät des Archos-Tablets. Dadurch kann es praktischerweise auch als Dockingstation zum Aufladen genutzt werden. Das funktioniert allerdings nur mit dem Ladegerät und nicht per USB-Kabel an einem Computer. Daten können über die angeschlossene Tastatur nicht mit dem Computer ausgetauscht werden, dies geht nur über den Anschluss am Tablet.

Kein vorinstalliertes Schreibprogramm auf unserem Testgerät

Auf unseren Testgeräten ist keine Office-Anwendung vorinstalliert. Laut Archos soll auf den ausgelieferten Geräten jedoch normalerweise Office Suite Pro 6 installiert sein. Auf unseren Testgeräten sei die App nicht installiert gewesen, da die Tablets vor dem Versand formatiert wurden. Mit Office Suite Pro 6 lassen sich auf dem 101 XS dank der guten Tastatur Büroarbeiten erledigen. Es lassen sich auch Cloud-Speicher wie Dropbox, Box und Google Drive einbinden.

Frisches Update auf Jelly Bean

Unser Testgerät kam mit Android in der Version 4.0 alias Ice Cream Sandwich. Mittlerweile ist eine Aktualisierung auf die Version 4.1 alias Jelly Bean verfügbar, sie kann über die Systemeinstellungen des Tablets heruntergeladen werden. Archos hatte das Update auf der Ifa 2012 ursprünglich für den Herbst 2012 angekündigt.

Das Tablet lief unter Android 4.0 stellenweise hakelig. Im Systembrowser gab es beim Scrollen Ruckler sowie eine Verzögerung zwischen Scrollgeste und Seitenbewegung. Auch in Googles Play Store fiel das hakelige Scrollen ab und an auf. Das 101 XS brauchte zudem ungewöhnlich lange, um aus dem Standby-Modus aufzuwachen: Zwischen 1,5 und 2 Sekunden dauerte es, bis der Entsperrbildschirm zu sehen war.

Nach dem Update auf Jelly Bean hat sich die Systemperformance merklich verbessert. Das System wirkt schneller, der Browser zeigt Internetseiten jetzt deutlich flüssiger an, auch Apps starten schneller. Zudem dauert es nicht mehr so lange, bis das Tablet aus dem Standby-Modus erwacht.

Archos belässt es beim 101 XS weitgehend bei einem reinen Android ohne eigene Benutzeroberfläche. Einige Programme hat der Hersteller aber vorinstalliert. So können beispielsweise mit der App Archos Remote Control andere Geräte von Archos ferngesteuert werden. Mit der App Media Server können Medien auf Fernsehern im gleichen Netzwerk wiedergegeben werden. In den Einstellungen gibt es zudem den zusätzlichen Menüpunkt "Reparieren und Formatieren".

Durchschnittliche Akkulaufzeit

Laut Archos hat der Lithium-Polymer-Akku des 101 XS bei der Videowiedergabe eine Laufzeit von bis zu 7 Stunden. Unter welchen Voraussetzungen dieser Wert gemessen wurde, ist nicht bekannt. Nach unseren Messungen reicht unter Android 4.0 eine Akkuladung, um knapp 5 Stunden lang einen 1080p-Film zu schauen. Der Wert für den Einsatz mit Android 4.1 wird nachgereicht.

Entgegen unserer üblichen Vorgehensweise wurde der Akkulaufzeittest mit einer Video-Player-App eines Drittanbieters durchgeführt. Die von Archos vorinstallierte Video-App konnte unseren Testfilm nicht ohne weiteres abspielen.

Videoplayer ohne wichtige Codecs

Nach dem Download des Videos wurde versucht, den Film mit dem integrierten Player zu starten. Mit dem Hinweis, dass AC3- und MPEG4-Codecs fehlen, wird der Nutzer auf den Onlineshop von Archos weitergeleitet. Dort müssten die Codecs für 10 Euro gekauft werden.

Mit einer Video-Player-App eines Drittanbieters ließ sich unser Testvideo hingegen problemlos abspielen. Dies ist ärgerlich für diejenigen Nutzer, die das nicht wissen und sich die Codecs kaufen, ohne dass es notwendig wäre.

Mit dem beigefügten Netzteil ist der fest eingebaute Akku im 101 XS in knapp über 4 Stunden voll aufgeladen.

Benchmarks und Leistung

Das 101 XS erreicht beim CPU-Benchmark mit Antutu eine Punktzahl von 10.715, das Iconia Tab A510 13.064 Punkte. Dass das Gerät von Acer mit doppelt so viel Prozessorkernen zwar eine höhere, aber nicht die doppelte Punktzahl erreicht, könnte an der niedrigeren Taktung der einzelnen Kerne liegen. Beim Archos-Tablet sind die Kerne jeweils mit 1,5 GHz getaktet, beim Iconia Tab A510 nur mit 1,3 GHz.

Dies spiegelt sich auch beim Javascript-Benchmark im Standardbrowser wider. Unter Android 4.0 schafft das Archos-Tablet 1.464 Punkte, das Iconia Tab A510 erreicht mit demselben Betriebssystem einen Wert von 1.163. Mit Android 4.1 erhöht sich die Punktzahl des Archos-Tablets nochmal auf 1.707 Punkte. Die Leistungssteigerung des Archos-Gerätes könnte an den unterschiedlichen Javascript-Engines der beiden Android-Versionen liegen. Dass das Archos-Tablet bereits unter Ice Cream Sandwich eine bessere Punktzahl hat, liegt auch daran, dass der Test eher die Leistung der Einzelkerne berücksichtigt. Die zwei zusätzlichen Kerne des Iconia Tab A510 bringen hier keinen Vorteil.

Im Grafikbenchmark GL Benchmark erreicht das 101 XS einen Wert von 16 fps. Das Iconia Tab A510 schafft hier 18 fps.

Verfügbarkeit und Fazit

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Archos 101 XS mit Tastaturcover liegt bei 380 Euro, im Onlinehandel ist das Tablet bereits für knapp über 350 Euro zu bekommen. Bei Lidl gab es das Tablet kürzlich für 330 Euro. Neben dem Tastaturcover liegen dem Tablet ein Ladegerät, ein USB-Kabel und eine Kurzanleitung bei.

Fazit

Das Archos 101 XS hinterlässt keinen guten Eindruck im Test. Trotz des gelungenen Designs, der besseren Verarbeitung des Gehäuses sowie des Updates auf Android 4.1 und der damit verbundenen Performancesteigerung überwiegen die vielen Unzulänglichkeiten des Tablets.

Am schwerwiegendsten ist für uns die Qualität des Bildschirms. Eine längere Benutzung des Tablets wird durch das flimmernde Display nahezu unmöglich gemacht, da die Augen schnell ermüden. Insbesondere bei weißen Flächen stören die Streifen sehr. Da der Bildschirmfehler bei zwei 101 XS und zwei älteren G9 auftritt, ist von einem grundsätzlichen Problem mit den 10,1-Zoll-Displays auszugehen. Zusammen mit der schlechten Multitouch-Umsetzung hinterlässt der Bildschirm des Tablets einen katastrophalen Eindruck.

Passend dazu hat Archos die Rückwandprobleme des G9 beim neuen Modell nicht behoben. Dass das Display auf geringen Druck auf die Rückseite des Tablets eine regelrechte Lichtershow produziert und sogar Befehle ausgeführt werden, ist nicht akzeptabel. Auch die stellenweise schlechte Grafikleistung des Tablets ist enttäuschend.

Das gut gelungene Tastaturcover, die anständigen Benchmark-Werte und das seit dem Update flüssig laufende Betriebssystem können diese negativen Aspekte nicht ausgleichen. Wird schließlich die unmittelbare Konkurrenz des Archos-Tablets berücksichtigt, gibt es in derselben Preisklasse einige bessere Alternativen. Für momentan um die 15 Euro Aufpreis ist beispielsweise Acers Iconia Tab A510 mit einem Tegra-3-Prozessor erhältlich. Zwar läuft dieses Tablet noch mit Android 4.0, laut einer uns vorliegenden Mitteilung des deutschen Supports ist jedoch ein Update auf Android 4.1 für das Gerät geplant.

Das Nexus 10 von Samsung - für uns momentan die Referenz der Android-Tablets - ist in der günstigsten Variante mit 16 GByte Speicher für einen Preis von 400 Euro in Googles Play Store erhältlich. Damit ist das Gerät nur knapp 50 Euro teurer als das Tablet von Archos. Zwar muss der Nutzer ohne Speicherkartensteckplatz auskommen, das Nexus 10 hat dafür aber unter anderem einen schnelleren Prozessor, ein besseres Display und die aktuelle Android-Version 4.2.

Trotz Fortschritten im Design und in der Verarbeitung ist das Archos 101 XS letztlich ein Tablet, das für einen zu hohen Preis zu viele Unzulänglichkeiten aufweist. Ähnlich teuren Konkurrenzprodukten ist es daher auch mit Jelly Bean nicht gewachsen.

Nachtrag vom 7. Dezember 2012, 15:05 Uhr

Archos teilte uns mit, dass normalerweise das Schreibprogramm Office Suite Pro 6 auf dem Tablet installiert sei. Auf unseren Testgeräten sei die App nicht installiert gewesen, da die Tablets vor dem Versand formatiert wurden. Die entsprechende Passage im Text wurde geändert.  (tk)


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