Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/roboterautos-volvo-will-selbstfahrende-autos-bauen-1212-96127.html    Veröffentlicht: 04.12.2012 15:27

Roboterautos

Volvo will selbstfahrende Autos bauen

Ab 2014 will der schwedische Autohersteller Volvo Autos ausliefern, die bei geringeren Geschwindigkeiten autonom fahren können. Damit will Volvo zu mehr Sicherheit auf den Straßen beitragen.

Sicherheit aus selbstfahrendem Schwedenstahl: Der Autohersteller Volvo entwickelt Autos, die autonom fahren. Ziel ist mehr Verkehrssicherheit.

Volvo plane, 2014 die ersten Autos auf den Markt zu bringen, die bis zu einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde selbst fahren können, berichtet das Wall Street Journal. Das sei die Geschwindigkeit, die bei starkem Verkehr erreicht werde, und für solche Situationen sei das System gedacht. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Volvos auch bei höherem Tempo autonom fahren.

Volvo stattet dazu die Autos mit einer Reihe von Sensoren wie Kameras, Radar oder Lasersensoren aus, die die Straße beobachten, den Abstand zu anderen Fahrzeugen oder zum Straßenrand messen sowie Hindernisse erkennen. Eine vergleichbare Sensorik setzen beispielsweise auch die Forscher der Technischen Universität Braunschweig bei ihrer Leonie oder die Entwickler um Sebastian Thrun bei den autonomen Google-Autos ein.

Fahrerbeobachtung

Bei Volvo kommen noch einige Systeme: eines, das den Fahrer beobachtet und die Kontrolle über das Auto übernehmen kann, wenn der Fahrer einschläft, sowie ein WLAN-basiertes Kommunikationssystem, das es ermöglicht, das Auto in einen Konvoi einzugliedern. Es empfängt von einem Führungsfahrzeug Daten über dessen Fahrverhalten - Fahrtrichtung, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Verzögerung, Lenkbewegungen - und setzt sie in Steuerbefehle um.

Die Prototypen der autonomen Autos hat Volvo bereits ausgiebig getestet - auf der hauseigenen Teststrecke bei Göteborg ebenso wie auf öffentlichen Straßen in Spanien. Dabei wurde autonomes Fahren ebenso geprobt wie das Fahren im Konvoi. Dabei übernimmt ein Lkw die Führung über einen Zug von mehreren Fahrzeugen. Dieses System wurde im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts Safe Road Trains for the Environment, kurz: Sartre, entwickelt.

Ziel des autonomen Fahrens ist, die Verkehrssicherheit zu erhöhen - indem die Fehlerquelle Mensch ausgeschlossen wird. "Unsere Vision ist, dass 2020 niemand mehr von einem neuen Volvo verletzt oder getötet wird", sagte Volvo-Manager Anders Eugensson der Zeitung. Sicherheit steht bei dem schwedischen Autohersteller, der seit 2010 zum chinesischen Autohersteller Geely gehört, traditionell im Vordergrund.  (wp)


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