Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/roboter-roboterkette-laesst-sich-formen-1212-96101.html    Veröffentlicht: 03.12.2012 18:28

Roboter

Roboterkette lässt sich formen

Eine robotische Kette, die in komplexe Formen gebracht werden kann, haben Forscher am MIT entwickelt. Milli-Motein, motorisiertes Protein in Millimetergröße, nennen sie die Entdeckung.

Dieser Roboter ist praktisch: Er ist eine Art Kette, deren Glieder mit Motoren ausgestattet und verbunden sind. Die Motoren bewegen die Kette so, dass sie verschiedene komplexe Formen annehmen kann. Auf der Basis dieser Technik könnten künftig Geräte gebaut werden, die sich in fast jede vorstellbare Form falten ließen, erklären die Entwickler vom Massachusetts Institute of Technology.

Milli-Motein nennen die Forscher ihre Kreation - wobei Milli für Millimeter und Motein für eine Mischung aus Motor und Protein steht. Entwickelt wurde das Milli-Motein von einer Gruppe von Forschern um Neil Gershenfeld vom MIT Center for Bits and Atoms. Ein Milli-Motein sei ein langer, "eindimensionaler Roboter", der mit der Kraft seiner Motoren in bestimmte Formen gebracht werde.

In Form bleiben

Dazu hätten sie neue Motoren entwickeln müssen, erklärt Gershenfeld: Diese sollten nicht nur klein und stark sein. Sie sollten zudem einen Zustand, den sie einnehmen, beibehalten können. Sie bringen die Kette also in eine feste Form, die dann erhalten bleibt.

Elektropermanenter Motor nennen die Forscher ihren Antrieb. Seine Funktionsweise vergleichen sie mit der eines Krans auf dem Schrottplatz, der mit einem Magneten Teile hochhebt und ablegt. Ein elektropermanenter Motor besteht aus einem stärkeren Permanent- und einem schwächeren Elektromagneten. Sie sind so zueinander ausgerichtet, dass sich ihre Felder entweder ergänzen oder gegenseitig aufheben. Ihre Ausrichtung wird von dem Elektromagneten bestimmt, dessen Feldrichtung durch den Strom geändert werden kann.

Motoren einzeln ansteuern

Jedes Segment hat einen Motor, der es nach links oder rechts dreht oder in neutraler Position hält. Der Motor nehme dabei nur dann Energie auf, wenn er seinen Zustand ändere, erklärt Teammitglied Ara Knaian. Die Motoren ließen sich einzeln ansteuern, so dass das System eine sehr hohe Auflösung biete.

Derzeit sei ein Motor lediglich stark genug, um ein Segment zu bewegen. Ziel sei aber, dass ein Motor zwei oder drei Module bewegen könne, berichtet Gershenfeld. Das wollen die Forscher durch eine modifizierte Struktur sowie durch den Einsatz anderer Materialien erreichen.  (wp)


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