Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/freie-desktops-kwin-am-besten-geeignet-fuer-linux-gaming-1212-96093.html    Veröffentlicht: 03.12.2012 14:45

Freie Desktops

KWin am besten geeignet für Linux-Gaming

Der Entwickler Martin Gräßlin erklärt, warum die KDE-Oberflächen weiterhin einen Fallback-Modus haben werden und welche Vorteile das für Spiele wie etwa die von Valve hat.

Seit Ubuntu 12.10 kann die Unity-Oberfläche nur noch mit 3D-Beschleunigung genutzt werden. Auch das kommende Gnome 3.8 verzichtet auf einen Fallback-Modus. Warum dies für die KDE-Oberflächen zunächst nicht vorgesehen ist, erklärt der Entwickler von KWin Martin Gräßlin in seinem Blog. Dadurch wird auch deutlich, dass sich KDE Plasma gegenüber Unity und Gnome wohl am besten für die bald erhältlichen Spiele unter Linux eignet.

Denn KWin stehen zwei Backends zur Verfügung. Zum einen OpenGL für Hardware mit 3D-Beschleunigung und XRender entsprechend für Systeme ohne diese Funktion. Es spiele für die meisten KDE-Anwendungen auch keine Rolle, welches der beiden Backends genutzt wird, schreibt Gräßlin weiter.

Diese Trennung erlaubt es, das Compositing des Desktops komplett abzuschalten, falls einzelne Anwendungen sehr stark von OpenGL Gebrauch machen. Also etwa Programme wie Blender oder eben die bald für Linux verfügbaren Spiele von Valve. Laut Gräßlin sollte KWin deshalb "die erste Wahl sein, um ein Spiel zu genießen."

Qt5 und Wayland

Nach dem Wechsel auf Qt5 wird diese Trennung der Backends wohl weiter aufrechterhalten werden. Jedoch werden sowohl die Plasma-Oberflächen als auch Teile von KWin selbst QtQuick 2 verwenden, das wiederum OpenGL voraussetzt. Bis dahin sollte Llvmpipe so weit entwickelt sein, dass die Rechner ohne funktionierende Grafikbeschleunigung nicht zu sehr verlangsamt werden, hofft Gräßlin.

Zudem gibt sich Gräßlin sehr sicher, nach der Adaption von Wayland weiterhin das X-Window-System zu unterstützen. Wie KWin genau mit Wayland zusammenarbeiten wird, steht laut Gräßlin aber immer noch nicht fest. Zwar benötige Wayland einen Compositor, dieser müsse aber nicht zwingend auf OpenGL basieren.  (sg)


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