Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/facebook-hoax-ich-wuerde-gerne-privat-mit-euch-in-verbindung-bleiben-1211-96008.html    Veröffentlicht: 28.11.2012 17:57

Facebook-Hoax

"Ich würde gerne privat mit euch in Verbindung bleiben"

Mit einem Klick könnten Nutzer ihre Facebook-Aktivitäten vor der Öffentlichkeit verbergen, verspricht eine Statusmeldung. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wer der Aufforderung folgt, dem bleibt einiges verborgen.

Statusupdates gegen die AGB und für Einstellungsänderungen: Fast täglich werden Facebook-Nutzer mit solchen Meldungen auf ihrer Timeline konfrontiert. Bei Facebook verbreiten derzeit Mitglieder eine Meldung weiter, mit der sie ihre Freunde auffordern, Aktivitäten vor Dritten zu verbergen."Ich würde gerne privat mit euch in Verbindung bleiben", heißt es darin. Das Ergebnis ist allerdings das Gegenteil: Folgt einer dieser Freunde der Aufforderung, verschwinden Aktivitätsmeldungen des Auffordernden aus seiner Timeline.

Begründet wird die Aufforderung wie folgt: "Mit den letzten Veränderungen auf FB kann die Öffentlichkeit jetzt leider alle Aktivitäten auf jeder Wand sehen." Spätestens jetzt sollte der Nutzer misstrauisch werden. Denn wie viel von den eigenen Aktivitäten sichtbar ist, bestimmt immer noch jeder selbst - und zwar in den Privatsphäre-Einstellungen. Facebook hat daran nichts geändert.

Trotzdem werden die Freunde per Statusmeldung um Mithilfe gebeten. Sie sollen mit dem Mauszeiger auf den Namen des Auffordernden gehen und im eingeblendeten Menü die Einstellungen anklicken. "Entferne das Häkchen bei 'Kommentare und Gefällt mir', indem du darauf klickst." Dann blieben alle Aktivitäten vor der Öffentlichkeit verborgen, heißt es weiter. Auch das ist falsch. Denn die Einstellungen dienen lediglich als Filter für den Nutzer. Damit kann er bestimmen, welche Aktivitäten er von dem jeweiligen Freund in seiner Timeline sehen will. Er kann damit zwar die Meldungen über die Kommentar-Aktivitäten und "Gefällt mir"-Angaben des Freundes ausblenden. Andere Freunde des Nutzers sehen diese aber weiterhin.

In den vergangenen Wochen wurde ein Foto weiterverbreitet, mit dem den angeblich "neuen" Richtlinien von Facebook widersprochen werden konnte. Dieser Statusbeitrag war ebenfalls ein Hoax. Die letzten AGB-Änderungen waren im Juni und hatten mit den in der Statusmeldung erwähnten Inhalten nichts zu tun.

Die Geschwindigkeit, mit der solche Statusmeldungen unbedacht weiterverbreitet werden, zeigt, dass viele Nutzer keine Ahnung davon haben, wie sie bei Facebook ihre Privatsphäre tatsächlich schützen können. Ob das an der Vielfalt und Undurchsichtigkeit der Facebook-Einstellungen liegt oder am Desinteresse des Nutzers, sei dahingestellt.  (sha)


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