Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/1-1-ausfall-keine-anzeichen-fuer-einen-hack-1211-95979.html    Veröffentlicht: 27.11.2012 21:29

1&1-Ausfall

"Keine Anzeichen für einen Angriff"

1&1 gibt an, dass die Probleme im Rechenzentrum durch eine Fehlfunktion in einem internen Routing-System ausgelöst wurden. Gerüchte zu einem Hack könne man nicht bestätigen.

Als es beim Hosting-Anbieter 1&1 am Abend des 26. November 2012 zu stundenlangen Ausfällen kam, die auch die Webmailer GMX und Web.de betrafen, kamen im Netz schnell Spekulationen auf, dass es sich um einen Hack handeln könnte. Ein Unternehmenssprecher schrieb uns dazu: "Gerüchte zu einem Hack können wir keinesfalls bestätigen." Es gebe keine Anzeichen dafür, dass ein Angriff Ursache dieser Störung war.

Stattdessen sei die Fehlfunktion eines internen Routing-Systems Ursache für die 1&1-Störung gewesen. Die trat am 26. November 2012 ab circa 18:30 Uhr und bis zum späten Abend auf. Bei dem betreffenden Router-Cluster handelt es sich laut 1&1 um ein Hochverfügbarkeitssystem eines bekannten Herstellers.

Im 1&1-Blog heißt es: "Durch die Störung standen viele Dienste und Datenbanken nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Davon waren potenziell alle Kunden betroffen, die im angegebenen Zeitraum auf diese Anwendungen zugreifen wollten. Das waren zum Beispiel das 1&1-Control-Center und E-Mail-Lösungen. Es gibt keinerlei Anzeichen, dass es infolge des Ausfalls zu einem Datenverlust gekommen sein könnte."

"Die Störung wurde bis 22 Uhr behoben. Die meisten Dienste waren daraufhin sukzessive wieder erreichbar. Gegen Mitternacht funktionierten alle Systeme wieder wie gewohnt", so der Unternehmenssprecher.

Laut 1&1-Blog werde gerade mit dem Hersteller des betroffenen Routing-Systems analysiert, warum der vorhandene redundante Ersatzrouter nicht planmäßig eingesprungen sei und eine zeitaufwendigere manuelle Entstörung durch die 1&1-Systemadministratoren erforderlich wurde.

Am selben Tag, allerdings in den Morgenstunden, gab es auch Ausfälle bei den von Intergenia betriebenen Webhosting-Angeboten Server4You und Plusserver. Hier war im Rechenzentrum im französischen Strasbourg die Notstromversorgung angesprungen, das Kühlsystem schaltete nicht planmäßig um, die Kühlung setzte aus und die Server wurden heruntergefahren.  (ck)


Verwandte Artikel:
Webhosting-Probleme: Störung im 1&1-Rechenzentrum   
(26.11.2012 22:19, http://www.golem.de/news/webhosting-probleme-stoerung-im-1-1-rechenzentrum-1211-95947.html)
Dedizierte Server: 1&1-Ausfall wiederholte sich am Abend   
(27.09.2011 12:06, http://www.golem.de/1109/86685.html)
Sichere E-Mail: Bundesrat fordert durchgehende Verschlüsselung bei De-Mail   
(17.12.2010 14:12, http://www.golem.de/1012/80203.html)
Unverstanden: Telekom und Web.de verteidigen De-Mail gegen Kritik   
(10.11.2010 18:31, http://www.golem.de/1011/79296.html)
Schweden: Polizei durchsucht Wikileaks- und Ex-Pirate-Bay-Hoster PRQ   
(02.10.2012 10:56, http://www.golem.de/news/schweden-polizei-durchsucht-wikileaks-und-ex-pirate-bay-hoster-prq-1210-94863.html)

© 2014 by Golem.de