Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/crowdfunding-denken-heisst-fliegen-1211-95846.html    Veröffentlicht: 21.11.2012 12:06

Crowdfunding

Denken heißt fliegen

Das US-Unternehmen Puzzlebox hat einen Hubschrauber entwickelt, der mit der Kraft der Gedanken des Piloten in die Luft erhoben wird. Per Crowdfunding soll der Helikopter zur Serienreife gebracht werden.

Orbit ist ein Hubschrauber, der durch Konzentration geflogen wird. Das US-Unternehmen Puzzlebox hat eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um den Prototyp zur Serienreife zu bringen.

Das System besteht aus drei Teilen: dem Hubschrauber selbst, der pyramidenförmigen Fernsteuerung sowie einer Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer-Interface, BCI) - einem Mindwave-Headset des US-Unternehmens Neurosky. In der Pyramide befindet sich ein Arduino-kompatibler Mikrocontroller, der die Gehirnwellen, die das EEG-Headset aufzeichnet, in Steuerkommandos für das Fluggerät umsetzt und diese über Infrarotlicht an den Hubschrauber funkt.

Konzentriert sich der Träger, hebt der Hubschrauber ab. Lässt die Konzentration nach, geht der Hubschrauber in den Sinkflug über. Rote und blaue Leuchtdioden auf der Pyramide zeigen das Maß an Konzentration und mentaler Entspannung an. Damit bei einer Konzentrationsschwäche nichts passiert, ist der Rotor von einem kugelförmigen Käfig umgeben.

Steuerung per Smartphone

Alternativ kann das Headset auch mit einem Android- oder iOS-Smartphone kommunizieren, auf dem die Steuersoftware Brainstorms installiert wird. An den Audioport wird dann ein Infrarotadapter angeschlossen, über den die Befehle an das Fluggerät übertragen werden. Die Konzentrationsanzeige ist dann auf dem Bildschirm des Smartphones zu sehen.

Puzzlebox hat seine Open-Source-Software Brainstorms schon in US-Schulen vorgestellt. Damit können Schüler beispielsweise Lego-Roboter mit Gehirnwellen steuern oder Konzentrationsübungen durchführen. Auch die Hubschrauber sind als Prototypen bereits vorgestellt worden.

Serienreifes Produkt

Jetzt gehe es darum, Orbit zum Serienprodukt zu machen. Dazu will Puzzlebox Geld per Crowdfunding über die Plattform Kickstarter einwerben. 10.000 US-Dollar will das Unternehmen zusammenbekommen. Nach knapp der halben Laufzeit des Projekts haben Nutzer bereits über 25.000 US-Dollar zugesagt.

Für knapp 90 US-Dollar gibt es den Hubschrauber mit Infrarotadapter und ohne Mindwave-Headset, mit Headtset ist Orbit ab 150 US-Dollar zu haben - allerdings nur in den USA. Interessenten im Ausland zahlen knapp 200 US-Dollar, wobei der Versand im Preis enthalten ist. Die Ausführung mit der Pyramide kostet 250 US-Dollar respektive 300 US-Dollar.

BCI-Stirnband

Ein Stirnreif, wie ihn die alten Griechen getragen haben mögen, hat als Modell für das BCI des kanadischen Unternehmens Interaxon gedient. Es trägt denn auch den passenden Namen Muse.

In den Reif, der wie eine Brille mit zwei Bügeln an den Ohren gehalten wird, sind vier Sensoren integriert. Zwei sitzen an der Stirn, die anderen beiden hinter den Ohren. Zunächst lässt sich mit Muse nicht viel anfangen: Die Sensoren zeichnen die Gehirnwellen auf und funken sie an ein mobiles Gerät. Darauf kann sich der Träger seine Gehirnaktivitäten anzeigen lassen. Künftig sollen sich aber mit Muse auch Geräte und Anwendungen steuern lassen. Interaxon stellt ein Software Development Kit (SDK) bereit, mit dessen Hilfe Anwendungen für Muse entwickelt werden können.

Wie Puzzlebox hat auch Interaxon ein Crowdfunding-Projekt gestartet, um das Produkt zur Serienreife zu bringen. Über die Plattform Indiegogo möchte das Unternehmen 150.00 US-Dollar zusammenbekommen. Interessenten haben bereits rund 175.000 US-Dollar zugesagt, und die Aktion läuft noch über zwei Wochen. Das Muse-BCI gibt es ab 135 US-Dollar.  (wp)


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