Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/fehlkauf-hp-wirft-autonomy-milliardenschweren-betrug-vor-1211-95830.html    Veröffentlicht: 20.11.2012 16:47    Kurz-URL: http://glm.io/95830

Fehlkauf

HP wirft Autonomy milliardenschweren Betrug vor

Der Softwarehersteller Autonomy soll seinen Unternehmenswert vor der Übernahme durch HP um mindestens 5 Milliarden US-Dollar aufgeblasen haben. Der Computerhersteller schreibt Milliarden ab und ruft die Strafverfolgungsbehörden.

Hewlett-Packard wirft dem Softwarehersteller Autonomy Buchhaltungstricks vor, mit denen der Wert des Unternehmens künstlich erhöht worden sei. Bei der Bekanntgabe seiner Quartalsergebnisse erklärte Hewlett-Packard am 20. November 2012: "HP ist sehr enttäuscht, feststellen zu müssen, dass einige ehemalige Mitglieder des Autonomy-Management-Teams für Unregelmäßigkeiten, Falschdarstellungen und Darstellungsmängel in der Buchführung vor der Autonomy-Übernahme durch HP verantwortlich sind, die dazu dienten, die zugrundeliegenden finanziellen Kennzahlen des Unternehmens aufzublasen."

HP hatte 2012 erklärt, Autonomy werde für 10,3 Milliarden US-Dollar vollständig übernommen und in ein HP-Tochterunternehmen umgewandelt. Autonomy ist ein 1996 gegründeter Hersteller von Unternehmenssoftware mit Hauptsitz in Cambridge und San Francisco. Die Grundlagen der Software wurden an der Universität Cambridge entwickelt. Autonomys Infrastruktursoftware richtet sich an Großunternehmen. Das Hauptprodukt IDOL-Plattform basiert auf einem Verfahren zur Musterkennung und Konzeptextraktion, mit dem Informationen automatisch weiterverarbeitet werden können. IDOL unterstützt die Analyse von rund 1.000 verschiedenen Formaten in über 400 Systemen mit über 500 Funktionen.

HP wird wegen der Unregelmäßigkeiten in der Buchführung über 5 Milliarden US-Dollar auf den Unternehmenswert von Autonomy abschreiben. Insgesamt schreibt HP 8,8 Milliarden US-Dollar ab.

Konzernchefin Meg Whitman sagte, die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (CES) und die britische Strafverfolgungsbehörde Serious Fraud Office seien eingeschaltet worden. Verantwortlich für die Übernahme war der damalige HP-Konzernchef Léo Apotheker.  (asa)


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