Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/test-f1-race-stars-spassbremsen-im-formel-1-zirkus-1211-95825.html    Veröffentlicht: 20.11.2012 14:03

Test F1 Race Stars

Spaßbremsen im Formel-1-Zirkus

Das Konzept von F1 Race Stars klingt großartig: Formel-1-Stars versuchen sich in einem Fun-Racer mit Originallizenz und Comicgrafik. Leider müssen sich Vettel und Alonso auf der Strecke nicht nur mit Klebeblasen und anderen Gemeinheiten auseinandersetzen.

Schnelles Rennen oder Zeitfahren, Einzelspielerkarriere oder Onlinematch: F1 Race Stars von Codemasters bietet in allen Modi einen schnellen und unkomplizierten Einstieg, ganz so, wie es sich für einen Funracer gehört. Schnell noch einen Fahrer auswählen - die Comicversionen der aktuellen Formel-1-Stars sind mit übergroßem Kopf ins Spiel integriert - und schon darf der Spieler das erste Mal Gas geben.

Auf der Strecke wird schnell klar, dass Genreprimus Mario Kart für F1 Race Stars als Hauptinspirationsquelle diente. In mehreren Klassen (1.000 ccm, 2.000 ccm und 3.000 ccm) geht es mit Minivarianten der Formel-1-Boliden über abwechslungsreiche Kurse, wobei das geschickte Einsammeln und Ausnutzen von Power-ups ebenso entscheidend ist wie das fahrerische Können. Die Steuerung ist unkompliziert und hat mit einer echten Fahrsimulation wenig zu tun - auch wenn es durchaus enge Kurven gibt, in denen es sich empfiehlt, vom Gas zu gehen und etwas gefühlvoller zu lenken.

Gleichzeitig wird durch das kurze Loslassen und dann Halten der Beschleunigungstaste in Kurven der KERS-Turbo aufgeladen, der den Vehikeln einen zusätzlichen Tempokick verleiht. Ansonsten ist aber meist Vollgas angesagt, was sich leider nicht immer auch so anfühlt - das Geschwindigkeitsgefühl könnte deutlich besser sein. Richtig ärgerlich: Drifts beherrschen die Fahrzeuge nicht.

Schöner sind da schon die nicht zahlreichen, aber dafür gut designten Kurse. Sie erinnern nur entfernt an die echten Formel-1-Strecken, haben dafür aber abgedrehte Szenerien wie Autobahnen, Schlossdurchfahrten mitsamt Naturschauspielen wie Stromschnellen, Loopings und Sprungschanzen zu bieten. Alternative Abkürzungen gibt es ebenso wie einen Boxenstopp-Bereich - durch den fährt der Spieler einfach durch und repariert das eigene Fahrzeug. Das ist nötig, weil ein rudimentärer Schadensmodus dafür sorgt, dass der eigene Wagen nach ein paar Abschüssen deutlich langsamer wird. Allerdings kommt es oft vor, dass das Auto direkt nach Durchfahren der Boxengasse wieder Opfer eines Angriffs wird - was eines der Beispiele für das unausgegorene Balancing der Power-ups ist.

Vielfältige Extras und ein klares Fazit

Zwar sind die Extras erfreulich vielseitig - von Klebeblasen über ein Pace-Car, das den Spieler ausbremst, oder Konfetti-Ballons, die die Sicht trüben, bis hin zu Platzregen auslösenden Wolken reicht das Arsenal. Nur scheint die KI nach den ersten, noch recht einfachen Rennen über ein nahezu unbegrenztes Arsenal an eben diesen Gemeinheiten zu verfügen; viele frustrierende Niederlagen sind die Folge.

Wer von einer Regenwolke heimgesucht, dann abgeschossen wird und gleich danach - ohne es verhindern zu können - in eine Klebeblase fährt, wird das kaum als motivierend empfinden. Solche Probleme treten viel zu häufig auf und existieren nicht nur im Solomodus, sondern auch bei Onlinespielen, wenn das Fahrerfeld mit KI-Boliden aufgefüllt wird. Auch hier haben die KI-Fahrer immer wieder unfaire Vorteile und peilen so regelmäßig das Siegertreppchen an.

Auch technisch ist F1 Race Stars eher durchwachsen. Die Optik ist zu Beginn niedlich, verliert aber schnell an Charme, die Motorsounds sind ähnlich mickrig wie das Geschwindigkeitsgefühl, und die immer gleichen Sprachsamples wollen witzig sein, gehen aber schnell auf die Nerven.

F1 Race Stars ist für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich und kostet rund 50 Euro (Konsolen) beziehungsweise 30 Euro (PC). Das Spiel ist von der USK ohne Alterseinschränkung freigegeben. Die PC-Version muss via Steam aktiviert werden.

Fazit

Die großen Namen aus dem Formel-1-Zirkus, fantasievolle Kurse und viele Power-ups: Aus F1 Race Stars hätte ein richtig gutes Spiel werden können. Die Realität sieht leider anders aus. Es gibt zu wenig Kurse, keine Drifts, schlechtes Balancing und keinen Temporausch - vom Spielspaß eines Mario Karts ist Codemasters nicht nur ein paar PS, sondern ganze Fahrzeugklassen entfernt.  (tw)


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