Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/parrot-asteroid-smart-6-2-zoll-android-computer-fuer-die-mittelkonsole-1211-95785.html    Veröffentlicht: 19.11.2012 12:06

Parrot Asteroid Smart

6,2-Zoll-Android-Computer für die Mittelkonsole

Der Parrot Asteroid Smart ist ein neues Android-basiertes Navigations- und Multimediasystem mit 6,2-Zoll-Touchscreen. Golem.de konnte bereits einen Blick auf das für den Einbau in die Mittelkonsole von Autos gedachte Gerät werfen, das Apps, Navigation, Video, Musik und Freisprechtelefonie bietet.

Noch im November 2012 will der französische Hersteller Parrot - bekannt etwa auch für die AR-Drone - ein weiteres Multimediasystem mit Android-Betriebssystem auf den Markt bringen. Diesmal ist es eines mit 6,2-Zoll-Touchscreen und 2DIN-Format, das nur in Mittelkonsolen mit hohem Schacht Platz findet. Zum Vergleich: Das bereits erhältliche, halb so hohe Parrot Asteroid verfügt nur über ein herkömmliches 3,2-Zoll-Display ohne Touch-Funktion.

Das neue Asteroid Smart ist mehr als ein Autoradio, es ist auch ein GPS-Navigationssystem (mit SiRFStar IV), eine Multimediazentrale, eine Freisprechanlage und kann über Apps um zusätzliche Funktionen erweitert werden. Mit dem Internet verbindet sich das Gerät entweder über einen UMTS-/LTE-USB-Stick oder über ein mit Bluetooth oder WLAN verbundenes Smartphone. Darüber können dann auch Internetradiostationen oder Musikdienste wie Spotify genutzt werden - vorausgesetzt, die Verbindung reißt während der Fahrt nicht ständig ab.

Als Musikquellen können außer dem Internet eine SD-/SDHC-Karte, ein USB-Stick, ein iPhone, iPod oder ein USB-Datenträger dienen, wobei neben USB-Sticks auch stromsparende USB-Festplatten unterstützt werden sollen. Außerdem können Musikdateien vom Mobiltelefon oder Tablet mittels Bluetooth (A2DP) zugespielt werden.

Erste Eindrücke

In Berlin schickte Parrot einen mit Asteroid Smart versehenen Leihwagen zum Golem.de-Büro. Wir stiegen ein, ließen uns das Gerät vorführen und konnten einige Minuten selbst damit herumprobieren. Zwar wurde die Software noch als Beta deklariert, sie machte aber schon einen recht finalen Eindruck. Auch das kapazitive Touchscreen-Display überzeugte, es spiegelte zwar leicht, wirkte aber auf den ersten Blick leuchtstark. Allerdings wurde es draußen bereits dunkel, und so können wir nicht abschätzen, wie das Display im hellen Sonnenlicht abzulesen ist.

Während der Einsatz von Android im Auto reizvoll ist und es nett ist, sich mal eben vom Auto den Weg zur günstigsten Tankstelle anzeigen zu lassen, machte sich beim Asteroid Smart doch schnell die geringe Rechenleistung der verbauten 800-MHz-CPU von Texas Instruments negativ bemerkbar - am deutlichsten ist das beim eher sprunghaften Scrollen durch die 3D-Karte der mitgelieferten Navigations-App iGo Primo. Auch beim Webbrowsen gibt es Ruckler beim Scrollen, wenn auch nicht so gravierende. Dem Prozessor stehen lediglich 512 MByte RAM und 1 GByte Flash-Speicher zur Verfügung.

Der Hersteller hat starke Anpassungen an Android vorgenommen und setzt auf dessen veraltete Version 2.3.7. Auf seiner Website nannte Parrot bis vor kurzem noch ein Android 1.5. Dagegen wirkte Android 2.3.7 dann plötzlich wieder modern. Von der normalen Android-Bedienoberfläche ist beim Parrot Asteroid Smart nichts mehr zu sehen. Anstelle des Google Play Store gibt es einen Asteroid-eigenen Appstore, der bisher aber nur eine Handvoll Programme listet.

Bedienung und Sicherheit

Auf das Asteroid Smart und die Bedienung im Auto angepasste Apps können von Hause aus auch während der Fahrt genutzt werden. Andere nur dann, wenn das Auto steht. Diese Funktion lässt sich abschalten, Parrot will mit ihr jedoch sicherstellen, dass Apps den Fahrer nicht zu leicht ablenken und womöglich einen Unfall provozieren.

Apps lassen sich auch ohne Appstore installieren, wenn sie als APKs vorliegen. Sie sollten dann allerdings die Nutzung im Querformat (Landscape-Modus) ermöglichen, um korrekt auf dem 6,2-Zoll-Touchscreen ausgerichtet zu sein.

Die Steuerung der von Haus aus mitgelieferten oder nachzuinstallierenden Apps erfolgt primär über einen 6,2-Zoll-Touchscreen. Dazu kommen Spracheingaben und - mit optionalem Adapter - die bereits vom Autohersteller am Lenkrad angebrachten Tasten für Telefonie und Multimedia.

Die Spracherkennung etwa für die Suche nach Interpreten und Alben oder zum Anrufen von Kontakten funktionierte gut - was nicht verwunderlich ist, sie basiert auf der von Android. Eine durchgängige Sprachsteuerung etwa zum Starten von Apps oder zum Abrufen von Wetterinformationen fehlt.

Zur Sprachausgabe, die auch zum Vorlesen von Webseiten genutzt werden kann, liefert Parrot ein eigenes Profil mit. Das klang zwar besser als die Google-typische Stimme, machte es aber dennoch schwer, den vorgelesenen Texten aufgrund der unpassenden Intonation inhaltlich zu folgen.

Kino und Rückfahrkamera

Das Parrot Asteroid Smart kann auch für die Unterhaltung der Fahrgäste - etwa der Kinder auf dem Rücksitz - sorgen. Dazu verfügt es neben seinen sechs RCA- und USB-Buchsen auch über einen analogen Videoausgang, der dann ein handelsübliches Display für die Befestigung am Fahrer- oder Beifahrersitz mit Video beliefert. Außerdem gibt es einen Videoeingang, der für den Anschluss einer Rückfahrkamera gedacht ist.

Parrot will das Asteroid Smart noch im November 2012 auch auf den deutschen Markt bringen. Der Preis soll bei 550 Euro liegen. Ein Montagerahmen liegt bei.

Für den November 2012 plant Parrot auch noch die Einführung des Asteroid Mini mit 3,2-Zoll-Display für 250 Euro und das Asteroid Tablet mit 5-Zoll-Tochscreen für 350 Euro. Beide verfügen über Android, einen Zugang zum Asteroid Market, einen GPS-Empfänger, Bluetooth, WLAN (nur das Asteroid Tablet) sowie die Möglichkeit zur Internetanbindung über UMTS-Sticks oder Mobiltelefone. Halterungen für das Armaturenbrett - und beim Asteroid Tablet auch die Windschutzscheibe - und Fernsteuerungen für die Anbringung am Lenkrad werden jeweils mitgeliefert.  (ck)


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