Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/robotik-irobot-haut-roboter-auf-die-finger-1211-95771.html    Veröffentlicht: 16.11.2012 18:09

Robotik

iRobot haut Roboter auf die Finger

Einem Menschen würde der Abschlag eines Baseballs aus der Hand alle Finger brechen. Eine vom US-Unternehmen iRobot entwickelte Roboterhand übersteht das problemlos. Sie ist aber nicht nur robust, sondern auch geschickt.

Diese Hand kann fest zupacken und ist robust: Das US-Unternehmen iRobot hat für die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) eine Roboterhand entwickelt, die auch einen Schlag mit einem Baseballschläger aushält.

Die Hand hat drei Finger, die aus einem weichen, gummiartigen Polymer gefertigt sind. In die Finger sind elektronische Bauteile wie Berührungssensoren sowie der Antrieb integriert. Dieser besteht aus Angelschnüren, an denen Motoren ziehen. Reißen die Schnüre, lassen sie sich somit einfach austauschen.

Die Hand könne ordentlich zupacken, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Sie könne Gegenstände mit einem Gewicht von knapp 23 Kilogramm halten. Gleichzeitig sei sie aber geschickt genug, um kleine Objekte, etwa einen Schlüssel, zu greifen.

Kontakt mit der Umwelt

"Unsere Hand setzt auf direkten Kontakt mit der Umwelt, um verschiedene Objekte zu manipulieren", erklärte iRobot-Entwickler Chris Jones dem Magazin. Um etwa eine Kreditkarte von einem Tisch aufzuheben, drücke die Hand die Finger so gegen die Platte, dass diese sich biegen und die Karten greifen können.

Das habe den Vorteil, dass es keiner teuren Sensoren bedürfe, um die Hand zu positionieren, sagte Jones. Starre Roboterhände sind auf solche Sensoren angewiesen. Sie müssen zudem im Umgang mit harten Gegenständen oder Oberflächen eine gewisse Vorsicht walten lassen: Drückt eine Roboterhand, deren Finger mit Gelenken und Motoren ausgestattet sind, zu fest gegen eine Tischplatte, besteht die Gefahr, dass die Finger beschädigt werden.

Abschlag aus der Hand

Vorsicht ist bei der iRobot-Hand indes nicht nötig, wie das Unternehmen demonstriert: Die Hand hält einen Baseball. Ein Mitarbeiter holt mit einem Schläger aus und schlägt ihr den Ball aus den Fingern. Die Hand übersteht die Prozedur problemlos.

Entwickelt wurde die stabile Hand im Rahmen des Programms Autonomous Robotic Manipulation (ARM) der Darpa. Ziel dieses Programms der Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums ist es, Roboter mit einem hohen Grad an Autonomie zu entwickeln, die in der Lage sind, viele verschiedene militärische Aufgaben in unterschiedlichen Umgebungen zu erfüllen.  (wp)


Verwandte Artikel:
Schnüre bewegen Roboterfinger   
(26.03.2010 15:45, http://www.golem.de/1003/74124.html)
Kickstarter: Roboter aus Karton dient als Smartphone-Kameragalgen   
(09.07.2012 18:34, http://www.golem.de/news/kickstarter-roboter-aus-karton-dient-als-smartphone-kameragalgen-1207-93073.html)
Roboter: Baxter, der freundliche Industrieroboter   
(19.09.2012 17:42, http://www.golem.de/news/roboter-baxter-der-freundliche-industrieroboter-1209-94670.html)
Drohnen: Global Hawks simulieren autonomes Tanken in der Luft   
(08.10.2012 19:05, http://www.golem.de/news/drohnen-global-hawks-simulieren-autonomes-tanken-in-der-luft-1210-94966.html)
iRobot: Packbot bekommt einen aufblasbaren Arm   
(24.08.2012 17:09, http://www.golem.de/news/irobot-packbot-bekommt-einen-aufblasbaren-arm-1208-94082.html)

© 2014 by Golem.de