Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/uefi-secure-boot-macht-linux-weiter-probleme-1211-95759.html    Veröffentlicht: 16.11.2012 14:01

UEFI

Secure Boot macht Linux weiter Probleme

Ubuntu macht einige UEFI-Rechner unbrauchbar, berichten Nutzer. Lenovos UEFI-Implementierung untersucht vermeintlich Booteinträge, was den Start fast aller Linux-Systeme verhindert.

Derzeit ist es für Linux-Nutzer wohl nicht ratsam, Rechner mit UEFI Secure-Boot zu erwerben. So berichtet etwa Matthew Garrett, der für Fedora an der Secure-Boot-Unterstützung arbeitet, von einer erfolgreichen Installation, nach der sich das System aber nicht mehr starten ließ.

Der Fehler trat mit einem Lenovo Thinkcentre M92p auf. Fehler in der Implementierung des Bootloaders Shim konnte Garrett jedoch ausschließen. Deshalb untersuchte er die Firmware von Lenovo und fand heraus, dass die beim Installieren angelegten Bootmenüeinträge von der Firmware untersucht werden.

Ein Start wird demzufolge nur für Einträge erlaubt, die die Zeichenketten "Windows Boot Manager" sowie "Red Hat Enterprise Linux" enthalten. Sämtlichen anderen Systemen wird der Start versagt. Dieses Verhalten sei äußerst "bizarr", schreibt Garrett. Einem Tweet von Lenovo zufolge, bemühe sich das Unternehmen aber bereits darum, den Fehler zu beheben.

Ubuntu legt Rechner lahm

In einem Bug-Report auf Launchpad berichten Ubuntu-Nutzer darüber hinaus davon, dass ein USB-Live-System auf UEFI-Hardware zunächst nicht richtig starte. Nach einem erzwungenen Neustart versagten die Rechner aber gänzlich ihren Dienst.

Derartige Fehler liegen nicht unbedingt am Betriebssystem, sondern eher an den UEFI-Implementierungen der Mainboard-Hersteller. Meist reicht es den Herstellern, wenn Windows 8 startet. Das funktioniert aber auch nicht immer, wie unser Test des Samsung Ativ Smart PC zeigte. Nach einem Blick in die Firmware-Konfiguration startete das Gerät auch das installierte Windows 8 nicht mehr.

Der kurze Versuch, Ubuntu auf dem Dell XPS 12 im Secure-Boot-Modus zu starten, endete ebenfalls mit einem schwarzen Bildschirm statt des erwarteten Grub-Bootloaders. Vor dem Kauf neuer Geräte im kommenden Weihnachtsgeschäft bleibt Linux-Nutzern wohl nur eine gründliche Recherche, welche für Windows 8 zertifizierten Geräte tatsächlich mit Linux funktionieren. Denn auch nicht jeder Hersteller bietet einen Bios-Kompatibilitätsmodus, mit dem der Linux-Start eigentlich kein Problem sein sollte.  (sg)


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