Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/3d-gesten-tablet-erkennt-rumfuchteln-ohne-kameras-1211-95746.html    Veröffentlicht: 16.11.2012 08:10

3D-Gesten

Tablet erkennt Rumfuchteln ohne Kameras

Gestic heißt die Technik, mit der Microchip Technology die dreidimensionale Gestensteuerung in mobilen Geräten, Smartphones und Tablets etablieren will. Das größte Manko: Die Sensoren erkennen die Hände maximal aus 15 cm Entfernung.

Der Gestic-Sensor von Microchip Technology soll Änderungen des elektrischen Felds dreidimensional erkennen. Die Technik kommt vollkommen ohne Kameras aus, die sonst für die 3D-Gestenerkennung zum Beispiel bei der Kinect eingesetzt werden. Deren Implementierung in Smartphones und Tablets ist nicht zuletzt wegen des Platz- und Energiebedarfs schwierig.

Gestic soll deutlich weniger Strom benötigen als Kameras. Die Technik kann Handbewegungen bis zu einer Entfernung von ungefähr 15 cm von der Sensoroberfläche erkennen. Die Berührung des Touchscreens ist immer noch möglich, aber nicht mehr unbedingt nötig. Damit könnte zum Beispiel mit einer Handbewegung das Mobilgerät aus dem Schlafmodus geholt werden.

Der Gestic-Controller sendet elektrische Signale aus und versucht dann die Handposition aufgrund der Störungen des Felds zu erkennen, die von der Hand erzeugt werden. Die Auflösung wird mit 150 dpi angegeben. Eine schlechte Beleuchtung, die vergleichbare Kameralösungen plagt, schadet Gestic nicht.

Der Controller kann zehn vordefinierte Gesten erkennen und lässt sich vom Hersteller auch auf andere Handbewegungen trimmen. Was die Gesten bewirken sollen, lässt sich per Software festlegen.

Beispielsweise könnten Geräte bei Handannäherung eingeschaltet, Wischgesten zum Vor- und Zurückblättern eingesetzt und kreisende Bewegungen zum Ausschalten oder zum Öffnen von Anwendungen genutzt werden. Auch Klicken, Zeigen, Scrollen und Mauszeigerbewegungen sind umsetzbar.

Die Sensortechnik ist nicht auf Smartphones oder Tablets begrenzt, sondern könnte auch auf anderen Oberflächen wie Tastaturen, Touchpads oder in Unterhaltungselektronik untergebracht werden. Auch im Auto oder auf Oberflächen, die aus hygienischen Gründen möglichst nicht berührt werden sollen, ist der Einsatz von Gestic denkbar.

Eine ebenfalls kameralose Steuerung hat Microsoft Research mit Soundwave entwickelt. Das System zur Gestenerkennung nutzt den Lautsprecher und das Mikrofon eines mobilen Gerätes, um zu erkennen, wie der Nutzer seine Hände bewegt.  (ad)


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