Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/rapid-prototyping-us-armee-entwickelt-guenstigen-3d-drucker-1211-95633.html    Veröffentlicht: 09.11.2012 18:10

Rapid Prototyping

US-Armee entwickelt günstigen 3D-Drucker

Das Space and Missile Defense Command der US-Armee hat einen eigenen 3D-Drucker hergestellt, der knapp 700 US-Dollar kosten soll. Das Gerät ist mit dem Ziel entwickelt worden, dass sich künftig jeder Haushalt einen 3D-Drucker leisten können soll.

Die US-Armee setzt seit einiger Zeit 3D-Drucker ein, um schnell Ausrüstungsteile bauen zu können. Die Rapid Equipping Force (REF) hat sogar mobile 3D-Druckwerkstätten eingerichtet, die in Containern untergebracht sind und unter anderem in Afghanistan eingesetzt werden. Nachteil der Expeditionary Labs: Sie sind mit handelsüblicher Ausrüstung ausgestattet - und die ist teuer.

Das Future Warfare Center des US Army Space and Missile Defense Command (SMDC) hat deshalb einen eigenen 3D-Drucker entwickelt, der deutlich günstiger ist als die Modelle, die im Handel zu kaufen sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass er klein und handlich ist und deshalb einfach mitgenommen werden kann.

3D-Drucker aus dem 3D-Drucker

Das Gerät baut Werkstücke aus Kunststoff auf und besteht seinerseits aus Kunststoffteilen, die aus dem 3D-Drucker stammen sowie aus Holzelementen, die mit dem Lasercutter ausgeschnitten wurden. Entsprechend günstig ist es: 695 US-Dollar koste der Drucker, sagte Dustin Berry vom Future Warfare Center. Ein vergleichbares kommerzielles Gerät koste rund 3.000 US-Dollar.

Teile schnell bauen zu können, sei für Soldaten von großem Nutzen, erklärte Berry. Das SMDC entwickle Sensoren für Raumfahrzeuge, die auf der Erde an Drohnen oder kleinen Flugzeugen getestet würden. "Regelmäßig gehen Teile an diesen Systemen kaputt. Viele davon werden im Ausland gebaut, so dass es lange dauert, bis Ersatz da ist. Das Konzept war, dass ein 3D-Drucker diese Teile ohne großen Aufwand an Zeit und Geld nachbauen kann."

Gehäuse und Druckerteile

Sie hätten schon Gehäuse für Sensoren und andere exponierte elektronische Bauteile entworfen und mit dem Gerät ausgedruckt, erzählte Berry. Schließlich sei es auch möglich, Teile des Gerätes selbst zu bauen, wenn daran etwas kaputt gehe - auch das hätten sie schon gemacht.

Allerdings sollen nicht nur Militärangehörige Vorteile von dem Projekt haben: Das Gerät sei entwickelt worden mit dem Ziel, "einen 3D-Drucker in jedem Haushalt" zu ermöglichen, sagte Berry. Derzeit sei das Gerät noch etwas schwierig zu handhaben. "Aber dieses Ziel ist definitiv in den nächsten zehn Jahren erreichbar."  (wp)


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