Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/test-angry-birds-star-wars-die-voegel-schleudern-ihr-muesst-1211-95601.html    Veröffentlicht: 08.11.2012 16:56

Test Angry Birds Star Wars

Die Vögel schleudern ihr müsst

Rebellenfedervieh gegen Imperiumsschweine: In Angry Birds Star Wars bekämpfen sich Jedis und Sturmtruppen der lustigen Art - und kommen einem ganz besonderen Geheimnis von Darth Vader auf die Spur.

"Schweine!" - so hat bestimmt schon so mancher Rebell über das galaktische Imperium geflucht. Nie lag er damit so richtig wie in Angry Birds Star Wars. Das neue Spiel von Rovio Entertainment greift auf das Szenario des berühmten Sternenkriegs von George Lucas zurück. Statt menschlicher Teilnehmer kämpfen darin saure Vögel mit Luke-Skywalker-Haartolle auf Seiten der Rebellen. Ihre Intimfeinde, die grunzenden grünen Schweine, stecken unter anderem in passgenauen Stormtrooper-Rüstungen.

Das Spielprinzip der Reihe bleibt grundsätzlich unverändert: Der Spieler schleudert die Rebellenvögel mit einer Art Steinschleuder so auf die feindliche Stellung, dass alle Säue dort vollständig zerdeppert werden. Der Schwierigkeitsgrad der ersten paar Level liegt etwas höher als der Anfang einiger früherer Angry-Birds-Titel. Er steigt dann zwar rasch an, bleibt aber wieder fair.

In Angry Birds Star Wars gibt es je 40 Levels im Szenario des Planeten Tatooine und des Todessterns. Eine kostenlose Episode auf Hoth soll später per Update folgen. Dazu kommen elf Bonuslevels mit den C3PO und R2D2 und eine bereits jetzt innerhalb des Spiels - je nach Plattform gegen Geld - freischaltbare Erweiterung namens Path of the Jedi, die das Training von Luke Skywalker auf Dagobah aufgreift. Wer in einem Level mal nicht die vorgegebenen Ziele erreicht, wird im Abschlussbildschirm von niemand Geringerem als Darth Vader ausgelacht, der sich in der - wieder nur rudimentär per Comicbildern erzählten - Handlung als Boss der Schweine entpuppt.

Natürlich schleudert der Spieler nicht die ganz normalen Vögel in Richtung der Schweine, sondern spezielle Star-Wars-Flatterviecher. Das Standardmodell etwa erinnert mit seiner Frisur an Luke Skywalker. Es hat ein Lichtschwert in der Hand, das der Spieler kurz vor dem Einschlag durch Antippen des Bildschirms aktivieren kann, und das dann zusätzlichen Schaden anrichtet. Eine andere Figur ist ein Jedi, der beim Antippen des Displays eine Welle blaue Macht-Energie in Richtung des Fingers ausstrahlt, die ebenfalls Zerstörung anrichtet - und das auch durch dünne Wände oder Felsen hindurch. Auch den Mighty Eagle haben die Entwickler ans Szenario angepasst. Statt eines Adlers saust der Millennium Falcon heran und haut den Spieler aus vermeintlich unlösbaren Positionen heraus.

Nett: Beim Ausführen von Spezialkräften wie dem Jedi-Macht-Strahl verlangsamt das Programm den Ablauf, was dezent an die Zeitlupeneffekte in typischen Post-Matrix-Actionfilmen erinnert. Auch sonst können sich die neuen sauren Vögel mit ihrem dreistufigen Parallax-Scrolling und den erneut gelungenen Physikeffekten wieder sehen lassen.

Sonderfall Android-Version

Die Android-Version von Angry Birds Star Wars macht übrigens die gleichen Probleme wie die aktuellen Fassungen von Space und Seasons: Werden die drei werbefinanzierten Spiele ohne eingeschaltetes Internet gespielt, beenden sie sich ohne Rückmeldung. Grund ist, dass die Spiele mit aktiviertem Internet laufen müssen, damit die Werbung innerhalb des Spiels geladen werden kann. In Tests von Golem.de genügte es, die Titel jeweils einmal pro Tag mit Internet zu starten und einmal den Pausebildschirm zu aktivieren, damit die Werbung geladen wird. Bei Angry Birds Star Wars kann es aber notwendig sein, mehrfach am Tag das Internet zu aktivieren. Auf diese Einschränkung gibt es von Rovio Entertainment keinen Hinweis. Für Spieler entsteht der Eindruck, das Spiel würde abstürzen und sei fehlerhaft. Im Fall von Angry Birds Seasons beendet sich die App sogar, bevor man einen Level starten kann.

Smartphone-Nutzer und Besitzer von UMTS-Tablets mögen davon genervt sein, können die drei werbefinanzierten Fassungen von Angry Birds aber notfalls auch unterwegs zum Laufen bekommen. Anders sieht es bei Nur-WLAN-Tablets aus: Wenn die Anwender nicht daran denken, das Spiel vorher am Tag mit aktiviertem Internet zu spielen, können sie es erst weiterdaddeln, nachdem sie per WLAN im Internet waren.

Bei Space und Star Wars lässt sich die Werbeeinblendung unter anderem per In-App-Kauf deaktiveren. Bei Angry Birds Seasons fehlt diese Option. Wer also mit einem Nur-WLAN-Tablet etwa auf Reisen Season spielen will und nicht jeden Tag WLAN-Zugang hat, muss sich mit einem Trick behelfen: Wird bei aktiviertem WLAN das Datum einen Tag vorgestellt und dann ins Spiel gewechselt, kann man auch ohne aktiviertes Internet einen weiteren Tag spielen. Wer also etwa zwei Wochen unterwegs ist, muss diese Prozedur 14-mal durchführen, um das Spiel während der Reise auch ganz ohne Internet verwenden zu können. Das scheint bei Angry Birds Star Wars aber nicht mehr zu funktionieren.

Verfügbarkeit und Preise

Angry Birds Star Wars ist für eine ganze Reihe von Plattformen verfügbar. Auf iOS kostet es 0,99 Euro für das iPhone (ab 3GS) und 2,69 Euro für alle Varianten des iPads; eine direkt im Spiel erhältliche Erweiterung mit dem Namen "Path of the Jedi" kostet bei beiden Gerätearten 1,79 Euro. Auf Windows Phone 8 werden 0,99 Euro fällig; für Windows Phone 7 wird das Programm nicht erscheinen.

Neben der kostenlosen werbefinanzierten Android-Standardversion gibt es über Google Play für 2,69 Euro auch eine HD-Variante. Als In-App-Kauf kann die Werbung in der Nicht-HD-Version für 0,99 US-Dollar deaktiviert werden, Path of Jedi kostet 1,99 US-Dollar. Außerdem ist das Spiel für weitere Plattformen wie Windows 8, Mac OS und das Kindle Fire HD erhältlich. Rovio hat auch eine spezielle Webseite mit Downloadlinks veröffentlicht, die derzeit allerdings überlastet zu sein scheint.

Fazit

Allein schon wegen der tollen neuen Version der Sternenkrieger-Titelmusik lohnt sich der Kauf von Angry Birds Star Wars für überzeugte Fans. Aber auch das Spiel macht deutlich mehr Spaß als Smalltalk mit C3PO: Die Han-Solo-Vögel und Jedi-Flatterviecher mit ihren Lichtschwertern und Schub-Zaubern schaffen interessante neue Knobel- und Geschicklichkeitsaufgaben und sehen lustig aus. Der Schwierigkeitsgrad ist fair, und auch der Umfang stimmt.

In Sachen Geschäftspolitik driftet das Entwicklerstudio Rovio derzeit aber in Richtung der dunklen Seite der Macht. Eine Erweiterung, die - zumindest auf dem iPhone - deutlich mehr kostet als das Hauptprogramm, ist genauso ärgerlich wie die Gängeleien auf Android, was Onlinezugang und Werbung betrifft. Langfristig dürfte das viele Spieler auf die Seite der Rebellion treiben.

Nachtrag vom 9. November 2012

Rovio will Angry Birds Star Wars ebenfalls für Smartphones mit Windows Phone 7 veröffentlichen. Es wird aber noch einige Wochen dauern, bis es das Spiel für diese Geräte gibt.  (ps)


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