Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/raumfahrt-curiosity-findet-kaum-methan-in-der-marsatmosphaere-1211-95501.html    Veröffentlicht: 03.11.2012 14:17

Raumfahrt

Curiosity findet kaum Methan in der Marsatmosphäre

Die Atmosphäre am Standort des Marsrovers Curiosity enthält wenig bis kein Methan. Dessen Vorkommen kann ein Indiz für Leben sein. Dafür hat Curiosity erstaunliche Erkenntnisse über den Marsboden gesammelt.

Gab es Leben auf dem Mars? Das ist eine der Fragen, die der Marsrover Curiosity beantworten soll. Seine letzten Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass der Planet seit jeher unbewohnt war.

Curiosity hat mit dem Tunable Laser Spectrometer (TLS) die Marsatmosphäre untersucht. Dabei stellte der Rover als Obergrenze eine Konzentration von nur wenigen Anteilen Methan pro Milliarden Anteilen Atmosphäre fest. Der Anteil könnte aber auch bei null liegen, erklärt die US-Weltraumbehörde Nasa.

Diese Messungen seien die genauesten, die bisher auf der Suche nach Methan auf dem Mars gemacht wurden. Methan in der Atmosphäre kann ein Hinweis auf Leben sein. Auf der Erde kann die Kohlenwasserstoffverbindung aber auch durch nichtbiologische Prozesse entstehen. 2003 hatten Wissenschaftler mit Teleskopen von der Erde aus Methan in größerer Konzentration auf dem Mars ausgemacht.

Wenig bis kein Methan

Methan sei im Gale-Krater, dem Standort von Curiosity, falls überhaupt, nicht in großen Mengen vorhanden, kommentierte Chris Webster, der beim Jet Propulsion Laboratory der Nasa für das TLS-Instrument zuständig ist. Er glaubt aber, die Marsatmosphäre könnte noch Überraschungen bereithalten.

Curiosity hat die Marsatmosphäre außer mit TLS auch noch mit einem Massenspektrometer untersucht. Letzterer analysiert alle Gase in der Atmosphäre, TLS dient speziell der Suche nach Methan und Kohlendioxid. Beide Instrumente gehören zum Sample Analysis at Mars (SAM), dem schwersten und leistungsfähigsten Instrument des Rovers.

Rocknest ist wie Hawaii

Curiosity hatte dieser Tage auch die Beschaffenheit des Bodens untersucht. Dabei kam heraus, dass der Sand an Curiositys aktuellem Standort, der die Bezeichnung Rocknest trägt, dem Sand auf der Inselgruppe Hawaii ähnelt, der vulkanischen Ursprungs ist.

Bei der Vorbereitung der Bodenproben gab es eine Schrecksekunde: Die Nasa-Wissenschaftler hatten auf einem der Fotos, die Curiosity vom Marsboden aufgenommen hatte, ein winziges glänzendes Objekt entdeckt, das nicht marsianischen Ursprungs war. Sie befürchteten, es könnte sich um ein Teil des Rovers handeln. Das Kunststoffteilchen erwies sich dann aber als harmlos. Es stammt wahrscheinlich von dem Transportsystem, das Curiosity auf den Mars brachte.  (wp)


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