Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/surface-rt-im-test-tablet-mit-ecken-und-kanten-1210-95428.html    Veröffentlicht: 31.10.2012 18:47

Surface RT im Test

Tablet mit Ecken und Kanten

Microsoft hat mit dem Surface erstmals selbst einen PC auf den Markt gebracht. Mit dem Tablet will Microsoft zeigen, wozu Windows RT imstande ist. Herausgekommen ist ein gutes Tablet mit praktischen Ideen, das aber so seine Probleme hat. Andere sind besser.

Surface ist Microsofts erster eigener PC, zumindest bezeichnet Microsoft das Tablet so. Es hat einen ARM-Prozessor und läuft mit Windows RT. Offiziell ist es seit dem Start von Windows 8 und Windows RT am vergangenen Freitag, dem 26. Oktober 2012 auf dem Markt, doch Microsoft kämpft mit Lieferproblemen und hat hierzulande die Auslieferung verschoben. Statt des Tablets erhielten die Vorbesteller zunächst per E-Mail eine Entschuldigung und einen Gutschein über 50 Euro für Einkäufe im Microsoft Store. Nur dort ist Microsofts Tablet im Übrigen derzeit bestellbar. Die ersten Vorbesteller haben auch in Deutschland mittlerweile ihre Geräte erhalten.

Aktuell ist Surface nur mit Nvidias ARM-SoC Tegra 3 verfügbar. Eine Version mit Intels Core-i5-Prozessor soll erst Anfang 2013 folgen. Entsprechend kommt auf dem uns vorliegenden Testgerät Windows RT zum Einsatz, das wir uns bereits auf dem Vivo Tab RT von Asus angeschaut haben. Zwar stecken sowohl in dem RT-Tablet von Asus als auch in Microsofts Surface RT ein Tegra 3 mit 1,3 GHz sowie ein 10-Zoll-Display mit einer 16:9-Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln und 5 Touchpunkten, dennoch unterscheiden sich die beiden Geräte deutlich, beispielsweise beim Gewicht: Das Surface ist mit 683 Gramm deutlich schwerer als das Vivo Tab RT mit 532 Gramm. Und obwohl das Surface nicht viel mehr wiegt als ein iPad 3 (662 Gramm), fühlt es sich aufgrund seiner langgestreckten Form deutlich schwerer an. Das Display in Microsofts Tablet ist minimal größer als das im Vivo Tab RT.

Der äußere Eindruck

Microsofts Surface macht einen hochwertigen Eindruck. Das Design ist schlicht und setzt auf klare Linien und Kanten. Das passt zu Microsofts neuer Designsprache, die auch Windows 8 und Windows RT sowie andere neue Microsoft-Produkte prägt. Schlicht ist auch der Lieferumfang: Neben dem Tablet liegen lediglich ein Ladegerät und eine Kurzanleitung im Karton. Das Ladegerät nutzt allerdings keinen USB-Stecker, wie das bei den meisten anderen Herstellern mittlerweile der Fall ist. Das Kabel mit dem proprietären Ladestecker für das Surface lässt sich nicht vom Netzteil trennen.

Touch und Type Cover

Die von Microsoft entwickelte passende Tastatur, die auch als Abdeckung für das Tablet dient, muss extra bestellt werden. Der Kunde hat hier die Wahl zwischen dem Touch Cover mit berührungsempfindlicher Oberfläche und dem Type Cover mit echten Tasten.

Die Cover werden einfach an das Tablet angeklippt und durch einen Magneten gehalten. Das funktioniert gut und das Cover rutscht meist mit einem satten Schnappgeräusch von allein in die richtige Position. Selten verkantet es sich dabei und bedarf ein klein wenig Nachhilfe. Die Magnete sind stark genug, um auch das Gewicht des Tablets zu halten, so dass es direkt an der Tastatur hochgenommen werden kann. Im Vergleich zum iPad 3 setzt Microsoft auf stärkere Magnete, der Mechanismus ist aber etwas hakeliger.

Das Touch Cover wurde fast von jedem in der Redaktion eher skeptisch beäugt, es tippt sich darauf aber in etwa wie auf einer Bildschirmtastatur. Lediglich die linke Shift-Taste ist ziemlich klein, so dass der Nutzer oft die danebenliegende Taste trifft. Ärgerlicher ist hingegen, dass wiederholt eine der gar nicht vorhandenen Tasten klemmte oder die Tastatur komplett ihren Dienst einstellte, was sich nur lösen ließ, indem das Touch Cover vom Tablet getrennt und wieder angeklippt wurde.

Auch das in das Touch Cover integrierte Touchpad funktioniert nicht ganz so, wie es sollte: Das Scrollen mit der Zweifingergeste klappt nur zuverlässig, wenn der Nutzer regelrecht über die Oberfläche kratzt. Wie lange die Oberfläche das mitmacht, ist bisher schwer einzuschätzen. Sanfte Streichbewegungen führen jedenfalls nicht immer zu präzisem Scrollen, so dass wir immer wieder lieber auf dem Touchscreen navigiert haben. Dabei passiert es aber durchaus, dass das Touchpad mit dem Unterarm berührt wird. Da bei der Touchbedienung am Display das Touchpad nicht deaktiviert wird, kommt es so ab und an zu ungewollten Eingaben. Drag-and-Drop mit dem in das Touch Cover integrierten Touchpad erwies sich als hakelig.

Deutlich praktischer finden wir das Type Cover mit seinen mechanischen Tasten. Diese sind zwar flach, aber es tippt sich auf der Tastatur erstaunlich gut. Größtes Manko auch hier ist die zu kleine linke Shift-Taste, was bei uns zu ständigen Vertippern führte.

Werden die Tastaturhüllen geschlossen, geht das Tablet von allein aus und beim Öffnen wieder an. Dabei gibt es allerdings eine Verzögerung von 1 bis 2 Sekunden. Klappt man die Tastaturen um, so dass sie auf der Rückseite des Tablets liegen, werden sie praktischerweise deaktiviert.

Tablet mit integriertem Ständer

Direkt in das Tablet integriert ist ein Ständer aus Metall, der ausgeklappt werden kann. Auch er wird am unteren Ende mit einem Magneten am Gehäuse gehalten, so dass er sich nicht ungewollt öffnet. Mit leichtem Druck federt er gut hörbar in die offene Position. Leider lässt sich der Ständer nur in dieser einen Position verwenden, die Neigung des aufgestellten Tablets lässt sich nicht verändern.

Microsoft hat den Winkel aber so gewählt, dass sich damit auf einem Tisch gut arbeiten lässt. Selbst auf dem Schoß ist die Konstruktion mit Ständer und Touch Cover noch brauchbar. Die zum Teil harsche Kritik der ersten US-Tests können wir so nicht nachvollziehen. Etwas wackelig ist das Ganze aber schon.

Der Ständer selbst hat eine recht scharfe Kante. Schneiden kann man sich daran zwar nicht, auf manch empfindlicher Oberfläche könnte das Metall aber durchaus Kratzer hinterlassen.

Ordentliches Display

Das IPS-Display-Panel im Surface verfügt zwar nur über eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln, was im Vergleich zum iPad 3 mit einer Auflösung von 2.048 x 1.536 oder dem Anfang der Woche angekündigten 10-Zoll-Tablet Nexus 10 von LG und Google mit sogar 2.560 x 1.600 Pixeln bescheiden wirkt. Microsoft setzt auf seine Softwaretechnik Cleartype, die die Lesbarkeit von Schriften verbessern soll. So macht das Surface-Display einen guten Eindruck, kann mit deutlich höher aufgelösten Displays wie dem im iPad aber nicht mithalten.

Dabei ist das Display hell genug, um die meisten Spiegelungen zu überstrahlen.

Proprietäre Anschlüsse

Im Gehäuse von Microsofts Tablet finden sich nur wenige Anschlüsse. An der unteren Seite gibt es einen X-poligen proprietären Anschluss für Zubehör, an dem die Tastatur-Cover andocken, an der rechten Seite befindet sich ein fünfpoliger proprietärer Stromanschluss. Der Stecker wird wie bei den Magsafe-Anschlüssen in Apples Macbooks per Magnet gehalten. Microsofts Konstruktion ist aber deutlich fummeliger zu nutzen als die von Apple. Zwar ist es uns wiederholt gelungen, den Stecker am Kabel so in die Nähe der Buchse zu halten, dass er von allein in die richtige Position rutschte, fasst man aber den Stecker an, verkantet er oft und muss daher recht präzise in die Buchse gesteckt werden. Da das Surface-Gehäuse nach hinten abgeschrägt ist, gestaltet sich das unnötig kompliziert. Es funktioniert zwar, nur eben nicht ganz so elegant wie bei Apple.

USB, Micro-HDMI und MicroSD

Ebenfalls rechts befindet sich ein normal großer USB-2.0-Port. Das ist zwar praktisch, ein zweiter USB-Port sowie Unterstützung von USB 3.0 wäre aber noch praktischer gewesen. Denn so erreicht das Surface bei der Datenübertragung via USB nur 20 MByte/s lesend und 16 MByte/s schreibend. Per USB aufladen lässt sich das Tablet nicht.

Zudem gibt es einen Micro-HDMI-Ausgang, mit dem sich das Surface-Tablet an ein externes Display anschließen lässt. Etwas versteckt und ebenfalls auf der rechten Seite gibt es einen Steckplatz für MicroSDXC-Karten. Das Einstecken und Herausnehmen von Speicherkarten ist etwas mühsam, das gilt insbesondere, wenn zugleich der Stromanschluss des Tablets belegt ist. Die erreichten Datenraten beim Lesen und Schreiben auf MicroSD-Karten liegen bei 20 respektive 16 MByte/s.

Die Leistungswerte für USB und MicroSD entsprechen denen, die wir am Vivo Tab RT von Asus gemessen haben.

Darüber hinaus gibt es links noch einen Kopfhöreranschluss (3,5 mm Klinke) und einen Lautstärkeregler. An der oberen Kante ist der Ein- und Ausschalter zu finden, auf den das Tablet sehr flott und ohne Verzögerung reagiert, anders als ein iPad.

Dual-Band-WLAN, aber kein UMTS

WLAN unterstützt Surface nach 802.11a/b/g/n, funkt also im Bereich von 2,4 und 5 GHz. Dabei unterstützt der integrierte WLAN-Chip Datentransferraten von bis zu 270 MBit/s im 5-GHz-Netz, in unserer Büroumgebung machte sich der schnelle Chip aber kaum bemerkbar: Wir erreichten damit in der Praxis bei einem kurzen Test nur knapp über 5 MByte/s auf kurzer Distanz, beim Asus waren es 4 MBit/s.

Ein Surface-Modell mit integriertem WWAN-Modem für UMTS oder LTE bietet Microsoft derzeit nicht an.

Kameras, Lautsprecher und Mikrofone

Das Surface verfügt über zwei Kameras, eine vorn und eine hinten, die bei Videos eine Auflösung von 720p erreichen. Beide ermöglichen auch in dunkleren Umgebungen noch Aufnahmen, die allerdings starkes Rauschen und leuchtende Pixel aufweisen.

Auf beiden Seiten befindet sich ein Lautsprecher, so dass das Surface Stereoton ausgeben kann. Ein iPad 3 klingt mit seinem Mono-Lautsprecher deutlich besser und ist lauter. Im Vergleich zum Vivo Tab RT ist das Surface zwar lauter, klingt aber weniger voll, obwohl das Gehäuse deutlich größer ist und somit mehr Platz für Lautsprecher bieten sollte.

Das Surface verfügt über zwei Mikrofone.

Knapper Speicherplatz

Bei einem Surface-Modell mit nur 32 GByte Flash-Speicher bleiben leider nur 14 GByte für den Nutzer übrig. Ein Teil der GByte geht durch die 1.024er Umrechnung verloren und 4 GByte braucht allein schon die Wiederherstellungspartition. Auf Laufwerk C sind zudem rund 14 GByte durch das System belegt, und zwei weitere Partitionen machen noch einmal 400 MByte unbenutzbar. Es wird aber auch ein Modell mit 64 GByte angeboten.

Wie schon in unserem Test des Vivo Tab RT von Asus geschildert, ist es vor diesem Hintergrund wenig sinnvoll, ein Windows-RT-Tablet mit nur 32 GByte Speicherplatz zu kaufen. 64 GByte sollten es mindestens sein, wenn der Anwender ein paar Videos und Musik mitnehmen will.

Surface nach dem ersten Einschalten

Nach dem ersten Einschalten müssen auch auf das Surface einige Updates heruntergeladen werden, neben dem vor dem Verkaufsstart bereits veröffentlichten kleinen Servicepack neue Malware-Signaturen, das Camera-Codec-Pack und ein Update auf die finale Version von Office 2013 Home & Student. Insgesamt mussten wir rund 600 MByte herunterladen, beim Asus-Tablet mit Windows RT waren es sogar 900 MByte.

Auf den ersten Blick schnell, auf den zweiten aber mit Rucklern

Windows RT wirkt auf dem Surface zunächst schnell. Der neue Homescreen mit seinen Kacheln lässt sich flüssig durchblättern und das Gerät reagiert zügig auf Eingaben, so wie man es von einem Tablet erwartet. Das Starten der Apps ist allerdings recht langsam im Vergleich zu anderen Plattformen. Das Spiel Jetpack Joyride benötigt beispielsweise 24 Sekunden zum Starten und dann noch einmal 4 Sekunden für die Anmeldung bei Xbox Live. Auf dem iPad 3 startet das Spiel in weniger als 9 Sekunden.

Aber nicht alle Apps brauchen so lange: Microsofts Karten-App, die Windows-Store-App und auch der Internet Explorer starten in weniger als 5 Sekunden.

Auf den zweiten Blick zeigen sich leider einige Defizite: Nach dem Start der einen oder anderen App - darunter das Spiel Pinball FX2, das Microsoft selbst verteilt, und Microsoft Office 2013 - ruckelt der Homescreen beim Durchscrollen merklich. Das ändert sich erst, wenn die jeweilige App vom Betriebssystem eingefroren wurde, was einige Sekunden dauert, denn Windows gewährt Apps diese Zeit, um Arbeiten abzuschließen. Sind die Apps eingefroren, kann wieder flüssig durch den Homescreen gescrollt werden, wobei sich das Verhalten nicht bei allen Apps zeigt. Das Verhalten konnten wir auch auf Samsungs Ativ Smart PC mit Intels Atom Z2760 beobachten, es ist also keine Eigenheit von Windows RT.

Während einige Apps recht flüssig laufen, reagieren andere ungewöhnlich langsam. Das gilt beispielsweise für die Mail-App, die wir mit drei eingerichteten E-Mail-Konten ausprobiert haben. Beim Versuch, eine E-Mail zu löschen, reagierte das System recht träge, so dass der Nutzer verleitet wird, ein zweites Mal zu tippen. Das hat dann aber zur Folge, dass gleich zwei E-Mails gelöscht werden.

Ruckelnde Spiele

Auch einige von uns ausprobierte Spiele laufen auf dem Surface RT nicht so flüssig, wie wir das von anderen Tablets mit iOS oder Android gewohnt sind. Wir haben unter anderem Jetpack Joyride, Cut the Rope und Pinball FX2 ausprobiert, die im Windows Store verfügbar sind. Vor allem Jetpack Joyride ruckelt spürbar, insbesondere bei Eingaben über den Touchscreen, was das Spielen erschwerte. Steuert man das Spiel aber über eine der Tastaturhüllen, läuft es ein wenig flotter und hat vor allem keine Aussetzer bei Nutzereingaben. Auch bei Cut the Rope und Pinball FX2 sind kleine Ruckler wahrzunehmen. Alle drei Spiele wirken auf einem iPad oder Android-Tablet deutlich flüssiger und das Spielerlebnis ist dadurch besser.

Nun handelt es sich bei Windows RT und Windows 8 um eine komplett neue Plattform. Es ist schwer zu sagen, ob die Defizite auf das System oder die eigentlichen Apps zurückgehen. Es ist durchaus möglich, dass die Apps mit der Zeit besser werden, da Entwickler mit der neuen Windows Runtime erst einmal Erfahrungen sammeln müssen. Das gilt insbesondere für Geräte mit Windows RT, die vor dem 26. Oktober 2012 kaum einer in die Hände bekommen hat. Dagegen spricht, dass selbst das von Microsoft vertriebene, wenn auch nicht selbst entwickelte Pinball FX2 nicht so flüssig läuft wie auf einem iPad.

Flüssige Videowiedergabe

Videos spielt das Surface RT auch in voller HD-Auflösung flüssig ab. Heruntergeladene Dateien werden in der mitgelieferten Video-App geöffnet und angespielt. Sie können dort anschließend auch wieder aufgerufen werden. Microsoft bietet in der App über Xbox Video auch Filme zum Leihen und Kaufen sowie und Fernsehserien zum Kaufen an.

Akkulaufzeit und Fazit

Wir haben das Surface-Tablet vor unserem Test komplett aufgeladen und dabei mit mittlerer Displayhelligkeit betrieben. Nach rund 4 Stunden bei intensiver Nutzung im WLAN mit 5 GHz zeigte es noch 50 Prozent Akkukapazität. Das Display war dabei die meiste Zeit eingeschaltet. Nach 9 Stunden und 12 Minuten war der Akku leer.

Die Akkuanzeige im neuen Microsoft Design Style alias Metro ist dabei wenig hilfreich. Dem Piktogramm, das bei der Anzeige der Charms im linken unteren Bereich des Displays auftaucht, lässt sich der Füllstand des Akkus nur recht grob entnehmen. Details sind darüber nicht abrufbar. Diese gibt es nur per Umweg über den Desktop mit einem Klick auf das entsprechende Tray-Icon.

Nur im Microsoft Store

Microsofts Tablet Surface ist derzeit nur online über den Microsoft Store erhältlich. Mit nur 32 GByte Speicher und ohne Tastaturhülle kostet es 479 Euro. Für das Gerät mit Touch Cover verlangt Microsoft 579 Euro und mit Hülle und 64 GByte Speicher 679 Euro. Für das Type Cover verlangt Microsoft nochmals 129 Euro.

Wer vor der Bestellung ein Surface ausprobieren will, kann das derzeit in mehreren sogenannten Surface Experience Centern in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Stuttgart, Essen, Leipzig und Dresden.

Fazit

Microsoft hat mit Surface ein ordentliches Tablet gebaut, das einen wirklich hochwertigen Eindruck macht. Der integrierte Ständer ist praktisch und anders als beim iPad bekommt der Nutzer einen integrierten USB-Port und einen Steckplatz für MicroSD-Karten.

Insgesamt wirkt das Surface aber noch nicht rund. Das liegt vor allem an der Software. Spiele ruckeln, obwohl die Display-Auflösung im Vergleich zu anderen Tablets nicht besonders hoch ist. Da ermöglichen Tablets mit iOS oder Android ein besseres Spieleerlebnis. Dass selbst der Homescreen nur ruckelig gescrollt werden kann, wenn zuvor die falsche App geöffnet wurde, sollte das System nicht zulassen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass es sich um eine komplett neue Plattform mit neuem API handelt, auf der bislang kaum ein Entwickler seine Apps testen konnte. Es ist daher gut möglich, dass die Apps in der nächsten Zeit besser werden und die genannten Probleme verschwinden.

Vor allem das Type Cover ist praktisch. Darauf lassen sich auch längere Texte tippen, nur die zu kleine linke Shift-Taste finden wir ärgerlich. Das Touch Cover ähnelt eher einer Bildschirmtastatur und kann eine echte Tastatur nicht ersetzen.

Im Vergleich zum Vivo Tab RT von Asus, das ebenfalls mit Windows RT läuft, wirkt das Surface RT schwer und klobig. Das gilt auch im direkten Vergleich mit einem iPad 3, das allerdings nur rund 30 Gramm weniger wiegt. An der Akkulaufzeit gibt es nichts auszusetzen, allerdings schnitt auch das deutlich leichtere Vivo Tab RT bei uns nicht viel schlechter ab.

Wenn es ein Tablet mit Windows RT sein soll, gefällt uns unter dem Strich das Vivo Tab RT von Asus besser, es ist aber mit 699 Euro für ein Gerät mit 64 GByte und UMTS, aber ohne Tastatur auch etwas teurer.  (ji)


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