Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/news/tinyduino-und-tinylily-zwei-starke-arduino-kompatible-zwerge-1210-95125.html    Veröffentlicht: 16.10.2012 18:39

Tinyduino und Tinylily

Zwei starke Arduino-kompatible Zwerge

Klein, schnell und Arduino-kompatibel: Mit den winzigen Mikrocontroller-Platinen Tinyduino und Tinylily sollen besonders kompakte Elektronikprojekte leichter umgesetzt werden können, ohne dabei Abstriche machen oder auf Funktionen verzichten zu müssen.

Ken Burns von Tinycircuits will es mit Tinyduino und Tinylily nicht nur privaten Bastlern, sondern auch Unternehmen ermöglichen, auf Basis der offenen Arduino-Plattform Elektronikprojekte mit besonders kompaktem Abmaß zu realisieren.

Zwar gibt es Burns zufolge schon kleine Platinen mit Arduino-kompatiblen Mikrocontrollern, doch dabei müssten zu viele Abstriche gemacht werden - bei der Rechenleistung wie bei den zur Verfügung stehenden Formaten, Schnittstellen oder Funktionen. Tinyduino und Tinylily sollen das ändern.

Rund oder eckig

Tinyduino gibt es wahlweise auf einer runden (20 mm Durchmesser) und einer quadratischen Platine (20 x 20 mm). Beide sind mit Batteriehalterung 6,58 mm hoch, ohne sind es 2,9 mm. Der Mikrocontroller ist der gleiche wie auf dem Arduino Uno: ein Atmel Atmega328P mit 32 KByte Flashspeicher, 2 KByte RAM, 1KB EEPROM und standardmäßiger Taktung von 8 MHz. Von den 32 KByte stehen 31,5 KByte für eigene Programme zur Verfügung, 0,5 KByte benötigt der Arduino-Bootloader.

Reichen die digitalen und analogen Schnittstellen für externe Sensoren nicht aus, lassen sich über stapelbare Zusatzplatinen (Shields) etwa USB, Ethernet, Bluetooth Low Energy, Beschleunigungssensor und GPS nachrüsten. Weitere Shields sind in Vorbereitung. Der Abstand zwischen den gestapelten Platinen beträgt nur 3 mm, so dass sich auf geringer Fläche viel unterbringen lässt.

Noch kleiner

Wenn es noch kleiner sein soll und auf zusätzliche Schnittstellen verzichtet werden kann, dann hilft der Miniprozessor Tinylily. Dessen runde Platine hat einen Durchmesser von 14 mm und ist maximal 2,8 mm hoch. Der Mikrocontroller ist der gleiche wie beim Tinyduino, der sich für besonders geringen Stromverbrauch auch untertakten lässt. Aufgrund des geringen Platzes gibt es nur 8 I/Os.

Inspiriert wurde Tinylily durch das Lilypad Arduino, das für E-Textilien entwickelt wurde. Entsprechend lässt sich auch Tinylily in Kleidung integrieren und soll Waschgänge überstehen. Als Optionen gibt es einen USB-Adapter, einen Batterie-Adapter, LED-Platinen und einen waschbaren winzigen Schalter.

Auf Kickstarter findet Tinycircuits mit seinen zwergenhaften Mikrocontroller-Platinen Anklang: In dieser Nacht wird das Projekt erfolgreich finanziert sein - statt der angepeilten 10.000 US-Dollar Anschubfinanzierung für die Massenproduktion der fertig designten Platinen sind bereits fast 100.000 US-Dollar zugesagt worden. In der Nacht vom 16. zum 17. Oktober 2012 wird das Projekt dann seine Kickstarter-Finanzierung abgeschlossen haben. Eine Vorbestellung ist bisher nur über Kickstarter möglich, später soll dann die reguläre Bestellung über die Tinycircuits-Homepage folgen - zu den Stückpreisen für die Minicomputer heißt es derzeit jeweils: ab 19,95 US-Dollar. Ausgeliefert werden sollen die Zwerge ab November 2012.  (ck)


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