Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/1201/89380.html    Veröffentlicht: 27.01.2012 17:16

Deutsche Post

"Wir bieten 37 Millionen Adressen für Werbezwecke"

Eine Tochter der Deutschen Post verkauft die Adressen der Postkunden. Zur Adresspflege werden die Anschriftenprüfung der Post, Umzugsmeldungen und Informationen vom Bundesverband Deutscher Bestatter genutzt.

Verbraucher sollten Deutsche Post Direkt auffordern, die Nutzung ihrer Daten zu Werbezwecken einzustellen. Das empfiehlt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, die dafür ein Musterschreiben bereitgestellt hat. Betroffene können erfragen, welche Daten über sie vorliegen und woher die Deutsche-Post-Tochter die Angaben hat.

In einem Werbeflyer wirbt Deutsche Post Direkt seit längerer Zeit: "Als Full-Service-Anbieter können wir Ihnen genau die Adressen liefern, die Ihre Anforderungen erfüllen: Wir verfügen über eine Vermietdatenbank mit circa 37 Millionen Consumer-Adressen, decken mit rund 5 Millionen Business-Adressen nahezu den gesamten Markt ab, bieten Lifestyle- und Listbroking-Adressen sowie internationale und elektronische Potenziale. "

"Weitgehende Art des Adressenhandels äußerst problematisch"

Zur Adresspflege werde auch die Anschriftenprüfung der Deutschen Post genutzt, wodurch die Daten fortlaufend auf den neuesten Stand gebracht würden. "Hierbei prüfen und bestätigen die Zusteller kontinuierlich, ob Adressen richtig geschrieben und zustellbar sind. Die Korrekturen fließen direkt in die Postreferenz-Datei ein." Zudem würden täglich tausende Umzugsmeldungen und Sterbefälle vom Bundesverband Deutscher Bestatter berücksichtigt. "Kurz: Wir haben für Sie immer die richtige Adresse", so Deutsche Post Direkt.

Boris Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sagte: "Gerade in Zeiten der Flut ungewollter Werbung und untergeschobener Verträge halten wir eine weitgehende Art des Adressenhandels für äußerst problematisch."  (asa)


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