Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/1111/88124.html    Veröffentlicht: 30.11.2011 18:17

Mobile Computing

US-Unternehmen arbeiten an Jugendschutzsystem

Microsoft, T-Mobile USA, AT&T und andere Firmen arbeiten an einem Jugendschutzsystem für digital vertriebene Spiele und andere Anwendungen auf mobilen Endgeräten. Dabei kooperieren sie mit dem Entertainment Software Rating Board, dem Gegenstück der USK.

Der nordamerikanischen IT- und Gamesbranche wird immer wieder nachgesagt, dass sie die Sache mit dem Jugendschutz nicht ganz so ernst nimmt wie die entsprechenden Stellen in Deutschland. Jetzt haben sich sechs Unternehmen im Rahmen des Verbands CTIA - The Wireless Association zusammengefunden, um ein Altersfreigabesystem auf mobilen Endgeräten zu etablieren. Dabei geht es um Downloadshops, wie sie beispielsweise auf Smartphones und Tablets etabliert sind. Mit dabei sind AT&T, Microsoft, Sprint, T-Mobile USA, U.S. Cellular und Verizon Wireless. Weitere Unternehmen wollen sich der Initiative später anschließen - ob auch Apple oder Google mitmachen, ist noch unklar.

Die Altersfreigaben basieren auf dem System des Entertainment Software Rating Boards, das beispielsweise mit einem großen "E" auf der Verpackung eines Spiels darauf hinweist, dass es mehr oder weniger für "Everyone" geeignet ist.

Um eine Altersfreigabe zu erhalten, müssen sich Entwicklerstudios beim Shop des jeweiligen Anbieters anmelden und online eine Reihe von einfachen Fragen beantworten, etwa, ob Sex oder Gewalt in dem Programm vorkommen. Außerdem spielen einige datenschutzrechtliche Elemente eine Rolle - beispielsweise, ob der Standort des Nutzers oder andere persönliche Informationen übertragen werden können.

Die Systeme der sechs Anbieter ermitteln dann selbstständig eine Altersfreigabe und geben einen Code aus, mit dem der Entwickler bei den anderen Unternehmen die gleiche Einstufung freischalten kann - so soll sichergestellt werden, dass ein Programm überall die gleiche Freigabe hat. Die Firmen wollen die Angaben, die Entwickler machen, nur stichpunktartig oder nach Beschwerden von Nutzern überprüfen.

Die Unternehmen wollen mit der Altersfreigabe anfangen, sobald die jeweiligen Systeme fertig sind - ein gemeinsamer Start ist nicht geplant. Noch unklar ist, ob es lediglich für Games oder auch für andere Anwendungen vorgesehen ist.  (ps)


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