Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/1107/85053.html    Veröffentlicht: 19.07.2011 12:54

Copiepresse

Googles Suchmaschine zeigt wieder belgische Zeitungen

Googles Ausschluss von großen belgischen Tageszeitungen aus seinem Suchmaschinenindex soll beendet werden. Die Verleger hatten wegen Urheberechtsverletzungen durch Google News geklagt und gewonnen.

Google hat die belgischen Zeitungen, die in der Rechteverwertungsgesellschaft Copiepresse zusammengeschlossen sind, wieder in den Index seiner Suchmaschine aufgenommen. Die Verleger hatten dem US-Konzern zuvor zugesichert, keine Strafzahlungen wegen Urheberrechtsverletzungen mehr einzufordern. Copiepresse hatte eine entsprechende Unterlassungserklärung unterzeichnet.

Seit Freitag, dem 15. Juli 2011, bot Google keine Ergebnisse zu einigen großen deutsch- und französischsprachigen Medien aus Belgien mehr an. Betroffen waren unter anderen die französischsprachigen belgischen Tageszeitungen La Libre Belgique, Le Soir und La Capitale.

Im September 2006 hatten die Verleger Klage wegen Verletzung ihres geistigen Eigentums durch Google News über Copiepresse eingereicht. Ein Gericht verurteilte Google zur Einstellung der Veröffentlichung. Der US-Konzern legte im Mai 2011 Berufung beim Appellationsgericht in Brüssel ein und verlor den Rechtsstreit. Sollte Google dem Urteil nicht Folge leisten, drohten Strafzahlungen von 25.000 US-Dollar pro Urheberrechtsverletzung. Google-Sprecher William Echikson hatte erklärt, das Urteil beziehe sich eindeutig auch auf die Websuche, weshalb die Zeitungen aus dem Index Google News und aus dem Index der Google-Websuche genommen werden mussten.

Echikson erklärte der Nachrichtenagentur AP: "Wir freuen uns, dass Copiepresse uns zugesichert hat, dass wir ihre Websites wieder in den Google-Suchindex aufnehmen können, ohne gerichtlich angeordnete Strafen fürchten zu müssen. Wir werden dies so schnell wie möglich tun. Wir wollten ihre Websites nicht aus unserem Index nehmen, aber wir mussten die Anordnung des Berufungsgerichts respektieren, bis Copiepresse handelt." Google bleibe auch in Zukunft offen für die Zusammenarbeit mit Copiepresse-Mitgliedern.

Copiepresse habe nun erklärt, sich an Standardpraktiken zu Robots.txt und Metadaten zu halten, wenn ein Ausschluss von Inhalten von den Webcrawlern Googles gewünscht werde, sagte Google-Sprecher Simon Morrison dem Blog des Wall Street Journals All Things Digital.  (asa)


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