Original-URL des Artikels: http://www.golem.de/1010/78834.html    Veröffentlicht: 22.10.2010 12:44

Wheelmap

Wo ist Deutschland rollstuhlgerecht?

Wheelmap ist eine digitale Landkarte, die zeigt, ob öffentlich zugängliche Gebäude rollstuhlgerecht sind oder ob Stufen am Eingang oder drinnen ein unüberwindliches Hindernis darstellen.

Ist ein öffentliches Gebäude für Rollstuhlfahrer zugänglich, oder stellen Stufen draußen und drinnen unüberwindliche Hindernisse dar? Wie sind die sanitären Anlagen ausgestattet? In der Onlinekarte Wheelmap können sich Rollstuhlfahrer informieren, ob ein Ort für sie betretbar ist, oder ob sie fremde Hilfe brauchen, um hineinzukommen. Eine App für das iPhone ist in Entwicklung.

Farblich gekennzeichnet

In einer Karte, die auf OpenStreetMap beruht, sind öffentlich zugängliche Gebäude aus diversen Kategorien, darunter Freizeit- und Bildungseinrichtungen, Behörden oder der öffentliche Nahverkehr, eingezeichnet. Diese sind mit einem Pfeil gekennzeichnet. Dessen Farbe gibt Aufschluss über die Ausstattung des Gebäudes.

Das Schema ist dreistufig und folgt den Ampelfarben: Grün bedeutet Eingang und Räume sind alle stufenlos erreichbar, die Toiletten, falls vorhanden, rollstuhlgerecht ausgestattet. Ein gelbes Gebäude ist teilweise barrierefrei. Das bedeutet, am Eingang gibt es maximal eine Stufe, die nicht höher ist als etwa eine Hand breit. Innen sind die zumindest wichtigsten Räume ohne Stufen zu erreichen. In einem rot gekennzeichneten Gebäude ist auch das nicht der Fall.

Nutzerbeteiligung

Derzeit haben die meisten Gebäude noch einen grauen Pfeil, was bedeutet, sie sind noch nicht klassifiziert. Dafür sind die Nutzer zuständig: Sie beurteilen die Barrierefreiheit eines Ortes nach den genannten Kriterien und tragen das Ergebnis in die Karte ein. Außerdem können sie auch weitere Orte hinzufügen und klassifizieren. Künftig soll auch das Angebot Google Street View integriert werden: Die Fotos von Gebäuden zeigen, wie der Eingang zu einem Gebäude gestaltet ist.

Ziel von Wheelmap sei, "Cafébetreiber, Kinobesitzer, Behörden etc. zum Umdenken zu bewegen und über Barrierefreiheit in ihren Räumlichkeiten nachzudenken", erklärt Raúl Aguayo-Krauthausen, einer der Initiatoren des Angebotes. Von der Barrierefreiheit profitieren übrigens nicht nur Rollstuhlfahrer. Auch Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, oder Eltern, die einen Kinderwagen schieben, wissen Gebäude ohne Stufen zu schätzen.  (wp)


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