Zukunftsdialog: Bürgerbeteiligung im Netz mit manipulierten Ergebnissen
(Bild: Dialog-ueber-deutschland.de/Screenshot: Golem.de)

Zukunftsdialog Bürgerbeteiligung im Netz mit manipulierten Ergebnissen

Kurz vor dem Ende der Online-Abstimmung beim "Zukunftsdialog" der Bundesregierung ist klar: Die Bürgerbeteiligung war hoch, doch die Ergebnisse wurden manipuliert.

Anzeige

Im September wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Völkermord an den Armeniern auseinandersetzen müssen, mit der Legalisierung von Cannabis und mit der Abschaffung der GEZ. Denn diese Themen gehören zu den zehn meistbewerteten Vorschlägen von Bürgern auf der Seite dialog-ueber-deutschland.de.

Ziel dieses Online-"Dialogs" war es, konkrete Handlungsvorschläge aus der Bevölkerung einzuholen, denen sich die Bundesregierung dann widmen wollte. Rein quantitativ ist die Aktion ein Erfolg: Mehr als 10.000 mal mehr, mal weniger konkrete Vorschläge wurden in den vergangenen zweieinhalb Monaten eingereicht. Sie alle, verspricht eine Regierungssprecherin, "werden ausgewertet und auf politische Umsetzbarkeit geprüft - nicht nur diejenigen, die besonders viele Stimmen erhalten haben."

Die Einsender der zehn Vorschläge mit den meisten Bewertungen sollen im Herbst ins Kanzleramt eingeladen werden. Hier können sie mit der Kanzlerin über ihre Ideen reden. Ebenfalls eingeladen werden die Verfasser der zehn Vorschläge, die nach einer fachlichen Prüfung als besonders erfolgversprechend gelten.

Am Sonntag um 24 Uhr endet die Online-Abstimmung, die Gewinnerthemen, jedenfalls die mit den meisten Bewertungen, sind bereits absehbar.

Nun stellen sich einige Fragen: Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse der Abstimmung wirklich? Und entsprechen sie auch qualitativ dem, was sich die Initiatoren des Online-Dialogs vorgestellt hatten?

Zur Aussagekraft der Zahlen - knapp 150.000 Stimmen für das Thema Armenien, rund 88.000 für die Abschaffung der GEZ - muss man wissen, dass die Abstimmung seit den ersten Stunden manipuliert wurde.

Die Redaktion im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung wollte die Mitmach-Hürde bewusst niedrig halten, um möglichst viele Teilnehmer anzulocken. Doch schnell sprach sich herum, dass man nur den Cookie der Website löschen musste, um beliebig oft über denselben Vorschlag abzustimmen. Kleine Programme können so etwas automatisiert und tausendfach erledigen.

Drei Tage später reagierten die Verantwortlichen und führten ein Captcha-System ein: Wer abstimmen wollte, konnte das weiterhin anonym tun, musste aber zwei in verzerrter Schrift dargestellte Wörter erkennen und eintippen. Doch auch das half nicht. Skripte zur Umgehung der Captchas kursierten bald im Netz. Zum Teil wurde die Manipulation als kostenpflichtige "Dienstleitung" angeboten - die Abstimmungsergebnisse wurden käuflich.

Ergebnis auf null zurückgesetzt 

WalterKeim 04. Jul 2012

Mein Vorschlag "Verwaltungstransparenz als Mittel der Bürgerbeteiligung...

Gerechtigkeitsa... 22. Apr 2012

Von diesem Bürgerdialog wird wohl wieder nur die Bertelsmann-Stiftung profitieren, die...

r3verend 17. Apr 2012

Meiner Meinung nach ist Islamkritik weder das eine noch das andere. Genauso gut könnte...

weezor 16. Apr 2012

Vielleicht etwas radikal im Schlussfolgern, aber Schlüsse an denen man mit logischem...

Jochen_0x90h 16. Apr 2012

ich hab jedenfalls dafür gestimmt ;-)

Kommentieren



Anzeige

  1. Entwickler (m/w) SharePoint, Web, SQL
    Grüner Fisher Investments GmbH, Rodenbach bei Kaiserslautern und Frankfurt
  2. Anwendungsentwickler (m/w) SAP für Bankprozesse
    Aareal Bank AG, Wiesbaden
  3. IT-Service Mitarbeiter/in für den Anwender-Support
    DATAGROUP Köln GmbH, Köln oder München
  4. Informatiker / innen
    SWR, Baden-Baden und Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Urteil

    Kim Dotcom muss Hollywood sein Vermögen offenlegen

  2. Globalfoundries übernimmt

    IBM verkauft Chipsparte mit hohem Verlust

  3. Halo The Master Chief Collection

    Kapazität einer Blu-ray überschritten

  4. Crowdsourcing

    DGB kündigt Kampf gegen "moderne Sklaverei" an

  5. Thomas Voß

    "Mir ist in zwei Jahren relevanter als Wayland"

  6. Tor Browser

    Mit Meek gegen Zensoren

  7. Spacelift

    Der Fahrstuhl zu den Sternen

  8. Leistungsschutzrecht

    Kartellamt soll auf Vorgehen gegen Google formell verzichten

  9. Pono

    Neil Youngs Highres-Player kommt auch ohne Kickstarter

  10. Virgin Galactic

    Spaceship Two fliegt wieder



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



iMac mit Retina 5K angeschaut: Eine Lupe könnte helfen
iMac mit Retina 5K angeschaut
Eine Lupe könnte helfen
  1. iFixit iMac mit Retina-Display ist schwer zu reparieren
  2. Apple iMac Retina bringt mehr als 14 Megapixel auf das Display
  3. Apple iMacs mit Retina-Displays geplant

Data Management: Wie Hauptspeicherdatenbanken arbeiten
Data Management
Wie Hauptspeicherdatenbanken arbeiten

Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  2. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen
  3. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt

    •  / 
    Zum Artikel