Abo
  • Services:
Anzeige
Comodos OCR-Algorithmus hatte einen fatalen Fehler.
Comodos OCR-Algorithmus hatte einen fatalen Fehler. (Bild: Comodo)

Comodo: Falsche Zertifikate wegen OCR-Fehler ausgegeben

Wieder ein Zertifikatsfehler, dieses Mal bei Comodo: Weil das Unternehmen nur die Inhaber der Domain im Whois prüft und einen falschen Texterkennungsalgorithmus nutzt, konnten sich Forscher ein gültiges Zertifikat für die Domain eines Mobilfunkproviders erstellen lassen.

Die Certificate Authority Comodo hat durch eine schwerwiegende Sicherheitslücke Angreifern ermöglicht, Zertifikate für Domains auszustellen, über die sie keine Kontrolle haben, wie Heise unter Berufung auf die Sicherheitsforscher Florian Heinz und Martin Kluge berichtet. Schuld ist ein fehlerhafter Algorithmus zur Erkennung von Schrift in Bilddateien (OCR).

Anzeige

Um zu überprüfen, ob der Antragsteller die angefragte Domain wirklich kontrolliert, setzt Comodo auf eine Überprüfung der Whois-Einträge. Andere CAs wie Let's Encrypt überprüfen bei einfachen DV-Zertifikaten anhand eines Clients oder einer auf dem Server abgelegten Datei, ob der Antragsteller die Domain wirklich kontrolliert. Comodo schickt nach Überprüfung des Whois eine E-Mail mit einem Bestätigungscode an die hinterlegte E-Mail-Adresse.

Im Falle von Comodos Mechanismus besteht das Problem, dass nicht alle Whois-Informationen vollständig und maschinenlesbar im Netz stehen. In Deutschland ist dies kein Problem, dort werden die entsprechenden Informationen inklusive Kontakt-E-Mail komplett angezeigt. Im Falle von Belgien und bei der Top-Level-Domain .eu jedoch werden die Informationen über die Whois-API (auf Port 43) zum Schutz vor Spammern lediglich als Bitmap-Bild ausgeliefert.

OCR kann nicht richtig lesen

Der von Comodo eingesetzte Algorithmus zur Texterkennung hat jedoch ein Problem, er verhielt sich in den vergangenen Monaten reproduzierbar falsch. So konnte der Algorithmus die Ziffer 1 nicht von einem kleinen L ("l") unterscheiden, außerdem verwechselte er die Ziffer 0 und ein kleines O ("o"). Der Algorithmus nutzte auch den Kontext, um festzustellen, welche Variante Anwendung finden sollte. Heise schreibt: "Folgte auf eine Null ein Buchstabe, wurde daraus das kleine O. Dadurch wurde etwa aus "@level3.com" die Variante "@leve13.com" und aus "@c0re.sk" wurde "@core.sk"."

Heinz und Kluge nutzten diese Schwäche, um sich ein gültiges Zertifikat für die Webseite a1-telekom.eu des österreichischen Telekommunikationsproviders A1 Telekom erstellen zu lassen. Als Kontaktadresse ist bei dem Whois-Provider domain.billing@a1telekom.at hinterlegt. Dies wird von dem fehlerhaften Algorithmus jedoch als domain.billing@altelekom.at gelesen. Heinz und Kluge registrierten also die Domain altelekom.eu, konnten die Bestätigungsmail empfangen und so ein gültiges Zertifikat erstellen.

Comodo hatte den Algorithmus nach eigenen Angaben seit Mitte Juli dieses Jahres im Einsatz, Ende September wurde er nach den Hinweisen der Forscher deaktiviert. Zu ähnlichen Zwischenfällen soll es bislang nicht gekommen sein, das fälschlicherweise erstellte Zertifikat wurde widerrufen.

Im Sommer dieses Jahres gab es bereits ein Sicherheitsproblem bei dem Anbieter - damals konnten die Bestätiguns-E-Mails per HTML-Injection manipuliert werden. Comodo macht außerdem Schlagzeilen, weil das Unternehmen Markenrechte an dem Namen "Let's Encrypt" geltend machen wollte, hat den Antrag aber inzwischen widerrufen.


eye home zur Startseite
My1 20. Okt 2016

nur dass wenn das bild maschinell mit ner halbwegs lesbaren schriftart erstellt wurde...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Vodafone GmbH, Unterföhring
  2. THOMAS SABO GmbH & Co. KG, Lauf / Pegnitz
  3. Daimler AG, Sindelfingen
  4. Daimler AG, Stuttgart


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 126.99$/115,01€ mit Gutscheincode: Leecocde
  2. (u. a. ROG Strix GTX1080-8G-Gaming, ROG Strix GTX1070-8G-Gaming u. ROG Strix Radeon RX 460 OC)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Praxiseinsatz, Nutzen und Grenzen von Hadoop und Data Lakes
  2. Kritische Bereiche der IT-Sicherheit in Unternehmen
  3. Potenzialanalyse für eine effiziente DMS- und ECM-Strategie


  1. Eugene Cernan

    Der letzte Mann auf dem Mond ist tot

  2. taz

    Strafbefehl in der Keylogger-Affäre

  3. Respawn Entertainment

    Live Fire soll in Titanfall 2 zünden

  4. Bootcode

    Freie Firmware für Raspberry Pi startet Linux-Kernel

  5. Brandgefahr

    Akku mit eingebautem Feuerlöscher

  6. Javascript und Node.js

    NPM ist weltweit größtes Paketarchiv

  7. Verdacht der Bestechung

    Staatsanwalt beantragt Haftbefehl gegen Samsung-Chef

  8. Nintendo Switch im Hands on

    Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter

  9. Raspberry Pi

    Compute Module 3 ist verfügbar

  10. Microsoft

    Hyper-V bekommt Schnellassistenten und Speicherfragmente



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Intel Core i7-7700K im Test: Kaby Lake = Skylake + HEVC + Overclocking
Intel Core i7-7700K im Test
Kaby Lake = Skylake + HEVC + Overclocking
  1. Kaby Lake Intel macht den Pentium dank HT fast zum Core i3
  2. Kaby Lake Refresh Intel plant weitere 14-nm-CPU-Generation
  3. Intel Kaby Lake Vor der Vorstellung schon im Handel

GPD Win im Test: Crysis in der Hosentasche
GPD Win im Test
Crysis in der Hosentasche
  1. Essential Android-Erfinder Rubin will neues Smartphone entwickeln
  2. Google Maps Google integriert Uber in Karten-App
  3. Tastaturhülle Canopy hält Magic Keyboard und iPad zum Arbeiten zusammen

Wonder Workshop Dash im Test: Ein Roboter riskiert eine kesse Lippe
Wonder Workshop Dash im Test
Ein Roboter riskiert eine kesse Lippe
  1. Supermarkt-Automatisierung Einkaufskorb rechnet ab und packt ein
  2. Robot Operating System Was Bratwurst-Bot und autonome Autos gemeinsam haben
  3. Roboterarm Dobot M1 - der Industrieroboter für daheim

  1. Re: Für das gebotene ist der Preis einfach zu hoch.

    Kakiss | 07:27

  2. Re: Ich glaube das grundliegende Problem von...

    My2Cents | 07:25

  3. Re: Manchmal bin ich Mercedes für Ihre Pfusch...

    ronlol | 07:21

  4. Re: VW kooperiert in dem Bereich

    nf1n1ty | 07:20

  5. Re: TF2 schlechter als TF1

    linuxGNU | 07:06


  1. 07:41

  2. 18:02

  3. 17:38

  4. 17:13

  5. 14:17

  6. 13:21

  7. 12:30

  8. 12:08


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel