Abo
  • Services:
Anzeige
Zensur im Iran: "Das Internet muss an die Kette"
(Bild: Small Media)

Angst durch Willkür

Nicht ohne Grund lassen die iranischen Behörden selektiv Zugriff auf Webseiten zu. Zum einem soll das den Anschein eines nicht zensierten Netzes erwecken. Zum anderen sollen die Nutzer eingeschüchtert werden. "Die willkürliche Zensur soll die Nutzer im Iran so verunsichern, dass sie sich selbst gar nicht mehr trauen, möglicherweise anstößige Webseiten anzusteuern", sagte Pourkazemi. So wollen die Sittenwächter die Selbstzensur der Bürger forcieren, die aus Angst vor möglichen Repressalien nur noch genehmigte nationale Webseiten ansteuern. Zugleich dienen so noch frei zugängliche Webseiten als Honeypots für mutmaßliche Querulanten. Laut einem Journalisten bei Al-Jahzeera investiert die iranische Regierung weit mehr in Zensur und Filtersoftware aus Drittländern als in den Ausbau der Netzwerkstruktur. 500 Millionen US-Dollar sollen es 2011 gewesen sein.

Anzeige

Zensur durch Drosselung

Ohnehin surfen die Iraner noch wie im vergangenen Jahrhundert. DSL-Verbindungen sind für private Nutzer nicht erschwinglich. 2007 kostete eine Verbindung mit 2 MBit/s 2,5 Millionen Rial, umgerechnet etwa 150 Euro im Monat, bei einem Durchschnittsverdienst von 227 Euro (Stand 2010).

84 Prozent der Iraner wählen sich per Modem oder über ISDN ein und können seit 2006 nur mit maximal 256 KBit/s surfen. Die Uploadgeschwindigkeit sei deutlich geringer, sagt Pourkazemi. In ländlichen Gebieten sind auch solche Verbindungen kaum vorhanden. Selbst bei DSL-Verbindungen, die beispielsweise in einigen Internetcafés in Großstädten vorhanden sind, werden einzelne Verbindungen auf Modem-Geschwindigkeit gedrosselt, vor allem bei Verbindungen ins Ausland.

Sippenhaft im Internetcafé

Private Internetverbindungen sind den meisten Iranern zu teuer. Wer sich einen Computer überhaupt leisten kann, verwendet Dial-up-Karten, um sich von zu Hause aus ins Internet einzuwählen. Das Anbringen von Satellitenschüsseln führt unter Umständen zu einer Verhaftung. Wer in einem Internetcafé surfen will, muss neben detaillierten Informationen zur eigenen Person auch den Namen des Vaters angeben - die Familie kann bei Verstößen in Sippenhaft genommen werden. Die Kenntnisse über Werkzeuge wie VPN oder Tor sind wenig verbreitet. Entsprechend ist auch das Surfverhalten des durchschnittlichen Bürgers. Die meisten Iraner besuchen Kontaktbörsen oder informieren sich über ihre Hobbys und vermeiden weitgehend politische Inhalte, es sei denn, sie lesen sie auf regimefreundlichen Bloggerseiten oder in den nationalen Medien. Ganz verzichten kann das Regime im Iran aber nicht auf das Internet.

 Halal: Zensur, Überwachung, TodMullahs in sozialen Netzwerken 

eye home zur Startseite
Atalanttore 13. Jul 2013

Wenn die Religion wichtiger ist als Menschenrechte sieht es immer zappenduster aus.

ichbinsmalwieder 22. Mai 2013

Den Vereinten Nation gehören 193 (!!!) Staaten an, also praktisch die ganze Welt und...

theWhip 21. Mai 2013

Zensur und Wirtschaft...... ??

DrWatson 19. Mai 2013

Du hast es gerade geschafft, 6 Kommentare in etwas mehr als einer Minute zu verfassen...

Anonymer Nutzer 19. Mai 2013

... trotzdem sollte die Geistige Welt nicht durch Gesetze beschränkt werden.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. IT-Dienstleistungszentrum Berlin, Berlin
  2. MÜLHEIM PIPECOATINGS GmbH, Mülheim an der Ruhr
  3. matrix technology AG, München
  4. Geocom Informatik GmbH, deutschlandweit


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 29,99€
  2. 6,99€
  3. (-31%) 8,99€

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  2. Mit digitalen Workflows Geschäftsprozesse agiler machen
  3. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation


  1. Stadtnetz

    Straßenbeleuchtung als Wifi-Standort problematisch

  2. Netzsperren

    UK-Regierung könnte Pornozensur willkürlich beschließen

  3. Kartendienst

    Google Maps soll künftig Parksituation anzeigen

  4. PowerVR Series 8XE Plus

    Imgtechs Smartphone-GPUs erhalten ein Leistungsplus

  5. Projekt Quantum

    GPU-Prozess kann Firefox schneller und sicherer machen

  6. TV-Kabelnetz

    Tele Columbus will höhere Datenrate und mobile Conversion

  7. Fingerprinting

    Nutzer lassen sich über Browser hinweg tracken

  8. Raumfahrt

    Chinas erster Raumfrachter Tianzhou 1 ist fertig

  9. Bezahlinhalte

    Bild fordert Obergrenze für Focus Online

  10. Free-to-Play

    Forum von Clash-of-Clans-Betreiber gehackt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Reverse Engineering: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
Reverse Engineering
Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button

Glasfaser: Nun hängt die Kabel doch endlich auf!
Glasfaser
Nun hängt die Kabel doch endlich auf!
  1. Fake News Für Facebook wird es hässlich
  2. Nach Angriff auf Telekom Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  3. Soziales Netzwerk Facebook wird auch Instagram kaputt machen

Western Digital Pidrive im Test: Festplatte am Raspberry Pi leicht gemacht
Western Digital Pidrive im Test
Festplatte am Raspberry Pi leicht gemacht
  1. Sopine A64 Weiterer Bastelrechner im Speicherriegel-Format erscheint
  2. Raspberry Pi Compute Module 3 ist verfügbar
  3. Audio Injector Octo Raspberry Pi spielt Surround-Sound

  1. Re: Abgeschrieben bei Bild

    Dino13 | 19:59

  2. Richtig verstanden?

    RheinPirat | 19:57

  3. Re: Arme Astronauten

    Neuro-Chef | 19:55

  4. Re: Mit VPN ist man abhörfrei. Korrekt?

    ratzeputz113 | 19:53

  5. Re: Reflektions-Maschienen?

    Moe479 | 19:49


  1. 19:05

  2. 17:57

  3. 17:33

  4. 17:00

  5. 16:57

  6. 16:49

  7. 16:48

  8. 16:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel