Der Deutsche Bundestag stimmte am 1. März 2013 dem Leistungsschutzrecht zu.
Der Deutsche Bundestag stimmte am 1. März 2013 dem Leistungsschutzrecht zu. (Bild: Tobias Schwarz/Reuters)

Zeitungsverleger "Google-Suche nach Leistungsschutzrecht nicht zulässig"

Der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger sieht das neue Leistungsschutzrecht als Waffe gegen Google und die Internetnutzer. Trotz der Änderung im Gesetzestext dürfe Google in seiner Suche Inhalte von Verlagsseiten nicht mehr wie bisher anzeigen.

Anzeige

Laut Zeitungsverlegern ist die Anzeige von Presseinhalten in der Google-Suche nach dem neuen Leistungsschutzrecht nicht zulässig. Das sagte ein Sprecher des Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger (BDZV) dem Journalisten Stefan Niggemeier. Seine Frage, ob der BDZV die Art und Länge, in der Google und Google News gegenwärtig Snippets mit Inhalten von Verlagsseiten anzeigen, nach dem neuen Gesetz für zulässig hält, beantwortete der Verlegerverband mit "nein". Die Google-Suchergebnisse gingen "über die nicht erfassten Längen hinaus."

Der Bundestag hatte am 1. März 2013 die Einführung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage beschlossen, das nach Ansicht von Kritikern den freien Fluss von Informationen im Internet behindern wird. Ursprünglich sollte das Leistungsschutzrecht schon kleinste Textausschnitte schützen. Doch kurz vor der Abstimmung im Bundestag wurde der Gesetzentwurf an entscheidender Stelle verändert. So heißt es nun: "Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte." Was unter "kleinste Textausschnitte" zu verstehen ist, definiert das Gesetz nicht.

In einer Erklärung des BDZV vom 1. März 2013 hieß es: "Auch wenn der verabschiedete Text nicht alle Vorstellungen der Verleger berücksichtigt, ist das neue Leistungsschutzrecht für Presseverlage ein wichtiges Element eines fairen Rechtsrahmens für die digitale Welt."

Google-Sprecher Ralf Bremer erklärte: "Suchergebnisse in bewährter Form sollen zwar weiterhin nicht erfasst werden, doch das Gesetz bleibt schädlich für Nutzer und kleine Unternehmen. Jetzt liegt es am Bundesrat, einen dauerhaften Schaden für das Internet in Deutschland zu verhindern."

CSU-Netzexpertin Dorothee Bär erklärte der Tageszeitung Die Welt: "Keiner kann mir beispielsweise sagen, wie lange denn die Snippets nun sein dürfen. Das schafft vielleicht Arbeit für die Gerichte, politische Lösungen müssen aber anders aussehen." Das Leistungsschutzrecht bedarf als Einspruchgesetz zwar keiner Zustimmung des Bundesrates. Doch es sei wahrscheinlich, dass der Bundesrat den Vermittlungsausschuss anruft, so Bär.


theWhip 04. Mär 2013

Richtig so, seine Abos kündige ist die einzige Sprache die Verstanden wird

mindo 04. Mär 2013

super Idee! Da würde ich nur laut lachen, wenn die das wirklich machen würden :)

lolig 04. Mär 2013

Sie müssen die Verlage ja nicht komplett rausschmeißen. Einfach den Google News Dienst...

fratze123 04. Mär 2013

Inhalte werden bei diversen Medien nach einer gewissen Zeit gelöscht/verschoben.

Kommentieren



Anzeige

  1. Junior Consultant Finance Processes & Applications (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  2. Business Analyst (m/w) Yield Management
    HAMBURG SÜD Schifffahrtsgruppe, Hamburg
  3. IT-Mitarbeiter/-in für EDV-Systemtechnik
    ICS IT & Consulting Services GmbH, Frankfurt
  4. Risk Analyst (m/w) (Division Payment & Risk)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim (near Munich)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Halbleiterforschung

    Neuer Memristor kann zehn Zustände speichern

  2. Transpiler

    Googles Inbox zu zwei Dritteln plattformübergreifender Code

  3. Fujifilm

    Fotobuch mit integriertem Touchscreen

  4. Teardown

    Nexus 6 kommt mit wenig Kleber aus

  5. Pinc VR

    Virtuelle Realität mit Gestensteuerung für das iPhone 6

  6. Linux-Distribution

    Less ist ein mögliches Einfallstor

  7. Mobilfunktarif

    Spotify Family ist bei der Telekom nicht nutzbar

  8. Test Escape Dead Island

    Urlaub auf der Zombieinsel

  9. Compute Stick

    Intels HDMI-Stick kommt noch 2014

  10. Lifetab S10346

    Medion-Tablet kommt doch in alle Aldi-Filialen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Next-Gen-Geburtstag: Xbox One und Playstation 4 sind eins
Next-Gen-Geburtstag
Xbox One und Playstation 4 sind eins
  1. Big Fish Games Bis zu 885 Millionen US-Dollar für Casualgames-Anbieter
  2. This War of Mine Das traurigste Spiel des Jahres
  3. Qbert & Co 901 Spielhallenklassiker im Onlinearchiv

Smarthome: Das intelligente Haus wird nie fertig
Smarthome
Das intelligente Haus wird nie fertig
  1. Smart Home Das vernetzte Zuhause hilft beim Energiesparen
  2. Leuchtmittel Die Leuchtdiode kommt aus dem 3D-Drucker
  3. Agora, Energy@home und EEBus Einheitliche Sprache für europäische Smart Homes

Elektronikdiscounter: Wie Preisvergleichsdienste ausgehebelt werden
Elektronikdiscounter
Wie Preisvergleichsdienste ausgehebelt werden
  1. MFAA Nvidias temporale Kantenglättung kann mehr
  2. Akoya P5395D Effizienter und günstiger Spiele-PC von Medion
  3. Piixl G-Pack Der 2-Zoll-Huckepack-Spiele-PC fürs Wohnzimmer

    •  / 
    Zum Artikel