Linux-Kernel bei Red Hat betroffen
Unter RHEL 6 hat die Schaltsekunde einen Systemabsturz bei der Interrupt-Verwaltung NMI-Watchdog ausgelöst. Ein zweiter Bugzilla-Report berichtet von einer außergewöhnlich hohen CPU-Last, die durch zahlreiche Prozesse, vor allem aber durch Java-Anwendungen verursacht wird, nachdem die zusätzliche Sekunde geschaltet wurde. Hier wird explizit RHEL 6.1 erwähnt.
Tzdata-Update hilft
Der Fehler tritt bei RHEL 6 nur dann auf, wenn dort kein NTP-Daemon läuft, der die Zeit auf einem Rechner mit den Zeitservern im Internet synchronisiert. Hier sollte die Synchronisation manuell ausgeführt werden. Zusätzlich sollte das Paket Tzdata auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Von der Schaltsekunde betroffen sind auch die Linux-Kernel in RHEL 4 und 5, die auf die Versionen 2.6.9-89.EL und 2.6.18-164.el5 aktualisiert werden sollten. Auch hier empfiehlt Red Hat, die Tzdata-Pakete zu aktualisieren. Der Fehler liegt laut Red Hat darin, dass die Linux-Kernel den Befehl zur Zeitänderung, den sie über den NTP-Daemon erhalten, als Nachricht in die Systemprotokolldatei schreiben möchten, was zum Kernel-Absturz führt.
Fehler im Linux-Kernel 3.4.4 und 3.5-rc4
Betroffen waren unter anderem die Linux-Kernel 3.4.4 und 3.5-rc4, die die zusätzliche Sekunde nicht verarbeiten konnten.
Erstaunlich sind die massiven Ausfälle allerdings schon, denn eigentlich sind Distributoren, Entwickler und Administratoren schon seit geraumer Zeit gewarnt. Die Schaltsekunde wird in regelmäßigen Abständen hinzugefügt. Denn Zeitmessung, die seit 1967 mit Atomuhren durchgeführt wird, und Erdrotation sind nämlich nicht ganz synchron: Die Erde dreht sich nicht gleichmäßig, die Gezeiten verlangsamen zudem die Erdrotation kontinuierlich - ein Tag ist heute also länger als einer zu Zeiten Napoleons oder des Römischen Reiches.
Zuletzt wurde die Zeit 2008 angepasst. Damals gab es keine Probleme, was einen Red-Hat-Entwickler noch im Januar 2012 veranlasste, einen Bugreport auf die Schaltsekunde als vernachlässigbar einzustufen.
Zeitsprünge scheibchenweise
Auf der Weltfunkkonferenz im Januar 2012 wollte die Internationale Fernmeldeunion (ITU) über die Abschaffung der Schaltsekunde entscheiden. Statt immer wieder eine Sekunde einzufügen, könnte in einigen Jahrhunderten eine ganze Stunde ausgeglichen werden. Die Entscheidung wurde aber vertagt.
Auch Google hatte diesen Vorschlag bereits im September 2011 ins Gespräch gebracht.
Nachtrag vom 2. Juli 2012, 13:45 Uhr
Die Ursache der Ausfälle liegt offensichtlich in einem Fehler im Linux-Kernel. Zumindest arbeitet der Entwickler John Stultz an einem Patch.
| Zeitsprung: Wie die Schaltsekunde Chaos im Internet verursachte |






Ein Server fragt das Timestamp ab und nicht eine für Menschen lesbare Datumsangabe.
Du kapierst es nicht. Diese Uhrzeit gibt es 2 Mal und das führt in allen Bereichen, die...
Yo, MySQL hab ich auf meinen BSDs auch nicht drauf, nur Postges (und da war nichts...
Allerdings mit PostgreSQL, nicht MySQL. Und kein Java, glücklicherweise.
Hast wohl recht, ist jeweils nur die Frage, wie alt eine Disti schon ist.
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