Youtube-Gema-Streit "Wir verdienen mit Musik in Deutschland kein Geld"

Youtube-Sprecherin Mounira Latrache erklärt, dass Google bereit sei, seine Werbeeinnahmen zu teilen. Die Frage sei nur, wie viel der Internetkonzern abgebe und nach welchem Abrechnungsmodell.

Anzeige

Mounira Latrache, Youtube-Deutschland-Sprecherin, hat im Gespräch mit Golem.de die Bereitschaft betont, sich mit der Gema in dem seit Jahren andauernden Streit zu einigen. Latrache: "Es ist nicht so, dass wir nicht zahlen wollen, im Gegenteil, wir haben schon Angebote gemacht. Wir haben auch die Verhandlungen nicht abgebrochen. Wir sind jederzeit offen für neue Gespräche mit der Gema und wir wollen eine Lösung finden."

Die Musikindustrie hatte Google vorgeworfen, sie nicht an seinen Werbeeinnahmen beteiligen zu wollen. "Wir bereichern uns auch nicht an Musik, ohne einen Anteil abzugeben, weil wir gegenwärtig mit Musik in Deutschland überhaupt kein Geld verdienen. Musik ist ja geblockt und es gibt auch keine Werbung", sagte sie. Doch Google macht keine Angaben zu Gewinnen, Verlusten oder zum Umsatz mit Youtube. Latrache erklärte weiter: "Nein, das wird nicht einzeln ausgewiesen. Wir sehen aber, dass die Umsätze unserer Partner steigen, die mit Youtube zusammenarbeiten." Youtube habe im vergangenen Jahr mehrere Hundert Millionen US-Dollar an das Musikbusiness ausgeschüttet.

"Wir wollen der Gema einen Umsatzanteil zahlen. Was wir aber nicht machen können, ist pro View eines Videos zahlen, weil das nicht unserem Geschäftsmodell entspricht und wir nicht pro View eines Videos Geld verdienen", betonte Latrache.

Die Vorstellung der Gema über einen Pro-View-Tarif sei wohl durch Vereinbarungen mit Downloaddiensten wie zum Beispiel iTunes entstanden. Latrache: "Die haben als Downloadplattform aber feste Sätze. Wir sind aber kein Downloaddienst und wir bestimmen auch nicht die Summen, zu denen wir Werbung verkaufen. Werbebasierte Dienste verdienen mal mehr und mal weniger, je nach Angebot und Nachfrage."

Doch der Internetkonzern sei bereit zu teilen: "Von den Werbeeinnahmen können und wollen wir aber etwas abgeben: Wir diskutieren im Moment auch gar nicht über die Regelvergütung von acht Prozent. Der Knackpunkt ist die Mindestvergütung." Die Forderung der Gema in dem Bereich sei problematisch, "aber eine Einigung ist trotzdem keine unlösbare Aufgabe: Wir haben in über 40 Ländern Vereinbarungen getroffen, wir wissen, dass das möglich ist. Wir sind zuversichtlich. Wir haben mehrfach schon Angebote an die Gema gemacht, die absolut marktüblich waren. Wir müssen aber allen über 40 Ländern gerecht werden und sie gleich behandeln."

Die Gema hatte wegen der Einblendung der Es-tut-uns-leid-Sperrtafeln vor dem Landgericht München Unterlassungsklage gegen Youtube eingereicht. Seit fast vier Jahren streiten sich die Gema und Youtube um die Vergütung für Abrufe von Musikvideos bei dem Videoportal.

Sicherlich werde nicht mit einem Gerichtsverfahren eine Lösung erzielt, vielmehr müssten die Beteiligten am Verhandlungstisch zusammensitzen und sprechen, "damit die Nutzer endlich wieder Musik auf Youtube finden und die Rechteinhaber davon profitieren. Dafür sind wir offen und jederzeit bereit", sagte Latrache.


Cotterpin 09. Feb 2013

Ja klar, YT ist nicht kostenlos, sondern man bezahlt dadurch, dass man eben beworben...

redbullface 06. Feb 2013

Ich glaube eher, er verwechselt da den natürlichen Trieb mit dem Thema Sexismus. (Ist...

consulting 06. Feb 2013

Da ist die GIER von YouTube, da ist die GIER der GEMA, und da ist die GIER der Gucker...

a user 06. Feb 2013

nur will die gema das bei google nicht. was die gema bei radio akzeptiert tut sie nicht...

TimBln 06. Feb 2013

Naja, nicht ganz. Die Gema argumentiert schließlich, dass sie deshalb soviel Geld...

Kommentieren




Anzeige

  1. Senior BI Solutions Architekt (m/w)
    SolarWorld AG, Bonn
  2. Business Intelligence / Data Warehouse Engineer (m/w)
    Loyalty Partner GmbH, München
  3. Social Media Manager (m/w)
    Hubert Burda Media, Offenburg
  4. Senior Consultant Reporting (m/w)
    b.telligent, München und Zürich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  2. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  3. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  4. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  5. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  6. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen

  7. Cridex-Trojaner

    Hamburger Senat bestätigt großen Schaden durch Malware

  8. Ubuntu 14.04 LTS im Test

    Canonical in der Konvergenz-Falle

  9. Überwachung

    Snowden befragt Putin in Fernsehinterview

  10. Bleichenbacher-Angriff

    TLS-Probleme in Java



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


Cortana im Test: Gebt Windows Phone eine Stimme
Cortana im Test
Gebt Windows Phone eine Stimme

Mit Windows Phone 8.1 bringt Microsoft nicht nur lange vermisste Funktionen wie die zentrale Benachrichtigungsübersicht auf das Smartphone, sondern auch die Sprachassistentin Cortana. Diese kann den Alltag tatsächlich erleichtern - und singen.

  1. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  2. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone
  3. Microsoft Internet Explorer 11 für Windows Phone

Wolfenstein The New Order: "Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"
Wolfenstein The New Order
"Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"

B. J. Blazkowicz muss demnächst wieder die Welt retten - in einem Wolfenstein aus Schweden. Im Interview hat Golem.de mit Andreas Öjerfors, dem Senior Gameplay Designer, über verbotene Inhalte, die KI und Filmvorbilder von The New Order gesprochen.

  1. The New Order Wolfenstein erscheint ohne inhaltliche Schnitte
  2. Wolfenstein angespielt Agent Blazkowicz in historischer Mission
  3. Bethesda Zugang zur Doom-Beta führt über Wolfenstein

    •  / 
    Zum Artikel