Abo
  • Services:
Anzeige
Ein afrikanisches Borstenhörnchen (Xerus) dient als Namensgeber für den Codenamen von Ubuntu 16.04.
Ein afrikanisches Borstenhörnchen (Xerus) dient als Namensgeber für den Codenamen von Ubuntu 16.04. (Bild: Petra Karstedt/CC-BY-SA 2.0 DE)

Snap-Pakete, Fehlende Treiber, PHP 7 als Standard und ZFS

Als Konsequenz zu den Arbeiten an dem Konzept zum konvergenten Desktop ist bei Ubuntu auch ein neues Paketformat zum Verteilen von Software entstanden. Damit soll die Verbreitung von Anwendungen mehr oder weniger unabhängig vom darunterliegenden Betriebssystem erfolgen können. Die Anwendungen der Nutzer sollen damit schneller aktualisiert werden können, wobei die stabile Basis des Betriebssystems beibehalten wird. So sollen künftig Updates für den Firefox-Browser in Ubuntu mit Hilfe von Snap bereitgestellt werden, wie Mozilla mitteilt.

Anzeige

Ein neues Werkzeug, das den Namen Snapcraft trägt, soll dazu genutzt werden, Software in dem neuen Paketformat zu bündeln. Auch bestehende Deb-Pakete sollen mit dem Werkzeug zu Snaps umgewandelt werden können. Noch ist die Auswahl an Snaps für Desktop-Nutzer eher gering. Doch im vergangenen Jahr hat Canonical das Format bereits für eine Vielzahl von IoT- und Embedded-Geräten getestet, darunter ein Kühlschrank, eine Drohne oder auch ein Router von Dell. Canonical hat mehrfach versichert, dass Snaps die Deb-Pakete langfristig nicht ersetzen werden, sondern beide Formate koexistieren sollen.

Kein proprietärer AMD-Treiber

Anders als in vorherigen Versionen fehlt in den Archiven von Xenial zurzeit auch ein proprietärer Treiber für Grafikkarten von AMD. Der alte proprietäre AMD-Treiber, der unter dem Namen Fglrx gepflegt worden ist, ist schlicht nicht mehr kompatibel zu den Versionen des Linux-Kernels und des X-Servers, die in Ubuntu 16.04 vorhanden sind. Bei einem Update wird der alte Treiber samt seiner Konfigurationsdateien zwangsweise entfernt.

Als Ersatz empfiehlt Canonical die Verwendung der freien Treiber, die inzwischen ähnlich wie bei Intel von AMD selbst gepflegt werden. Etwas ältere Grafikkarten mit AMD-Chip nutzen in Ubuntu deshalb den Radeon-Treiber, für neuere Modelle mit GCN-Architektur wird der AMDGPU-Treiber verwendet. Um für eine entsprechend gute Leistung zu sorgen, hat das Kernel-Team von Canonical einige Funktionen der Treiber aus Linux 4.5 auf die in Ubuntu genutzte Version 4.4 zurückportiert.

Nutzer, die etwa wegen der besseren Leistung von OpenGL dennoch auf die Verwendung des proprietären Treibers angewiesen sind, müssen auf den neuen hybriden Treiber AMDGPU-Pro zurückgreifen. Dieser enthält freie Kernel-Bestandteile und proprietäre Userspace-Komponenten. Offiziell befindet sich der AMDGPU-Pro-Treiber noch in der Betaphase und wird nur für Ubuntu 14.04 bereitgestellt. Wohl deshalb bietet Canonical diesen noch nicht offiziell in seinen Archiven an, was aber noch geschehen soll.

PHP 7 könnte Mehrarbeit bedeuten

Wohl relativ kurzfristig haben sich die Paketbetreuer von Ubuntu dafür entschieden, PHP in Version 7 in ihre Archive aufzunehmen. Die ältere und noch gepflegte Version 5.6 wird dagegen nicht offiziell als Paket angeboten. Für Webhoster, die Ubuntu einsetzen, könnte dies einiges an Mehraufwand bedeuten und Nutzer, die etwa einen kleinen Heimserver mit Webanwendungen betreiben, sollten sich ein Update deshalb gut überlegen. Das ist aber stark vom jeweiligen Einsatzzweck abhängig.

Denn der Versionssprung von PHP 5.6 auf 7 bringt einige syntaktische ebenso wie semantische Änderungen. Damit müssen auch die PHP-Anwendungen angepasst werden, was für die meisten Pakete im Ubuntu-Archiv jedoch bereits geschehen sein soll. Einzige Ausnahme davon soll das Content-Management-System Drupal 7 sein, das offiziell noch nicht PHP 7 unterstützt. Sobald dies der Fall sein wird, will Canonical das Paket in die Archive von Xenial aufnehmen.

ZFS-Verwendung könnte Lizenzstreit erzwingen

Als besonderes Angebot für seine Server-Kunden bietet Canonical nun auch kompilierte Treiber für das Dateisystem ZFS an. Dieses ist ursprünglich bei Sun für Solaris entstanden und wird etwa in FreeBSD häufig genutzt. Dass ZFS auf Linux bisher keinen breiten Einsatz gefunden hat, liegt an den Lizenzbestimmungen der CDDL, denen ZFS unterliegt.

Laut Meinung einiger Entwickler und Juristen ist die CDDL aber nicht zur GPL kompatibel, weshalb die ZFS-Treiber nicht in den GPL-lizenzierten Linux-Kernel eingepflegt werden dürften und auch nicht mit diesem als Binärcode vertrieben werden dürften. Mit der Entscheidung von Canonical, dies nun trotzdem umzusetzen, verletzt der Linux-Distributor also möglicherweise die Urheberrechte von Linux-Entwicklern. Klären könnte diese Frage letztlich aber nur eine juristische Auseinandersetzung, die einer der Kernel-Hacker gegen Canonical anstreben müsste.

Weitere Neuerungen von Ubuntu 16.04 alias Xenial Xerus finden sich in den Release Notes sowie in einer Pressemitteilung von Canonical. Die Distribution wird fünf Jahre lang mit Updates versorgt und läuft außer auf x86-Rechnern auch auf ARM-Geräten, verschiedenen PowerPC-Chips sowie auf IBM Z-Systems als Teil des Angebots Linux One.

 Xenial Xerus: Ubuntu will weiter mit Alleingängen punkten

eye home zur Startseite
GorgonzolaKaese... 23. Apr 2016

...lustig, beides läuft parallel und sehr zuverlässig auf meinem Server, inkl. Knapp 40...

Seitan-Sushi-Fan 23. Apr 2016

Merken so Leute wie du eigentlich nicht, dass derartige "die GPL ist schuld"-Kommentare...

Keto 22. Apr 2016

Dafür nimmst du in Kauf in Zukunft veraltete Versionen von Libraries auf dem System zu...

grenzwertig 22. Apr 2016

Die Bildschirmtastatur für Ubuntu heisst "onboard". Damit lässt sich alles machen...

eeg 22. Apr 2016

Was ein Schwachsinn den Golem sich da zusammenreimt. Es gibt genug Repositorys, in denen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. Der Polizeipräsident in Berlin, Berlin
  3. Thalia Bücher GmbH, Hagen (Raum Dortmund)
  4. Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Eichstätt


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-65%) 6,99€
  2. (-75%) 4,99€
  3. 22,13€ inkl. Versand

Folgen Sie uns
       


  1. Free 2 Play

    US-Amerikaner verzockte 1 Million US-Dollar in Game of War

  2. Die Woche im Video

    Bei den Abmahnanwälten knallen wohl schon die Sektkorken

  3. DNS NET

    Erste Kunden in Sachsen-Anhalt erhalten 500 MBit/s

  4. Netzwerk

    EWE reduziert FTTH auf 40 MBit/s im Upload

  5. Rahmenvertrag

    VG Wort will mit Unis neue Zwischenlösung für 2017 finden

  6. Industriespionage

    Wie Thyssenkrupp seine Angreifer fand

  7. Kein Internet

    Nach Windows-Update weltweit Computer offline

  8. Display Core

    Kernel-Community lehnt AMDs Linux-Treiber weiter ab

  9. Test

    Mobiles Internet hat viele Funklöcher in Deutschland

  10. Kicking the Dancing Queen

    Amazon bringt Songtexte-Funktion nach Deutschland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Großbatterien: Sechs 15-Megawatt-Anlagen sollen deutsches Stromnetz sichern
Großbatterien
Sechs 15-Megawatt-Anlagen sollen deutsches Stromnetz sichern
  1. HPE Hikari Dieser Supercomputer wird von Solarenergie versorgt
  2. Tesla Desperate Housewives erzeugen Strom mit Solarschindeln
  3. Solar Roadways Erste Solarzellen auf der Straße verlegt

Google, Apple und Mailaccounts: Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig nutzen
Google, Apple und Mailaccounts
Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig nutzen
  1. Bugs in Encase Mit dem Forensik-Tool die Polizei hacken
  2. Red Star OS Sicherheitslücke in Nordkoreas Staats-Linux
  3. 0-Day Tor und Firefox patchen ausgenutzten Javascript-Exploit

Steep im Test: Frei und einsam beim Bergsport
Steep im Test
Frei und einsam beim Bergsport
  1. PES 2017 Update mit Stadion und Hymnen von Borussia Dortmund
  2. Motorsport Manager im Kurztest Neustart für Sportmanager
  3. NBA 2K17 10.000 Schritte für Ingame-Boost

  1. Re: mit Linux...

    CHU | 11:40

  2. 0,8 cent pro Seite, bis zu 38 Minuten für eine...

    marvin_42 | 11:40

  3. Re: Mensch Hauke

    Midian | 11:38

  4. Diese ganzen angeblichen F2P sollte man genauer...

    ArchLInux | 11:32

  5. Wenn man in jedem Satz...

    TodesBrote | 11:31


  1. 11:07

  2. 09:01

  3. 18:40

  4. 17:30

  5. 17:13

  6. 16:03

  7. 15:54

  8. 15:42


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel