Wo ist mein Wasser?: "Unser Ziel ist es, eine Milliarde Menschen zu erreichen"
Wo ist mein Wasser? (Bild: Disney Mobile)

Wo ist mein Wasser? "Unser Ziel ist es, eine Milliarde Menschen zu erreichen"

Sogar der oberste Chef der Walt Disney Company hat Bart Decrem, Chef von Disney Mobile, schon gefragt, warum Micky Maus bislang keine Rolle spielt auf Smartphones und Tablets. Golem.de hat sich darüber mit ihm unterhalten - und über Android, iOS und die Entwicklung von "Wo ist mein Wasser?".

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Natürlich ist das ganz große Ding bei den Mobile Games derzeit Angry Birds - das weiß auch Bart Decrem, Chef von Disney Mobile. Trotzdem ist er mit dem Erfolg von Swampy, der süßen Hauptfigur aus Wo ist mein Wasser?, mehr als zufrieden. Das weltweit für Smartphones und Tablets auf Basis von iOS und Android verfügbare Spiel hat es in vielen Ländern auf Platz 1 der Downloadcharts gebracht, auch in Deutschland war es nach seinen Angaben 40 Tage lang das am meisten gekaufte Spiel im App Store von Apple. Trotzdem glaubt Decrem, dass mit derlei Titeln schon in naher Zukunft noch mehr gehen wird auf mobilen Endgeräten: In den USA habe von den relevanten Kindern und Jugendlichen so gut wie jedes ein Smartphone, in China sei ein Smartphone oft das einzige verfügbare Gerät mit Bildschirm, in Deutschland hätten 35 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein solches Gerät - und 77 Prozent der Kids spielen nach Angaben von Decrem zumindest gelegentlich.

Dazu kommen noch die Erwachsenen, bei denen das Daddeln ebenfalls immer öfter akzeptiert sei. Da ist es kein Wunder, wenn Decrem mit Disney Mobile das Ziel hat, "eine Milliarde Menschen zu erreichen". Wo ist mein Wasser? ist da ein mehr als respektabler Auftakt, zumal Disney mit Swampy, dem Krokodil gleich auch noch eine neue Figur erfunden hat, die demnächst mit einer ganzen Reihe von Merchandisingprodukten weitervermarktet werden soll - ähnlich wie die Angry Birds, deren Plüschtiere es längst zum Massenartikel gebracht haben. Für Wo ist mein Wasser? ist eine Kooperation mit Youtube unterzeichnet, in den nächsten ein oder zwei Monaten soll eine von Disney Animations erstellte Cartoonserie mit dem niedlichen Alligator online gehen.

Die naheliegende Frage, warum es noch keine Mobile Games mit etablierten Disney-Figuren wie Micky Maus oder Donald Duck gibt, hat Bart Decrem inzwischen auch von Robert A. Iger gehört, dem obersten Chef der The Walt Disney Company. "Wir fangen mit dem Spiel an, nicht mit dem Charakter", sagt Decrem. Micky dürfe grundsätzlich sehr gerne auch in Mobile Games auftauchen, aber es müsse zum Inhalt passen, und außerdem ein tolles Spiel sein - "Drei- bis Vier-Sterne-Apps sind uns nicht gut genug", so Decrem.

Ganz ähnlich sei es mit den Superhelden von Marvel, dem Comicverlag, den Disney 2009 gekauft hat und der Zugriff auf bekannte Figuren wie Spider-Man und Hulk bietet. "Da haben wir noch nicht so richtig herausgefunden, wie man gute Mobile Games macht - dann lassen wir das lieber erst mal". Die Superhelden würden sich außerdem eher für Hardcorespiele eignen, da lässt Decrem den Entwicklern von klassischen Konsolentiteln den Vortritt.

An Wo ist mein Wasser? hat nach Angaben von Decrem ein sechsköpfiges Kernteam ungefähr sechs Monate gearbeitet. Das Krokodil Swampy sei erst gegen Ende der Entwicklungszeit mit dazugekommen, als das grundsätzliche Spielprinzip mit dem fließenden Wasser schon stand. Aufwendige Marktstudien im Vorfeld, wie sie vor einiger Zeit noch üblich gewesen seien, habe es praktisch nicht gegeben. Fokusgruppen habe man für das Spiel trotzdem genutzt - einen riesigen Aufwand habe man insbesondere damit betrieben, das ansteigen des Schwierigkeitsgrads von Level zu Level gut hinzubekommen. Teilweise seien mehrmals pro Woche größere Gruppen von Spielern eingeladen worden, die sich mit dem Titel beschäftigt hätten.

Mittelfristig strebt Decrem für Disney Mobile ein Portfolio von zehn bis zwölf Spielen an, die höchsten Qualitätsstandards entsprechen und die er jeweils über einen Zeitraum von zwei Jahren vermarkten kann. Bis vor einem Jahr sei iOS die bei weitem wichtigste Plattform gewesen, weil die Besitzer etwa eines iPhones kein großes Problem damit gehabt hätten, Geld auszugeben, während Kaufvorgänge auf Android viel komplizierter und unsicherer gewesen seien. Google habe aber viel dafür getan, das alles zu ändern - auch hinter den Kulissen, so seien die Algorithmen für die Erstellung der Charts jetzt deutlich besser als früher. Inzwischen sei Android bei bestimmten Apps immer öfter wichtiger: In Deutschland habe sich etwa das besonders für Jungs interessante Spiel zum Film Pirates of the Carribean auf Android besser geschlagen. Windows Phone spiele noch keine große Rolle, was sich aber ändern könne - insbesondere, "weil da viel HTML5 unter der Haube" stecke, was Vorteile bei der Entwicklung bringe.


Sharra 19. Mär 2012

Ich finde auch, sogenannte Superhelden wären einfach verbrannt, wenn man sie auf...

LH 19. Mär 2012

Weil es mehr Nachteile als Vorteile bringt.

zwangsregistrie... 19. Mär 2012

krass!

Fagballs 19. Mär 2012

Soweit ja alles richtig, aber ein Gesicht ist trotzdem hilfreich. Wenn die Oberfläche...

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Hauptstadtkind / 16. Mär 2012

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