Anzeige
Röntgenlaser Xfel: 5,8 Kilometer langes Tunnelsystem in Norddeutschland
Röntgenlaser Xfel: 5,8 Kilometer langes Tunnelsystem in Norddeutschland (Bild: Xfel)

Wissenschaft Xfel-Tunnel fertiggestellt

Der Tunnel für die Forschungseinrichtung Xfel, die unter den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein liegt, ist fertig. Nach Einbau der Infrastruktur und der wissenschaftlichen Einrichtungen soll die Anlage 2015 erstmals laserartige Röntgenblitze erzeugen.

Anzeige

In Hamburg wurde am Donnerstag der Tunnel für die Forschungsanlage European X-Ray Free-Electron Laser (Xfel) fertiggestellt. Mit einem letzten Durchstich der Tunnelbohrmaschine Ameli (Abkürzung für: Am Ende Licht) wurden die unterirdischen Arbeiten abgeschlossen.

Xfel ist ein Röntgenlaser, der in einem Tunnelsystem entsteht, das sich vom Hamburger Stadtteil nach Schenefeld vor den Toren der Hansestadt zieht. Der längste Tunnel ist der 2,1 Kilometer lange Beschleunigertunnel. Hinzu kommen weitere Tunnel. Insgesamt ist das unterirdische System 5,8 Kilometer lang.

Zwei Tunnelbohrmaschinen

Zwei Jahre lang fraßen sich zwei Tunnelbohrmaschinen durch den Untergrund unter Hamburg und Schleswig-Holstein. Neben Ameli, die im Januar 2011 ihre Arbeit aufnahm, war Tula (Tunnel für Laser) von Juli 2010 bis im August 2011 im Einsatz.

  • Geschafft: Am 14. Juni 2012 schafft die Tunnelbohrmaschine Ameli den letzten Durchbruch. (Bild: Xfel)
  • Blick in den Tunnel (Dezember 2011) (Bild: Xfel)
  • Luftaufnahme der Baustelle in Schenefeld (September 2011) (Bild: Xfel)
  • Schnitt durch das Xfel-Gebäude auf dem Gelände des Desy in Hamburg. (Bild: Xfel)
  • Xfel wird ultrakurze Röntgenblitze mit den Eigenschaften von Laserlicht erzeugen. Damit sollen Forscher Objekte und Vorgänge im Nanokosmos sichtbar machen. (Bild: Xfel)
Geschafft: Am 14. Juni 2012 schafft die Tunnelbohrmaschine Ameli den letzten Durchbruch. (Bild: Xfel)

Als Nächstes wird in den Tunneln die technische Infrastruktur sowie Sicherheitseinrichtungen installiert. Dann werden die wissenschaftlichen Einrichtungen, vor allem der supraleitende Elektronen-Linearbeschleuniger, eingebaut. 2015 soll die Anlage in Probebetrieb gehen. Ein Jahr später soll der reguläre Betrieb beginnen.

Kamera für den Nanokosmos

Xfel ist eine Art Ultra-Hochgeschwindigkeitskamera, mit der Wissenschaftler Vorgänge im Nanokosmos aufnehmen sollen. Dazu werden zunächst in dem Linearbeschleuniger Elektronen fast bis auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Der Tunnel verzweigt sich nach 2,1 Kilometern in fünf Tunnel, in denen Spezialmagnete, die Undulatoren, die Elektronen ablenken, so dass sie auf einem Slalomkurs weiterfliegen.

Durch Richtungsänderungen erzeugen die Elektronen sehr helle Röntgenblitze in sehr kurzen Abständen mit den Eigenschaften von Laserlicht - bis zu 27.000 Blitze pro Sekunde, wobei die Blitze zehn Trilliarden mal heller als die Sonne sind. Die Wellenlänge der Röntgenblitze lässt sich einstellen - auf 0, 1 bis 6 Nanometer. Damit ist sie so klein, dass sich atomare Strukturen sichtbar machen lassen.

Verschiedene Disziplinen

Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen - Physiker, Chemiker, Materialforscher, Geo- oder Biowissenschaftler - sollen in der Hamburger Einrichtung Experimente durchführen. Sie können damit Viren und Zellen ebenso sichtbar wie Moleküle oder chemische Reaktionen filmen.

An dem Projekt sind zwölf Staaten beteiligt. Die Kosten belaufen sich auf knapp 1,1 Milliarden Euro, von denen Deutschland 54 Prozent übernimmt.


eye home zur Startseite
0xdeadbeef 18. Jun 2012

Das ist erstmal eine berechtigte Frage, deshalb ein paar Grundlagen dazu. Wie im Artikel...

tribal-sunrise 17. Jun 2012

Jupp - wäre mal an der Zeit Golem, oder nicht? +++1 FB integrierende Seiten sind nun...

irata 16. Jun 2012

Du aber auch nicht, sonst hättest du es erklären können ;-)

Kommentieren


Science Fiction Kult / 18. Jun 2012

Xfel Tunnel fertig



Anzeige

  1. Frontend-Entwickler (m/w) E-Commerce
    LIDL Stiftung & Co. KG, Neckarsulm, Berlin
  2. SAP Consultant (m/w) Schwerpunkt Support
    Fresenius Netcare GmbH, St. Wendel
  3. IT Specialist Security (m/w)
    Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG, Bielefeld
  4. IT-Systemadministrator (m/w)
    Unternehmensgruppe Pötschke, Kaarst

Detailsuche



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. MSI Mainboard-Cashback-Aktion
    bis zu 50€ Cashback
  2. TIPP: Amazon-Sale
    (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. BESTPREIS: PNY GF980GTX4GEPB Nvidia GeForce GTX980 1126 MHz 4GB
    nur 557,00€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Hitman

    Patch behindert Spielstart im Direct3D-12-Modus

  2. Peter Molyneux

    Lionhead-Studio ist Geschichte

  3. Deskmini

    Asrock zeigt Rechner mit Intels Mini-STX-Formfaktor

  4. Die Woche im Video

    Schneller, höher, weiter

  5. Ransomware

    Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt wurde verschlüsselt

  6. Kabelnetzbetreiber

    Angeblicher 300-Millionen-Deal zwischen Telekom und Kabel BW

  7. Fathom Neural Compute Stick

    Movidius packt Deep Learning in einen USB-Stick

  8. Das Flüstern der Alten Götter im Test

    Düstere Evolution

  9. Urheberrecht

    Ein Anwalt, der klingonisch spricht

  10. id Software

    Dauertod in Doom



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Spielebranche: "Faule Hipster" - verzweifelt gesucht
Spielebranche
"Faule Hipster" - verzweifelt gesucht
  1. Neuronale Netze Weniger Bugs und mehr Spielspaß per Deep Learning
  2. Spielebranche "Die große Schatztruhe gibt es nicht"
  3. The Long Journey Home Überleben im prozedural generierten Universum

Privacy-Boxen im Test: Trügerische Privatheit
Privacy-Boxen im Test
Trügerische Privatheit
  1. Alphabay Darknet-Marktplatz leakt Privatnachrichten durch eigene API
  2. Verteidigungsministerium Ursula von der Leyen will 13.500 Cyber-Soldaten einstellen
  3. Angebliche Zukunftstechnik Sirin verspricht sicheres Smartphone für 20.000 US-Dollar

LizardFS: Software-defined Storage, wie es sein soll
LizardFS
Software-defined Storage, wie es sein soll
  1. Security Der Internetminister hat Heartbleed
  2. Enterprise-IT Hunderte Huawei-Ingenieure haben an Telekom Cloud gearbeitet
  3. HPE Hyper Converged 380 Kleines System für das schnelle Erstellen von VMs

  1. Re: Spiele Studios veröffentlichen nur noch Mist !

    Carlo Escobar | 20:52

  2. Re: Schlangenölverkäufer Molyneux

    Noppen | 20:27

  3. Re: Hoffentlich greift irgendwer die Idee von B&W...

    Niaxa | 20:18

  4. Bin Ich der einzige hier mit einem Déjà-vu ?

    QuoQuoRoots | 19:11

  5. Und schon gestorben.

    Vögelchen | 19:08


  1. 13:13

  2. 12:26

  3. 11:03

  4. 09:01

  5. 00:05

  6. 19:51

  7. 18:59

  8. 17:43


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel