Wissenschaft: US-Forscher entwickeln eine künstliche Haut
Künstliche Haut: Wasserstoffbrücken verbinden lange Molekülketten. (Bild: L.A. Cicero/Stanford University)

Wissenschaft US-Forscher entwickeln eine künstliche Haut

US-Forscher haben ein Material entwickelt, das zwei wichtige Eigenschaften der Haut hat: Es kann Berührungen erkennen, und es wächst wieder zusammen, wenn es verletzt wurde.

Anzeige

Wissenschaftler der Stanford-Universität haben eine künstliche Haut aus einem Polymer entwickelt, dessen lange Molekülketten durch Wasserstoffbrücken verbunden sind. Diese stellen eine relativ schwache Verbindung zwischen Atomen her. Wird eine solche Verbindung zerstört, wird die Wasserstoffbrücke schnell wieder hergestellt, so dass das Material wieder zusammenwächst. Das Material ist bei Raumtemperatur biegsam.

Änderung des Widerstands

Die Berührungsempfindlichkeit wird über elektrische Leitfähigkeit realisiert: Die Forscher haben dem Polymer Nickelpartikel hinzugefügt. Die Oberflächen dieser Partikel seien sehr rau. An den herausragenden Enden bildet sich ein elektrisches Feld, wodurch der Strom einfacher durch das Material fließt. Wird das Material zusammengedrückt oder verdreht, ändert sich der Abstand zwischen den Nickelteilchen. Die Elektronen können dadurch einfacher durch das Material wandern. Auf diese Weise lasse sich beispielsweise ein Händeschütteln identifizieren, sagen die Forscher.

Die meisten Kunststoffe seien gute Isolatoren, erklärt Projektleiterin Zhenan Bao. Der von ihnen entwickelte hingegen sei ein sehr guter Leiter. Die Leitfähigkeit könne über die Konzentration der Nickel-Partikel verändert werden. Außerdem tragen die Nickelteilchen zur Stabilität des Polymers bei.

Nach 30 Minuten zusammengewachsen

Wird das Material durchgeschnitten, wächst es in kurzer Zeit wieder zusammen. Werden die Schnittkanten gegeneinandergedrückt, dauert es nur wenige Sekunden, bis das Material seine Festigkeit und Leitfähigkeit zu 75 Prozent zurückbekommt. Nach einer halben Stunde seien beide Eigenschaften wieder vollständig hergestellt, sagen die Wissenschaftler. Das habe auch nach 50 Mal Durchschneiden an derselben Stelle funktioniert.

Das Material könne beim Bau biomimetischer Prothesen oder in der Robotik eingesetzt werden, schreiben die Forscher um Bao in der Fachzeitschrift Nature Nanotechnology.


rush23 13. Nov 2012

Öhm, es einfach verdammt teuer verkaufen?!? oO?

Remy 13. Nov 2012

Die werden wohl kaum jedes Mal eine halbe Stunde zugeschaut haben.

non_sense 12. Nov 2012

ach, sach an? -_-

lordguck 12. Nov 2012

just my 2c: Bei dem Zeug fallen mir auf Anhieb ein paar nette Möglichkeiten ein. Leider...

Eheran 12. Nov 2012

Wenn du meinst, dass eine knetartige weiche Masse als Straßenbelag geeignet ist, dann ja...

Kommentieren



Anzeige

  1. Leiter Systemsteuerung (m/w)
    Sparkasse Herford, Herford
  2. Technischer Kundenbetreuer (m/w) am Service-Desk für Videokommunikation
    MVC Mobile VideoCommunication GmbH, Kronberg (bei Frankfurt am Main)
  3. Junior Testmanager eCommerce (m/w)
    exali GmbH, Augsburg
  4. Projektmanager IT (m/w)
    Motel One Group, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Age of Wonders 3

    Erweiterung Golden Realms mit Halblingen

  2. Programmierschnittstelle

    Nvidias Cuda 6.5 für mehr Tempo und ARM64

  3. Laufzeitumgebung

    Teile von Unity werden quelloffen

  4. Megaupload

    Kim Dotcoms Vermögen bleibt weiter eingefroren

  5. Router

    AVM schließt Sicherheitslücke in MyFritz-App

  6. AntMe V2

    Programmieren lernen mit Ameisen

  7. Android

    Motorola arbeitet an einem 7-Zoll-Tablet

  8. Oculix

    Netflix mit Oculus Rift und Leap Motion steuern

  9. Frequenzen für Mobilfunker

    Wechsel von DVB-T auf DVB-T2 soll 2016 starten

  10. Xbox One

    Microsoft bietet Reparatur oder Umtausch an



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Computerspiele: Schlechtes Wetter macht gute Games
Computerspiele
Schlechtes Wetter macht gute Games
  1. Elgato Spiele von Xbox One und PS4 aufnehmen und streamen
  2. Flappy Birds Family Amazon krallt sich die flatternden Vögel
  3. Let's Player "Es gibt Spiele, für die man bezahlt wird"

Sofia: Der fliegende Blick durch den Staub
Sofia
Der fliegende Blick durch den Staub
  1. Audio aus Video Gefilmte Topfpflanze verrät Gespräche
  2. Nahrungsmittel Trinken statt Essen
  3. Bioelektronik Pilze sind die besten Zellschnittstellen

Raspberry B+ im Test: Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
Raspberry B+ im Test
Sparsamer Nachfolger für mehr Bastelspaß
  1. Erweiterungsplatinen Der Raspberry Pi bekommt Hüte
  2. Odroid W Raspberry Pi-Klon für Fortgeschrittene
  3. Eric Anholt Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

    •  / 
    Zum Artikel