Wissenschaft MIT-Wissenschaftler will Asteroiden-Gotcha spielen

Gotcha, auch Paintball genannt, will ein US-Wissenschaftler mit Asteroiden spielen. Indem er die Himmelskörper mit Farbbällen beschießt, will er diese gleich auf zwei verschiedene Arten von der Erde ablenken.

Anzeige

Die US-Weltraumbehörde Nasa beobachtet derzeit über 400 Asteroiden, die mit der Erde kollidieren könnten. Wenn ein solcher Himmelskörper auf Kollisionskurs gerät, muss er abgelenkt werden. Die Frage ist nur: Wie? Sung Wook Paek vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat eine Lösung vorgeschlagen.

Paek will einen Asteroiden auf Kollisionskurs mit Farbbällen beschießen. Zwei Ladungen mit Farbkugeln will er von einem Raumschiff aus auf den Himmelskörper abfeuern - insgesamt fünf Tonnen weißer Farbe. Der Beschuss soll einen zweifachen Einfluss auf den Himmelskörper haben: Zunächst soll der Aufprall der Farbkugeln den Asteroiden ablenken. Das Licht der Sonne soll ihn weiter aus seiner Bahn drücken.

Photonenantrieb

Das Kalkül des Wissenschaftlers: Durch die weiße Farbe verändert sich das Reflexionsvermögen, die sogenannte Albedo des Asteroiden. Die Photonen des Sonnenlichts sollen dann, so die Überlegung, auf lange Sicht den Asteroiden weiter ablenken. Forscher haben die Ablenkung durch Photonen bereits bei Satelliten festgestellt. Die Farbe soll zeitversetzt in zwei Ladungen abgefeuert werden, damit der Asteroid rundum angemalt wird.

Paek hat sein Konzept anhand von (99942) Apophis simuliert. Der Asteroid soll der Erde 2029 und 2036 relativ nahe kommen. Die fünf Tonnen Farbe würden ihn mit einer etwa 5 Mikrometer dicken Farbschicht überziehen. Nach etwa 20 Jahren hätte der Photonenbeschuss Apophis so weit abgedrängt, dass er der Erde nicht mehr gefährlich werden könne, hat Paek ausgerechnet.

Ausgezeichnet

Das Konzept mag zwar stark an Science-Fiction erinnern. Der Space Generation Advisory Council (SGAC) indes hat Gefallen daran gefunden und Paek zum Sieger des Move An Asteroid 2012 Competition gekürt. Der SGAC ist eine den Vereinten Nationen (United Nations, UN) nahestehende Organisation, die mit dem UN Programme on Space Applications zusammenarbeitet.

Der Asteroid (99942) Apophis hat einen Durchmesser von etwa 270 Metern und eine Masse von rund 27 Megatonnen. Ein Einschlag des Asteroiden auf der Erde könnte laut Nasa eine Energie von 510 Megatonnen TNT-Äquivalent freisetzen. Zum Vergleich: Der Asteroid, der den etwa 1,2 Kilometer großen Barringer-Krater im US-Bundesstaat Arizona hinterließ, setzte eine Energie von etwa 10 Megatonnen TNT-Äquivalent frei. Beim Tunguska-Asteroiden sollen es 10 bis 15 Megatonnen TNT-Äquivalent gewesen sein.


kerub 01. Nov 2012

Da die meisten Asteroiden einen Kern oder zumindest eine Schicht aus Eis haben könnte man...

wp (Golem.de) 01. Nov 2012

Stimmt. Danke für den Hinweis - ist korrigiert. wp (Golem.de)

hubie 01. Nov 2012

Jetzt braucht man nur noch eine entsprechende Farbbombe und ein Raumschiff, die zwei...

Technikfreak 31. Okt 2012

Relativ nahe heisst: ca. 40'000 KM. Aber er darf inzwischen nicht abgelenkt werden...

Endwickler 31. Okt 2012

"Der Asteroid soll der Erde 2029 und 2036 relativ nahe kommen. Die fünf Tonnen Farbe...

Kommentieren



Anzeige

  1. Release- und Projekt-Manager mobile - international (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  2. Mitarbeiter/in im Bereich Informationstechnologie/IT Service
    Toho Tenax Europe GmbH, Heinsberg-Oberbruch und Wuppertal
  3. Business Intelligence Analyst Logistik (m/w)
    Home Shopping Europe GmbH, Ismaning (Raum München)
  4. Senior Consultant Reporting (m/w)
    b.telligent, München und Zürich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Bärbel Höhn

    Smartphone-Hersteller zu Diebstahl-Sperre zwingen

  2. Taxi-App

    Uber will trotz Verbot in weitere deutsche Städte

  3. First-Person-Walker

    Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

  4. Finanzierungsrunde

    Startup Airbnb ist zehn Milliarden US-Dollar wert

  5. Spähaffäre

    Snowden erklärt seine Frage an Putin

  6. CSA-Verträge

    Microsoft senkt Preise für Support von Windows XP

  7. Test Wyse Cloud Connect

    Dells mobiles Büro

  8. Globalfoundries-Kooperation mit Samsung

    AMDs Konsolengeschäft kompensiert schwache CPU-Sparte

  9. Verband

    "Uber-Verbot ruiniert Ruf der Startup-Stadt Berlin"

  10. Kabel Deutschland

    2.000 Haushalte zwei Tage von Kabelschaden betroffen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Cortana im Test: Gebt Windows Phone eine Stimme
Cortana im Test
Gebt Windows Phone eine Stimme

Mit Windows Phone 8.1 bringt Microsoft nicht nur lange vermisste Funktionen wie die zentrale Benachrichtigungsübersicht auf das Smartphone, sondern auch die Sprachassistentin Cortana. Diese kann den Alltag tatsächlich erleichtern - und singen.

  1. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  2. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone
  3. Microsoft Internet Explorer 11 für Windows Phone

Wolfenstein The New Order: "Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"
Wolfenstein The New Order
"Als Ein-Mann-Armee gegen eine Übermacht"

B. J. Blazkowicz muss demnächst wieder die Welt retten - in einem Wolfenstein aus Schweden. Im Interview hat Golem.de mit Andreas Öjerfors, dem Senior Gameplay Designer, über verbotene Inhalte, die KI und Filmvorbilder von The New Order gesprochen.

  1. The New Order Wolfenstein erscheint ohne inhaltliche Schnitte
  2. Wolfenstein angespielt Agent Blazkowicz in historischer Mission
  3. Bethesda Zugang zur Doom-Beta führt über Wolfenstein

Vorratsdatenspeicherung: Totgesagte speichern länger
Vorratsdatenspeicherung
Totgesagte speichern länger

Die Interpretationen des EuGH-Urteils zur Vorratsdatenspeicherung gehen weit auseinander. Für einen endgültigen Abgesang auf die anlasslose Speicherung von Kommunikationsdaten ist es aber noch zu früh.

  1. Bundesregierung Vorerst kein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
  2. Innenministertreffen Keine schnelle Neuregelung zur Vorratsdatenspeicherung
  3. Urteil zu Vorratsdatenspeicherung Regierung uneins über neues Gesetz

    •  / 
    Zum Artikel