Abo
  • Services:
Anzeige
Vergängliche Elektronik: künftig kein Elektronikschrott mehr?
Vergängliche Elektronik: künftig kein Elektronikschrott mehr? (Bild: Beckman Institute/University of Illinois/Tufts University)

Wissenschaft: Forscher entwickeln wasserlösliche Chips

Vergängliche Elektronik: künftig kein Elektronikschrott mehr?
Vergängliche Elektronik: künftig kein Elektronikschrott mehr? (Bild: Beckman Institute/University of Illinois/Tufts University)

Vergängliche Elektronik nennen US-Forscher ihre Entwicklung: Implantate und Sensoren für die Umwelt, die sich bei Kontakt mit Wasser oder Körperflüssigkeiten auflösen. Sie haben unter anderem einen lösbaren Sensor für eine Digitalkamera konstruiert.

Implantierte Sensoren können Ärzten einen guten Einblick in die Vorgänge im Körper bieten. Doch was in den Körper eingesetzt wird, muss auch irgendwie wieder herausgeholt werden. Wissenschaftler in den USA haben eine Alternative entwickelt: Sensoren mit begrenzter Lebensdauer. Kommen die Chips mit Wasser oder Körperflüssigkeit in Kontakt, lösen sie sich nach einer bestimmten Zeit auf.

Anzeige

Trägermaterial für einen solchen Chip ist Seide. Als Leitermaterial biete sich Magnesium an, das sich in Kontakt mit Wasser auflöse, erklärt John Rogers von der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign. Halbeiter fertigten die Forscher aus sehr dünnem Silizium. Die Isolatoren bestehen aus Magnesiumoxid oder Siliziumdioxid. Das Ganze wird schließlich umhüllt mit einem aus Seide gewonnenen Protein. Von dessen Beschaffenheit hängt es ab, wie schnell sich der Chip auflöst - das kann Minuten, Tage, möglicherweise sogar Jahre dauern.

  • Vergängliche Elektronik: Chips lösen sich auf, ... (Foto: Fiorenzo Omenetto/Tufts University)
  • ... wenn sie mit Wasser oder... (Foto: Beckman Institute/University of Illinois/Tufts University)
  • ... Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen. (Foto: Beckman Institute/University of Illinois/Tufts University)
  • Das Implantat, das einer Ratte eingesetzt wurde, hatte sich nach zwei Wochen weitgehend aufgelöst. (Foto: Beckman Institute/University of Illinois/ Tufts University)
Vergängliche Elektronik: Chips lösen sich auf, ... (Foto: Fiorenzo Omenetto/Tufts University)

Aus diesen Materialien ließen sich Transistoren, Dioden, Spulen, integrierte Schaltkreise, Temperatur- und Belastungssensoren, Fotozellen und Solarzellen konstruieren, sagt Rogers. Die Forscher haben unter anderem einen 64-Pixel-Chip für eine Digitalkamera und ein Implantat, das eine Operationswunde überwacht, gebaut. Das Implantat wurde an einer Ratte erfolgreich getestet - nach zwei Wochen waren nur noch einige Seidenfasern übrig, die sich langsamer auflösen.

"Transient Electronics", vergängliche Elektronik, nennen die Forscher ihre Entwicklung, die sie in der Fachzeitschrift Science beschreiben. Die nächstliegende Anwendungsmöglichkeit sei die Medizin, sagt Rogers: Ein Chip könne beispielsweise in eine Operationswunde eingesetzt werden, um den Heilungsprozess zu überwachen oder zu beschleunigen. Sei die Aufgabe erledigt, löse sich der Chip auf.

Eine andere Möglichkeit seien Sensoren, die in der Umwelt ausgebracht werden, etwa um ausgetretene Chemikalien zu beobachten. Wenn diese entfernt sind, sollen auch die Sensoren wieder verschwinden - indem sie sich auflösen. Für den Körper sei das ebenso wie für die Umwelt ungefährlich, sagen die Forscher.

Schließlich könnten lösliche Chips das Problem des Elektronikschrotts lösen: Geräte wie Smartphones, die meist nur wenige Jahre in Gebrauch sind und dann ausgetauscht werden, könnten aus Komponenten gebaut werden, die sich nach einigen Jahren auflösen.

An dem Projekt waren neben Rogers' Team zudem Forscher der Northwestern-Universität in Evanston, Illinois, und der Tufts-Universität in Medford im US-Bundesstaat Massachusetts beteiligt. Das Tufts-Team um Fiorenzo Omenetto arbeitet schon länger an Implantaten aus Seide und Silizium. Die Wissenschaftler um Rogers haben kürzlich Wundfäden mit integrierten Sensoren sowie einen Sensor vorgestellt, der über den Finger gezogen das Tastvermögen verbessern soll. Im vergangenen Jahr präsentierte Rogers Sensoren, die auf die Haut aufgeklebt und später wieder abgezogen werden.


eye home zur Startseite
Fotobar 30. Sep 2012

Muss ich das nun verstehen? - naja egal. Damit war die Zielgruppe für Sportler angesprochen.

Seasdfgas 29. Sep 2012

aus den augen, aus dem sinn, wie das sprichwort sagt. smog stört uns doch auch erst, wenn...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. T-Systems International GmbH, Leinfelden-Echterdingen
  2. LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG, Satteldorf
  3. Bosch Rexroth AG, Stuttgart-Bad Cannstatt
  4. Deutsches Patent- und Markenamt, München


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 44,99€
  2. 24,96€
  3. (u. a. Battlefield 4 für 4,99€, Battlefield Hardline 4,99€, Battlefront 19,99€, Mirrors Edge...

Folgen Sie uns
       


  1. Modulares Smartphone

    Lenovo bringt Moto Z mit Moto Z Play nach Deutschland

  2. Yoga Book

    Lenovos Convertible hat eine Tastatur und doch nicht

  3. Huawei Connect 2016

    Telekom will weltweit zu den größten Cloudanbietern gehören

  4. 20 Jahre Schutzfrist

    EU-Kommission plant das maximale Leistungsschutzrecht

  5. CCP Games

    Eve Online wird ein bisschen kostenlos

  6. Gear S3 im Hands on

    Samsungs neue runde Smartwatch soll drei Tage lang laufen

  7. Geleakte Zugangsdaten

    Der Dropbox-Hack im Jahr 2012 ist wirklich passiert

  8. Forerunner 35

    Garmin zeigt Schnickschnack-freie Sportuhr

  9. Nahverkehr

    Hamburg und Berlin kaufen gemeinsam saubere Busse

  10. Zertifizierungsstelle

    Wosign stellt unberechtigtes Zertifikat für Github aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Weltraumforschung: DFKI-Roboter soll auf dem Jupitermond Europa abtauchen
Weltraumforschung
DFKI-Roboter soll auf dem Jupitermond Europa abtauchen
  1. Softrobotik Oktopus-Roboter wird mit Gas angetrieben
  2. Warenzustellung Schweizer Post testet autonome Lieferroboter
  3. Lernroboter-Test Besser Technik lernen mit drei Freunden

OxygenOS vs. Cyanogenmod im Test: Ein Oneplus Three, zwei Systeme
OxygenOS vs. Cyanogenmod im Test
Ein Oneplus Three, zwei Systeme
  1. Android-Smartphone Update soll Software-Probleme beim Oneplus Three beseitigen
  2. Oneplus Three Update soll Speichermanagement verbessern
  3. Android-Smartphone Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three

Kritische Infrastrukturen: Wenn die USV Kryptowährungen schürft
Kritische Infrastrukturen
Wenn die USV Kryptowährungen schürft
  1. Ripper Geldautomaten-Malware gibt bis zu 40 Scheine aus
  2. Ransomware Trojaner Fantom gaukelt kritisches Windows-Update vor
  3. Livestreams Ein Schuss, ein Tor, ein Trojaner

  1. Re: Los schickt das Ding da hoch...

    teenriot* | 01:12

  2. 841N(D) und WF2419 fehlen hier...

    fuddadeluxe | 01:07

  3. Ob die behindert sind...

    petergriffin | 01:02

  4. Re: ¤100 für Windows?

    petergriffin | 00:56

  5. Re: Geilste Teile ever

    monosurround | 00:36


  1. 22:19

  2. 20:31

  3. 19:10

  4. 18:55

  5. 18:16

  6. 18:00

  7. 17:59

  8. 17:13


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel