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MWA-Antennen: Weitfeldbilder des Himmels in Echtzeit
MWA-Antennen: Weitfeldbilder des Himmels in Echtzeit (Bild: Natasha Hurley-Walker/Wikipedia)

Wissenschaft: Australisches Radioteleskop MWA erhält IBM-Supercomputer

MWA-Antennen: Weitfeldbilder des Himmels in Echtzeit
MWA-Antennen: Weitfeldbilder des Himmels in Echtzeit (Bild: Natasha Hurley-Walker/Wikipedia)

Ein IBM-Rechner soll in Zukunft Erkenntnisse über die Frühzeit des Universums ermöglichen: Der Supercomputer soll die Funksignale, die das australische Radioteleskop Murchison Widefield Array empfängt, verarbeiten.

IBM stattet das Murchison Widefield Array (MWA) mit einem iDataplex-Cluster aus. Der Supercomputer soll die Daten, die das Radioteleskop einfängt, verarbeiten.

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Spinnenförmige Antennen

MWA ist ein Radioteleskop bei Boolardy im Bundesstaat Western Australia. Das Teleskop, das beinahe fertiggestellt ist, besteht aus 4.096 Dipolantennen. Die etwa 60 Zentimeter hohen Antennen erinnern von der Form her an Spinnen. Sie sollen Funkwellen im Frequenzbereich von 80 bis 300 MHz aus dem Weltraum auffangen.

MWA soll Forschern unter anderem einen Einblick in die Frühzeit des Universums gewähren: Die Antennen sollen schwache Funksignale auffangen, die während der Reionisierungsepoche des Universums entstanden sind. Aus diesen Daten erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse darüber, wie Galaxien, Sterne und Planeten geformt wurden. Zudem erhoffen sich die Forscher vom MWA Erkenntnisse über die Ionosphäre der Erde, die Heliosphäre sowie Sterne in einer Entfernung von bis zu 30 Lichtjahren von der Erde, darunter auch die Sonne.

Supercomputer wertet aus

Die Auswertung der Daten erfolgt auf einem Supercomputer von IBM. Das IBM-System x iDataPlex dx360 M4 soll eine Datenmenge von rund 50 Terabyte am Tag verarbeiten. Die Rechenkapazität des Computers reiche aus, um aus den Daten in Echtzeit Weitfeldbilder des Himmels zu erstellen, sagte MWA-Chef Steven Tingay.

Der Supercomputer wird auf dem Gelände des Teleskops im australischen Hinterland aufgestellt. Er ist von dort mit einer 10-GBit/s-Verbindung an das rund 700 Kilometer südlich gelegene Perth angebunden. Der abgelegene Standort wurde gewählt, weil es dort keine Störungen durch andere Funkquellen gibt.

Gemeinschaftsprojekt

Das 51 Millionen US-Dollar teure MWA ist ein Gemeinschaftsprojekt von 13 Forschungseinrichtungen aus Australien, Indien, Neuseeland und den USA. Das MWA bildet zusammen mit dem Australian Square Kilometre Array Pathfinder (ASKAP) das Murchison Radio-Astronomy Observatory (MRO).

Das MRO ist der australische Teil des Square Kilometre Array (SKA). Dieses Radioteleskop wird derzeit in Australien und Südafrika gebaut. Bei seiner Fertigstellung, die für die erste Hälfte der 2020er Jahre geplant ist, wird das SKA eine Sammelfläche von etwa einem Quadratkilometer haben. Mit diesem Radioteleskop wollen Forscher bisher unerforschte Teile des Universums betrachten.


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