Wissenschaft Australisches Radioteleskop MWA erhält IBM-Supercomputer

Ein IBM-Rechner soll in Zukunft Erkenntnisse über die Frühzeit des Universums ermöglichen: Der Supercomputer soll die Funksignale, die das australische Radioteleskop Murchison Widefield Array empfängt, verarbeiten.

Anzeige

IBM stattet das Murchison Widefield Array (MWA) mit einem iDataplex-Cluster aus. Der Supercomputer soll die Daten, die das Radioteleskop einfängt, verarbeiten.

Spinnenförmige Antennen

MWA ist ein Radioteleskop bei Boolardy im Bundesstaat Western Australia. Das Teleskop, das beinahe fertiggestellt ist, besteht aus 4.096 Dipolantennen. Die etwa 60 Zentimeter hohen Antennen erinnern von der Form her an Spinnen. Sie sollen Funkwellen im Frequenzbereich von 80 bis 300 MHz aus dem Weltraum auffangen.

MWA soll Forschern unter anderem einen Einblick in die Frühzeit des Universums gewähren: Die Antennen sollen schwache Funksignale auffangen, die während der Reionisierungsepoche des Universums entstanden sind. Aus diesen Daten erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse darüber, wie Galaxien, Sterne und Planeten geformt wurden. Zudem erhoffen sich die Forscher vom MWA Erkenntnisse über die Ionosphäre der Erde, die Heliosphäre sowie Sterne in einer Entfernung von bis zu 30 Lichtjahren von der Erde, darunter auch die Sonne.

Supercomputer wertet aus

Die Auswertung der Daten erfolgt auf einem Supercomputer von IBM. Das IBM-System x iDataPlex dx360 M4 soll eine Datenmenge von rund 50 Terabyte am Tag verarbeiten. Die Rechenkapazität des Computers reiche aus, um aus den Daten in Echtzeit Weitfeldbilder des Himmels zu erstellen, sagte MWA-Chef Steven Tingay.

Der Supercomputer wird auf dem Gelände des Teleskops im australischen Hinterland aufgestellt. Er ist von dort mit einer 10-GBit/s-Verbindung an das rund 700 Kilometer südlich gelegene Perth angebunden. Der abgelegene Standort wurde gewählt, weil es dort keine Störungen durch andere Funkquellen gibt.

Gemeinschaftsprojekt

Das 51 Millionen US-Dollar teure MWA ist ein Gemeinschaftsprojekt von 13 Forschungseinrichtungen aus Australien, Indien, Neuseeland und den USA. Das MWA bildet zusammen mit dem Australian Square Kilometre Array Pathfinder (ASKAP) das Murchison Radio-Astronomy Observatory (MRO).

Das MRO ist der australische Teil des Square Kilometre Array (SKA). Dieses Radioteleskop wird derzeit in Australien und Südafrika gebaut. Bei seiner Fertigstellung, die für die erste Hälfte der 2020er Jahre geplant ist, wird das SKA eine Sammelfläche von etwa einem Quadratkilometer haben. Mit diesem Radioteleskop wollen Forscher bisher unerforschte Teile des Universums betrachten.


Kommentieren



Anzeige

  1. Informatiker/in
    Lechwerke AG, Augsburg
  2. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  3. Referent (m/w) Lernmanagementsysteme mit Schwerpunkt IT-Fachkonzeption
    Gothaer Finanzholding AG, Köln
  4. SAP Inhouse Berater BI (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  2. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  3. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  4. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  5. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  6. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  7. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  8. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da

  9. Linux 3.13

    Canonical übernimmt erneut Kernel-Langzeitpflege

  10. Klötzchen

    Dänemark in Minecraft nachgebaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Digitalkamera: Panono macht Panoramen im Flug
Digitalkamera
Panono macht Panoramen im Flug

Wenn Jonas Pfeil ein Panorama aufnimmt, stellt er nicht Kamera, Stativ und Panoramakopf auf, sondern wirft einen Ball in die Höhe. Um das Panorama anschließend zu betrachten, hantiert er mit einem Tablet. Der Berliner hat Golem.de seine Entwicklung erklärt.

  1. Lytro Illum Neue Lichtfeldkamera für Profis
  2. Nachfolger von Google Glass Google patentiert Kontaktlinsen mit Kameras
  3. Pentax 645Z Mittelformatkamera mit 51 Megapixeln und ISO 204.800

Windows XP ade: Linux ist nicht nur ein Lückenfüller
Windows XP ade
Linux ist nicht nur ein Lückenfüller

Wenn der Support für Windows XP ausläuft, wird es dringend Zeit, nach einer sicheren und vor allem kostenlosen Alternative zu suchen. Linux ist dafür bestens geeignet. Bleibt nur noch die Qual der Wahl.

  1. Freedesktop-Summit Desktops erarbeiten gemeinsam Wayland und KDBus
  2. Open Source Linux 3.15 startet in die Testphase
  3. Linux-Kernel LTO-Patch entfacht Diskussion

First-Person-Walker: Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?
First-Person-Walker
Wie viel Gameplay braucht ein Spiel?

Walking-Simulator-Spiele nennen sie die einen, experimentelle Spiele die anderen. Rainer Sigl hat einen neuen Begriff für das junge Genre der atmosphärisch dichten Indie-Games erfunden: First-Person-Walker - Spiele aus der Ich-Perspektive mit wenig Gameplay.

  1. Flappy 48 Zahlen statt Vögel
  2. Deadcore Indiegames-Turmbesteigung für PC, Mac und Linux
  3. A Maze 2014 Tanzen mit der Perfect Woman

    •  / 
    Zum Artikel