Wisee erkennt Gesten per Funk.
Wisee erkennt Gesten per Funk. (Bild: Uni Washington)

Wisee Gestenerkennung per WLAN

Der Anwender hebt seinen Arm und der Rechner erkennt das als Geste - doch weder eine Kamera noch ein Infrarotsensor befinden sich im Raum. Stattdessen wird seine Bewegung durch eine Auswertung des WLAN-Signals erkannt. Möglich macht das ein Effekt, der auch beim Radar genutzt wird.

Anzeige

Das Gesten-Erkennungssystem von Forschern der Uni Washington erkennt weite Bewegungen der Benutzer allein daran, dass dadurch das WLAN-Signal etwas anders zurückgeworfen wird als zuvor. Grundsätzlich ist diese Form der Bewegungserkennung nichts Neues - der Doppler-Effekt wird auch in der medizinischen Diagnostik bei der Sonographie oder der Radartechnik genutzt, da dieses Phänomen bei Echos von ausgesendeten akustischen und elektromagnetischen Signalen auftritt.

Elektromagnetische Signale sendet auch das WLAN des Benutzers aus. Aufgrund ihrer Wellenlänge durchdringen die Funksignale dünnes Mauerwerk und ermöglichen eine Bewegungserkennung auch dann, wenn sich der Benutzer nicht im gleichen Raum mit dem Router befindet. Die Forscher nennen ihr System Wisee.

Bewegt der Benutzer seinen Arm weg oder hin zum Empfänger, der in den WLAN-Router eingebaut werden könnte, sorgt das für eine winzige Frequenzänderung von einigen Hertz. Die zu erkennen ist angesichts der WLAN-Übertragung im GHz-Bereich schwer.

Wisee löst dieses Problem durch eine Umwandlung des empfangenen Signals in einen schmalbandigen Impuls mit einer Bandbreite von wenigen Hertz. Dieses wird auf Veränderungen hin überwacht.

  • Diese Gesten erkennt Wisee. (Bild: Uni Washington)
  • Und so sehen ihre Signaturen aus.  (Bild: Uni Washington)
Diese Gesten erkennt Wisee. (Bild: Uni Washington)

In ihrem wissenschaftlichen Aufsatz behaupten die Forscher, dass Wisee ohne Änderungen an der WLAN-Hardware mit Mimo-Routern funktioniert, die bauartbedingt mehrere Antennen besitzen. Damit kann sich die Erkennung auf einen Anwender beschränken. Lediglich die Wisee-Empfänger müssen noch hinzukommen.

Der Anwender muss sich bei dem System erst einmal anmelden. Das könnte mit einer ganzen Gestensequenz erfolgen, die vorher festgelegt werden muss. So soll sichergestellt werden, dass keine unabsichtliche Geste ausgeführt wird. Diese Startsequenz erfolgt benutzerindividuell und dient auch als Zugangscode zum System.

Die Technik könnte in einer weiterentwickelten Version zur Steuerung von Heimelektronik wie Fernsehern, Radios und Ähnlichem verwendet werden, schreiben die Forscher in ihrem wissenschaftlichen Aufsatz (PDF). Auch für Computerspiele dürfte die Anwendung interessant sein.


DrWatson 07. Jun 2013

Eine plausible Möglichkeit herauszufinden, ob sich noch andere Personen in der Nähe befinden.

MarioWario 07. Jun 2013

1+

rolitheone 07. Jun 2013

Scheiss auf Kinect, wenn mann künftig leute über wlan beobachten kann.

SoniX 07. Jun 2013

Ja :-D Aber das was uns da als 3D vorgesetzt wird ist ja kein 3D. Ist nur n...

Detailverliebt 07. Jun 2013

Herrlich :D

Kommentieren



Anzeige

  1. Java-Entwickler (m/w)
    Avision GmbH, Oberhaching bei München
  2. Senior SAP Analyst Production & Logistics (m/w)
    GENTHERM GmbH, Odelzhausen
  3. System Operatoren / Incident Manager (m/w)
    SVA System Vertrieb Alexander GmbH, Wiesbaden
  4. Lead Digital Program Manager (m/w)
    CONDÉ NAST VERLAG GMBH, München

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. TIPP: Ryse: Son of Rome (PC Steam Code)
    15,97€ USK 18
  2. Transcend 1.000-GB-SSD
    329,99€

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Place Tips

    Facebook wird zum Stadtführer

  2. Massenüberwachung

    BND speichert 220 Millionen Telefondaten - jeden Tag

  3. Techland

    Dying Light in Deutschland

  4. Instant Messenger

    Der Whatsapp-Webclient ist noch nicht ganz ausgereift

  5. Autoeinbruch

    BMW Connecteddrive gehackt

  6. Satelliten

    Das Internet hebt ab

  7. Jugendschutz

    Jugendmedienschutz fordert Filter für Facebook und Youtube

  8. Solid Energy

    Neuer Akku schafft doppelte Energiedichte

  9. Lego

    Klötzchenspiele mit Jurassic Park und den Avengers

  10. Motorola

    Kitkat-Update fürs Razr i erreicht Deutschland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



IMHO: Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
IMHO
Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!
  1. Operation Eikonal Telekom sieht sich als Abschleppdienst des BND
  2. Certify and go BSI räumt lasche Kontrolle von BND-Überwachungsgeräten ein
  3. Zu viele Krisen Unions-Obmann im NSA-Ausschuss hört auf

Asus Eeebook X205TA im Test: Die gelungene Rückkehr des Netbooks
Asus Eeebook X205TA im Test
Die gelungene Rückkehr des Netbooks

Hidden Services: Die Deanonymisierung des Tor-Netzwerks
Hidden Services
Die Deanonymisierung des Tor-Netzwerks
  1. Silk Road Der Broker aus dem Deep Web
  2. Großrazzia im Tor-Netzwerk Hessische Ermittler schließen vier Web-Shops
  3. Großrazzia im Tor-Netzwerk Die Fahndung nach der Schwachstelle

    •  / 
    Zum Artikel