Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gegen Auslieferung von TVShack-Gründer

Der Brite Richard O'Dwyer soll wegen des Betreibens von TVShack an die USA ausgeliefert werden. Dagegen spricht sich Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, in einer seiner seltenen politischen Interventionen aus.

Anzeige

Der Fall erinnert an Megaupload, aber ohne breiten kommerziellen Hintergrund: Der inzwischen 24-jährige Richard O'Dwyer hatte 2007 sein Linkverzeichnis TVShack gegründet. Darin fanden sich Verweise zu Fernsehsendungen und Kinofilmen, die auf anderen Servern lagen. Im Juni 2010 wurde die Seite von US-Behörden beschlagnahmt.

Erst im Mai 2011 verlangte das US-Justizministerium dann die Auslieferung des Studenten. Er wurde festgenommen und gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Seitdem klagt der Mann erfolglos gegen seine Auslieferung, im März 2012 sprach sich auch die britische Innenministerin Theresa May dafür aus, O'Dwyer an die USA zu überstellen. Dort droht ihm ein Prozess wegen Urheberrechtsverletzungen.

Das findet Jimmy Wales, US-Bürger und Gründer der Wikipedia, nicht gerecht. In einer Onlinepetition bei change.org bezeichnet er O'Dwyer als "Gesicht des Kampfes zwischen der Content-Industrie und den Interessen der Allgemeinheit". Der Student, so Wales, soll für ein mutmaßliches Verbrechen, das in Großbritannien begangen wurde, in den USA angeklagt werden. Wenn es ein Verbrechen gebe, solle es auch in Großbritannien verhandelt werden.

Wales' Ziel sind 50.000 Mitzeichner seiner Petition, derzeit haben diesen Schritt schon über 38.000 Menschen getan. Die Petitionen auf change.org haben jedoch anders als beispielsweise die Onlinepetitionen beim Deutschen Bundestag keine direkte politische Bedeutung. Durch die hohe Zahl der Unterstützer wird das Anliegen eines Petenten aber oft von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen.

Dass sich ausgerechnet Jimmy Wales in die Debatte um den Fall von O'Dwyer einmischt, hat durch eine Nebentätigkeit des Wikipedia-Gründers zudem eine politische Brisanz. Seit März 2012 berät Wales auf Wunsch der britischen Regierung Großbritannien in Fragen von Open Government. Im Januar 2012 hatte Wikipedia zudem aus Protest gegen die US-Gesetzesvorhaben Sopa und Pipa für einen Tag seine Webseite geschlossen.


Atalanttore 28. Jun 2012

kein Text

Charles Marlow 26. Jun 2012

Da scheint wohl in der Politik seit Tony Blair jedes bisschen Rückgrat abhanden gekommen...

budweiser 26. Jun 2012

Wenn du deine Frau hier in der Öffentlichkeit küsst wirst du ja schließlich auch nach...

Kommentieren



Anzeige

  1. Remote Services & Servicetoolmanager (m/w)
    über ANJA KISSLING PERSONALBERATUNG, Region Zollernalb
  2. Web & Mobile Applications Developer (m/w)
    Maenken Kommunikation GmbH, Köln
  3. Software Ent­wickler (m/w) C++
    Synatec GmbH, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart, Salzgitter
  4. IT-Organisationsentwickler/-- in
    Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg-Eppendorf

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Google Kamera

    Androids Kamera-App mit Lens Blur im Play Store erhältlich

  2. Nokia X mit Android im Test

    Windows Phone in Schlecht

  3. Startup

    Uber macht in Berlin trotz Verbot weiter

  4. Qt Creator

    iOS-Unterstützung ist nicht mehr experimentell

  5. Sicherheit

    Google knackt eigene Captcha-Abfragen

  6. Deutscher Computerspielpreis

    Eklat um Serious Games

  7. Energie

    Atomkraftwerk soll auf Tsunami surfen

  8. Onlineportal

    Konkrete Spielerzahlen auf Steam

  9. Smartphone

    LGs Odin-SoC für das G3 geht in die Serienfertigung

  10. Google

    Chrome Remote Desktop als Android-App



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test LG L40: Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter
Test LG L40
Android 4.4.2 macht müde Smartphones munter

Mit dem L40 präsentiert LG eines der ersten Smartphones mit der aktuellen Android-Version 4.4.2, das unter 100 Euro kostet. Dank der Optimierungen von Kitkat überrascht die Leistung des kleinen Gerätes - und es dürfte nicht nur für Einsteiger interessant sein.

  1. LG G3 5,5-Zoll-Smartphone mit 1440p-Display und Kitkat
  2. LG L35 Smartphone mit Android 4.4 für 80 Euro
  3. Programmierbare LED-Lampe LG kündigt Alternative zur Philips Hue an

Vorratsdatenspeicherung: Totgesagte speichern länger
Vorratsdatenspeicherung
Totgesagte speichern länger

Die Interpretationen des EuGH-Urteils zur Vorratsdatenspeicherung gehen weit auseinander. Für einen endgültigen Abgesang auf die anlasslose Speicherung von Kommunikationsdaten ist es aber noch zu früh.

  1. Bundesregierung Vorerst kein neues Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung
  2. Innenministertreffen Keine schnelle Neuregelung zur Vorratsdatenspeicherung
  3. Urteil zu Vorratsdatenspeicherung Regierung uneins über neues Gesetz

Windows 8.1 Update 1 im Test: Ein lohnenswertes Miniupdate
Windows 8.1 Update 1 im Test
Ein lohnenswertes Miniupdate

Microsoft geht wieder einen Schritt zurück in die Zukunft. Mit dem Update 1 baut der Konzern erneut Funktionen ein, die vor allem für Mausschubser gedacht sind. Wir haben uns das Miniupdate für Windows 8.1 pünktlich zur Veröffentlichung angesehen.

  1. Microsoft Installationsprobleme beim Windows 8.1 Update 1
  2. Windows 8.1 Update 1 Wieder mehr minimieren und schließen
  3. Microsoft Windows 8.1 Update 1 vorab verfügbar

    •  / 
    Zum Artikel