Wikipedia Daimler-Mitarbeiter löscht kritische Passage bei Wikipedia

Ein Daimler-Mitarbeiter hat anonym eine kritische Passage aus dem Wikipedia-Artikel über das Unternehmen gelöscht. Obwohl das gegen die Web-2.0-Benimmregeln Daimlers verstößt, wird nicht nachgeforscht.

Anzeige

Aus dem Unternehmensnetzwerk von Daimler ist ein Abschnitt bei Wikipedia gelöscht worden, der dem Konzern an zwei Beispielen massive Einflussnahme auf die Bundesregierung vorwarf. Wie Spiegel Online berichtet, wurden Inhalte von einem Nutzer mit der IP-Adresse 141.113.85.93 aus dem Unternehmensnetzwerk entfernt. Obwohl der Automobilkonzern Leitlinien für das Verhalten seiner Mitarbeiter in Web-2.0-Medien hat, die vorschreiben, sich immer eindeutig als Daimler-Beschäftigter auszuweisen, will die Unternehmensführung keine Nachforschungen dazu anstellen.

Am 22. Februar 2012 wurde ein Abschnitt zur Einflussnahme Daimlers auf politische Entscheidungen gelöscht. Darin wurde berichtet, dass nach Ansicht der Aktivisten von Lobby Control "BMW, Daimler und Porsche den Worst-EU-Lobbying-Award für ihre Lobby-Kampagne gewonnen" haben, weil sie "mit Panikmache und Fehlinformationen die Reduktionen der CO²-Emissionen abschwächen." wollten.

Felix Kamella, ein Sprecher der Organisation Lobbycontrol, sagte Golem.de, es sei "problematisch, wenn von Daimler-Rechnern aus kritische Informationen über Daimler aus der Wikipedia gelöscht werden. Daimler sollte dem nachgehen und darauf hinwirken, dass solche Aktionen in Zukunft nicht mehr passieren."

Beseitigt wurde auch eine Wikipedia-Aussage, die erklärte, dass Daimler während der Ausschreibung für das Satellitenmautsystem Toll Collect direkt im Bundesverkehrsministerium Einfluss genommen habe. Der Abschnitt wurde später von einem anderen Wikipedia-Autor wiederhergestellt.

Ein Daimler-Sprecher erklärte Spiegel Online, dass der Abschnitt nicht im Auftrag der Konzernführung getilgt worden sei. Es habe sich wohl um eine "eigenständige, private Änderung von Mitarbeitern" gehandelt. Dem werde aus Datenschutzgründen nicht weiter nachgegangen. Daimler-Beschäftigte seien aber angewiesen, vor Veröffentlichungen in Web-2.0-Medien Rücksprache mit der Kommunikationsabteilung zu halten. Von der IP-Adresse aus seien auch andere Wikipedia-Artikel geändert worden.

Daimler: Kein Datenschutz bei Facebook-Äußerungen

Datenschutzgründe hinderten Daimler im Mai 2011 nicht daran, Beschäftigte, die in einer Facebook-Gruppe gegen Stuttgart 21 aktiv waren und dort den Gefällt-mir-Button zu einem Beitrag über Daimler-Chef Dieter Zetsche gedrückt hatten, zum Gespräch mit der Personalabteilung vorzuladen. Es sei dem Unternehmen dabei aber um eine Beleidigung, nicht um Meinungsbekundungen gegangen.

Laut Spiegel Online wurden schon in den Jahren 2005 und 2006 von einer IP-Adresse des Konzerns aus 24-mal Änderungen beim Wikipedia-Artikel zu Daimler vorgenommen. Dabei wurde gelöscht, dass der Konzern über direkte Verbindungen mit der faschistischen Regierung Kriegsgefangene und KZ-Insassen als Zwangarbeiter für ein Werk von Flugzeugmotoren einsetzte.


Der Held vom... 15. Mär 2012

Morgen haben wir womöglich Weltfrieden, den real existierenden Sozialismus oder wir sind...

-CK- 14. Mär 2012

Meinungen != Fakten. Wer Schwachsinn von sich gibt, braucht sich nicht über genervte...

lolwut 13. Mär 2012

Ja mal ehrlich ... man muss nicht bei Daimler arbeiten, um Mercedes Fanboy zu sein. Man...

Dagobert 12. Mär 2012

1. Werden nicht 80tsd Menschen entlassen weil 10 Actros weniger verkauft werden, denn das...

Autor-Free 12. Mär 2012

https://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/141.113.85.93

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler (m/w) Java EE
    D.O.M. Datenverarbeitung GmbH, Nürnberg, Ingolstadt
  2. Software-Entwickler (m/w)
    Elsner Elektronik GmbH, Gechingen
  3. Solution Architect SAP NetWeaver Platforms (m/w)
    evosoft GmbH, München
  4. SAP Inhouse Berater BI (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Vic Gundotra

    Chef von Google Plus verlässt das Unternehmen

  2. Quartalsbericht

    Amazon weiter mit hohem Umsatz und etwas Gewinn

  3. Quartalsbericht

    Microsofts Gewinn und Umsatz fallen

  4. Element

    Schenkers Windows-Tablet ab 350 Euro - aber ohne Tastatur

  5. Epic Games

    Unreal Engine 4.1 mit Zugriff auf Konsolen-Quellcode

  6. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  7. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  8. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  9. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  10. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Conversnitch: Die twitternde Abhörlampe
Conversnitch
Die twitternde Abhörlampe

Conversnitch ist eine kleine Lampe, die unauffällig Gesprächsfetzen aus ihrer Umgebung mitschneidet, online eine Spracherkennung durchführt und den Text auf Twitter postet. Die Kunstaktion soll das Bewusstsein für die alltägliche Überwachung wecken.

  1. Menschenrechte Schärfere Exportkontrollen für Spähprogramme gefordert
  2. NSA-Skandal "Europa ist doch keine Kolonie"
  3. Frankreich Geheimdienst greift auf alle Daten von Orange zu

Microsoft: Remote-Desktop-App für Windows Phone
Microsoft
Remote-Desktop-App für Windows Phone

Microsoft hat eine Remote-Desktop-App für Windows Phone veröffentlicht. Damit kann aus der Ferne von einem Smartphone auf einen anderen Windows-Rechner zugegriffen werden, ohne dass auf diesem eine spezielle Software installiert sein muss.

  1. Cortana im Test Gebt Windows Phone eine Stimme
  2. Smartphones Nokia und HTC planen Updates auf Windows Phone 8.1
  3. Ativ SE Samsungs neues Smartphone mit Windows Phone

Palcohol: Der Cocktail in Pulverform
Palcohol
Der Cocktail in Pulverform

Mit kleinem Gepäck unterwegs und trotzdem nicht auf den abendlichen Drink verzichten? Ein US-Unternehmen hat Rum und Wodka in Pulver verwandelt. Zum Trinken einfach mit Wasser aufgießen - zum Schnupfen jedoch nicht geeignet.

  1. OLED Das merkwürdige Bindungsverhalten organischer Halbleiter
  2. Max-Planck-Institut Quantencomputer werden Silizium-Chips ähnlicher
  3. Kognitionswissenschaft Computer erkennt 21 Gesichtsausdrücke

    •  / 
    Zum Artikel