Anzeige
Whistleblower in Deutschland genießen keinen Rechtsschutz.
Whistleblower in Deutschland genießen keinen Rechtsschutz. (Bild: snippits-and-slappits.blogspot.com)

Whistleblower in Deutschland Blockwarte und Denunzianten

Edward Snowden ist auf der Flucht. Mit seinen Enthüllungen ist er ein hohes persönliches Risiko eingegangen, obwohl es in den USA einen im Vergleich zu Deutschland guten, etablierten Schutz von Whistleblowern gibt.

Anzeige

Hätte Edward Snowden in Deutschland Informationen über den Geheimdienst an die Öffentlichkeit gebracht, wäre er nicht durch eine eindeutige Gesetzgebung für Whistleblower geschützt. Das wollte die Opposition vor wenigen Tagen mit einem Antrag ändern. Der wurde allerdings von der Regierungsmehrheit abgelehnt.

Anders in den USA: Dort gibt es seit 1989 einen eigenen "Whistleblower Protection Act", auf den sich Snowden bei seiner Verteidigung berufen könnte. Oder seit 2002 den "Sarbanes Oxley Act", der insbesondere börsennotierte Unternehmen verpflichtet, Warnhinweisen nachzugehen. Demnach kann die Diskriminierung von Whistleblowern mit hohen Bußgeldern, ja sogar Gefängnis bestraft werden. Whistleblower stehen auch dann unter Schutz, wenn sie Rechtsbrüche durch Regierungsbehörden, Amtsmissbrauch oder Verschwendung öffentlicher Gelder publik machen.

Offenbar will Snowden aber das Risiko einer Verurteilung gar nicht eingehen. Ein US-Bundesgericht hat ihn wegen Spionage und Diebstahls angeklagt und einen Haftbefehl ausgestellt. Er sitzt aktuellen Berichten zufolge gegenwärtig im Transitbereich des Moskauer Flughafens mit einem annullierten US-Pass - Ziel ungewiss.

Schutz für Whistleblower in Großbritannien

In Großbritannien ist der Whistleblower-Schutz ebenfalls seit längerem etabliert. Seit 1999 gibt es den "Public Interest Disclosure Act", der das Whistleblowing im "öffentlichen Interesse" sieht und deshalb "geschützte Enthüllungen" ermöglicht. Das Gesetz soll vor allem internes Whistleblowing unterstützen, also Aktivitäten in Unternehmen und Behörden. Wenn das nicht funktioniert, greifen höhere Schutzregelungen. Die Beweislast für die Missstände liegt hier überdies nicht beim Whistleblower, sondern bei der beschuldigten Organisation.

Kaum Schutz in Deutschland

In Deutschland hingegen ist das persönliche Risiko eines Whistleblowers wesentlich höher. Wird er entlassen, gar wegen Verletzung von Betriebsgeheimnissen verklagt, kann er keineswegs darauf vertrauen, dass Richter sein Handeln angemessen würdigen. Denn anders als in den USA und Großbritannien gibt es in Deutschland überhaupt keinen gesetzlichen Schutz für Whistleblower.

Der Gang an die Öffentlichkeit ist für viele Whistleblower oft der letzte Ausweg, um einen Missstand aufzudecken - und mit hohem persönlichen Risiko verbunden. Meist haben sie lange vergeblich versucht, intern auf illegale Machenschaften oder Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen. So die Tierärztin und Stallveterinärin Margrit Herbst: Sie hatte sich betriebsintern lange darum bemüht, BSE-Verdachtsmomente bei Schlachttieren gründlicher abklären zu lassen. Ohne Erfolg.

Als sie schließlich in Fernsehsendungen über die Gefahr berichtete, wurde sie fristlos entlassen. Ihre Kündigungsschutzklagen blieben erfolglos. Der Schlachthofbetreiber verklagte sie sogar auf Schadensersatz. Das Oberlandesgericht lehnte dies letztlich ab, weil ihre Behauptungen wahr waren. In den USA hätte Margrit Herbst möglicherweise selbst auf Schadensersatz klagen können.

Whistleblower in Deutschland sind illoyal 

eye home zur Startseite
Edebeton 05. Jul 2013

Schlimm schon schlimm genug, unser Merkel kann ja nun nicht öffentlich bekennen, die G10...

azeu 29. Jun 2013

Ich hoffe doch mal, dass die Zeitungen stichhaltige Beweise haben. Ich nehme mal nicht...

Atalanttore 29. Jun 2013

Die dafür notwendige Registrierung mit seinem vollen Namen, seiner Adresse und weiteren...

Atalanttore 29. Jun 2013

Der Fall Mollath beweist es. Ein kleine Zusammenfassung zu dem Thema findet man auf...

caso 28. Jun 2013

Wahre Worte!

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Business Intelligence Analyst (m/w)
    über Hanseatisches Personalkontor Nürnberg, Dreieck Ingostadt, München, Regensburg
  2. SAP-Inhouseberater (m/w)
    NÜRNBERGER Lebensversicherung AG, Nürnberg
  3. Customer Product Manager für die Personalisierung von Kundenprodukten (m/w)
    Giesecke & Devrient GmbH, München
  4. Gruppenleiter (m/w) Logistik, A/R und Risikomanagement
    Vodafone D2 GmbH, Düsseldorf (Home-Office)

Detailsuche



Anzeige

Folgen Sie uns
       


  1. Snowden

    Natural Born Knüller

  2. Ohne Google-Dienste

    Fairphone 2 bekommt offenes Android

  3. Messenger

    Whatsapp bekommt offenbar Voicemail und Rückrufe

  4. Großinvestor

    Icahn steigt bei Apple aus

  5. Ohne Display

    Leica M-D ist eine analoge Digitalkamera

  6. Smartphone-Chips

    Intel soll Broxton und Sofia eingestellt haben

  7. Youtube

    Geld verdienen trotz Rechtestreit

  8. Streaming

    Bundestag gibt Gema und VG Wort neue Rechte

  9. Security

    Der Internetminister hat Heartbleed

  10. Wifi-Pro-Serie

    Devolo betritt den WLAN-Markt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Privacy-Boxen im Test: Trügerische Privatheit
Privacy-Boxen im Test
Trügerische Privatheit
  1. Alphabay Darknet-Marktplatz leakt Privatnachrichten durch eigene API
  2. Verteidigungsministerium Ursula von der Leyen will 13.500 Cyber-Soldaten einstellen
  3. Angebliche Zukunftstechnik Sirin verspricht sicheres Smartphone für 20.000 US-Dollar

LG Minibeam im Test: Wie ein Beamer mein Begleiter wurde
LG Minibeam im Test
Wie ein Beamer mein Begleiter wurde
  1. Huawei P9 im Test Das Schwarz-Weiß-Smartphone
  2. HTC Vive im Test Zwei mal zwei Meter sind mehr, als man denkt
  3. Panono im Test Eine runde Sache mit ein paar Dellen

Ubuntu on Windows im Test: Eine neue Hassliebe auf der Kommandozeile
Ubuntu on Windows im Test
Eine neue Hassliebe auf der Kommandozeile
  1. Subsystem für Linux Microsoft entschlackt den Kernel für Ubuntu on Windows
  2. Windows 10 Neue Insider-Preview verbessert Stift-Unterstützung
  3. Windows 10 Insider Build Vorschau mit dem Windows Subsystem for Linux ist da

  1. Re: Was für ein Leak

    1nformatik | 12:10

  2. Re: Vorinstallierte Browser und Suchen verbieten.

    Allandor | 12:09

  3. Halb so wild

    Ununhex | 12:09

  4. Re: Wie dachte man noch nach Ballmers Abtritt?

    DeathMD | 12:07

  5. Diese Seite benötigt einen Edge Browser

    Kaiser Ming | 12:06


  1. 12:01

  2. 11:50

  3. 11:40

  4. 11:35

  5. 11:25

  6. 11:10

  7. 10:50

  8. 10:46


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel