Werbewirtschaft: Werbung auf illegalen Websites soll eingedämmt werden
Dr. Bernd Nauen, Geschäftsführer Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft, ZAW (Bild: ZAW)

Werbewirtschaft Werbung auf illegalen Websites soll eingedämmt werden

Die Hintermänner des Internetportals Kino.to konnten Werbeeinnahmen in Millionenhöhe erzielen, indem sie illegal Filme veröffentlichten. Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft will die "Finanzierung illegaler Geschäftspraktiken durch Werbung" spürbar eindämmen, erklärt ZAW-Geschäftsführer Bernd Nauen im Interview.

Anzeige

iRights.info: Die Rechteindustrie geht seit Jahren gegen Internetportale vor, die urheberrechtlich geschützte Werke illegal veröffentlichen. Die Portale finanzieren sich teilweise über Abomodelle, aber auch über Werbung. Trägt die Werbewirtschaft indirekt eine Mitverantwortung für die Urheberrechtsverletzungen?

Bernd Nauen: Es ist bekannt, dass sich Webseiten wie Kino.to auch durch Werbung finanzieren. Auch wenn es valide Zahlen über die Werbeeinnahmen solcher illegalen Portale nicht gibt, unsere Haltung ist eindeutig: Der ZAW und seine Mitglieder distanzieren sich von Online-Piraterie-Aktivitäten. Dabei messen wir dem Schutz des geistigen Eigentums auch deshalb eine hohe Bedeutung zu, weil kein geringer Anteil unserer Mitglieder von und mit diesem rechtlich geschützten Gut lebt. Werbungtreibende, Agenturen, technische Dienstleister und Medien bekennen sich also zu dem Ziel, unter Wahrung der Freiheit kommerzieller Kommunikation, die Finanzierung illegaler Geschäftspraktiken durch Werbung spürbar einzudämmen. Und schließlich darf auch bei den Nutzern nicht der Eindruck entstehen, bestimmte Portale seien legal, weil dort geworben wird.

Dies vorausgeschickt ist es schon heute so: Wenn Rechteinhaber werbende Unternehmen oder die für die Verteilung von Werbung beauftragten Dienstleister darauf aufmerksam machen, dass ihre Werbung auf illegalen Plattformen läuft, wird diese unverzüglich zurückgezogen. Die entsprechenden Seiten werden dann gemieden. Allerdings besteht wohl noch Raum, die Schaltungsroutinen in bestimmten Bereichen der digitalen Wertschöpfungskette zu optimieren, um solche Fehlschaltungen von vornherein zu vermeiden.

Werbung rückt auf die Agenda

iRights.info: Ist es verboten, auf einem Portal zu werben, das Inhalte offensichtlich unrechtmäßig veröffentlicht?

Nauen: Das ist eine sehr schwierige - von den Umständen des Einzelfalls abhängige - Frage. Es gibt hierzu meines Wissens keine obergerichtliche Rechtsprechung, die klare Orientierung gibt. Deshalb prüfen wir, losgelöst von den straf- oder zivilrechtlichen Fragen tätig zu werden, um Fehlschaltungen strukturell einzudämmen.

iRights.info: Rückt das Thema "Werbefinanzierte Urheberrechtsverstöße" auf der Agenda nach oben?

Nauen: Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat 2008 den "Wirtschaftsdialog für mehr Kooperation bei der Bekämpfung der Internetpiraterie" eingerichtet. Zunächst wurde vor allem die Strafverfolgung gegen illegale Anbieter diskutiert. Sie gestaltet sich bekanntlich schwierig, oftmals entziehen sich die Betreiber den Behörden, etwa weil ihre Server im Ausland stehen. Maßnahmen unter Einbeziehung der Nutzer solcher Portale, beispielsweise Warnhinweise, sind zugleich äußerst umstritten. Relativ neu in der Debatte ist die Frage, welche Rolle die Werbung im Kampf gegen illegale Portale spielt. Der ZAW hat diese Thematik bereits aufgegriffen und hierzu ein erstes Branchentreffen mit Agenturen, technischen Dienstleistern, Werbungtreibenden und Rechteinhabern organisiert.

iRights.info: Was hat das erste Treffen gebracht?

Nauen: Wir haben uns hauptsächlich mit den Bedingungen beschäftigt, unter denen die Werbeschaltung in den betroffenen Bereichen der Onlinewerbung abläuft und die bereits erwähnte Thematik von Fehlschaltungen analysiert. Der Auftakt ist vielversprechend verlaufen: Das Problembewusstsein ist vorhanden, der Sachverstand auch. Sicherlich wird es für den weiteren Verlauf darauf ankommen, dass nicht nur Lippenbekenntnisse abgegeben werden.

Keine Automatismen, Werbungen auf Piraterie-Angeboten auszuschließen 

lalelu 03. Jul 2012

Es geht ja nicht um dürfen, sondern um wollen. Sie _wollen_ dann dort nciht mehr...

BerlinerMaxe 03. Jul 2012

Bring mal nen paar Beipielkeywords wo man unter den Erstplatzierten (Top10) Cookie...

lala1 03. Jul 2012

... wenn man mit den Werbeleuten sprechen würde, könnte ich mir vorstellen bekommt man...

onkel hotte 03. Jul 2012

das ist doch schwachfug. wer "sixth sense" und konsorten einmal gesehen hat, dem nützt...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler mit Projektleiterfunktion im Bereich Embedded Systems (m/w)
    TQ-Systems GmbH, Weßling/Oberbayern
  2. TK-Anlagen-Administrator (m/w)
    Bosch Communication Center Magdeburg GmbH, Magdeburg
  3. Senior Service Manager Outsourced Operations Management (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart
  4. Netzwerktechniker / Administrator (m/w)
    Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG, Göttingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Wearables

    Fitbit unterstützt Windows

  2. 3D-Technologie

    US-Armee will Sprengköpfe drucken

  3. Hohe Investition

    Hilton will Hotelschlüssel durch Smartphones ersetzen

  4. Probleme mit der Haltbarkeit

    Wearables gehen zu schnell kaputt

  5. Nachfolger von Brendan Eich

    Chris Beard ist neuer Mozilla-Chef

  6. E-Plus

    Berliner U-Bahn bis Jahresende mit UMTS und LTE ausgerüstet

  7. 100 MBit/s

    Telekom will 38.000 Kabelverzweiger für Vectoring

  8. Regierungsrazzia

    Chinesische Büros von Microsoft durchsucht

  9. Sebastian Kügler

    Pläne für Wayland-Unterstützung in KDE Plasma 5

  10. Dieselstörmers

    Modemarke gegen Actionspiel



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
LG 34UM95 im Test: Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
LG 34UM95 im Test
Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming
  1. Free-Form Display Sharp zeigt LCD mit kurvigem Rahmen
  2. Eizo Foris FS2434 IPS-Display mit schmalem Rahmen für Spieler
  3. Philips 19DP6QJNS Klappmonitor mit zwei IPS-Displays

Privacy: Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies
Privacy
Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies
  1. Passenger Name Record Journalist findet seine Kreditkartendaten beim US-Zoll
  2. Android Zurücksetzen löscht Daten nur unvollständig
  3. Privatsphäre Bundesminister verlangt Datenschutz beim vernetzten Auto

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

    •  / 
    Zum Artikel