Webhoster: OVH gehackt, verschlüsselte Passwörter entwendet
OVH meldet einen Einbruch in seine Server, bei dem verschlüsselte Passwörter entwendet wurden. (Bild: OVH)

Webhoster OVH gehackt, verschlüsselte Passwörter entwendet

Der Webhoster OVH wurde nach eigenen Angaben gehackt. Dabei könnten verschlüsselte Passwörter entwendet worden sein. Der Anbieter rät dazu, sie umgehend zu ändern. Zugang zu Kreditkarteninformationen sollen die Datendiebe aber nicht gehabt haben.

Anzeige

Der französische Webhoster OVH meldet einen Einbruch auf seinen Servern am Standort Roubaix. Dort haben Datendiebe möglicherweise unter anderem verschlüsselte Passwörter erbeutet. OVH rät dazu, diese umgehend zu ändern. Außerdem sollen die Einbrecher versucht haben, sich Zugang zum Installationssystem auf den Servern in Quebec zu verschaffen. Kreditkarteninformationen sollen bei dem Einbruch aber nicht gefährdet gewesen sein, da sie extern gespeichert werden.

Wann sich der Vorfall ereignete, teilte OVH nicht mit. Die Einbrecher hätten zunächst versucht, sich Zugang zu der Datenbank der europäischen Kunden zu verschaffen. Dort werden nach Angaben des Webhosters neben den verschlüsselten Passwörtern auch Name, Vorname und Kundenkennung sowie Adresse, Stadt, Land, Telefon- und Faxnummer der Kunden gespeichert. Die Passwörter sind mit salted SHA512 verschlüsselt. Es erfordere eine enorme Rechenleistung, um sie zu entschlüsseln, es sei aber möglich, schreibt das Unternehmen. OVH will die betroffenen Kunden per E-Mail informieren.

Unsicherer SSH-Schlüssel

Der Einbruch in die Installationsserver könnte laut OVH ebenfalls Risiken für Kunden haben. Falls Kunden den OVH-SSH-Schlüssel auf ihren eigenen Servern nicht gelöscht haben, könnten Angreifer diesen nutzen, um sich Zugang zu den Servern der Kunden zu verschaffen und das dortige Passwort aus der .p-Datei auszulesen. Allerdings lässt sich der SSH Key nur vom Backend in Quebec aus nutzen. Deshalb habe OVH das Passwort der Server im Rechenzentrum BHS unverzüglich geändert. Das gelte nur für Kunden, die sowohl den SSH-Key nicht gelöscht als auch das Root-Passwort nicht geändert haben. Das werde den Betroffenen ebenfalls per E-Mail mitgeteilt. Außerdem will OVH den SSH-Key bei allen Servern in Quebec und Europa löschen. Möchte ein Kunde OVH später Zugriff auf seine Server gewähren, muss er einen neuen Schlüssel installieren.

Die Einbrecher hätten sich zunächst Zugang zum E-Mail-Account eines ihrer Systemadministratoren verschafft. Darüber sei es gelungen, einen weiteren Zugang zum VPN zu erhalten. Über diesen hätten die Einbrecher weitere Zugangsdaten des für das interne Backoffice zuständigen Systemadministratoren erhalten und missbraucht.

Damit solche Einbrüche künftig nicht mehr möglich sind, wurden die Passwörter aller Mitarbeiter für alle Zugänge geändert. Außerdem hat OVH ein neues VPN mit besonders restriktiven Zugängen nach PCI-DSS eingerichtet. Zugriff auf interne E-Mails erhalten Mitarbeiter nur noch von einem der OVH-Standorte oder über ein internes VPN. Außerdem werden Mitarbeiter mit kritischen Zugängen dreifach überprüft. Die Quell-IP wird ermittelt und neben dem persönlichen Passwort auch ein persönliches Hardware-Token abgefragt.

Das Unternehmen entschuldigt sich bei seinen Kunden. Es habe Strafanzeige erstattet. "Kurz gesagt, wir waren nicht paranoid genug", resümiert der Firmengründer Octave Klaba.


adk1601 24. Jul 2013

OVH hat eine öffentlich zugängliche Weathermap in der man die aktuelle Auslastung der...

boiii 24. Jul 2013

Sehr unterhaltsam! (und etwas informativ zum Thema Kundenumgang) www.homerj.de/index.php...

Egon E. 24. Jul 2013

Es hat ganz einfach gar nichts mit zurückrechnen zu tun, sondern ist im Grunde das genaue...

Tijuana 24. Jul 2013

Hihi..... ähm nein, die Datensätze wurden einfach kopiert, und wie man das merkt...

Kommentieren


hep-cat.de / 23. Jul 2013

Hauptsitz von OVH kompromittiert



Anzeige

  1. Direktor (m/w) Collaboration und Web Technologien
    BIOTRONIK SE & Co. KG, Berlin
  2. (Junior) Consultant (m/w) Big Data / Business Intelligence / Data Warehouse
    saracus consulting GmbH, Münster und Baden-Dättwil (Schweiz)
  3. Mobile Developer - Andriod / iOS (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  4. SAP CRM Berater (m/w)
    SPIRIT/21, Braunschweig

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Verbraucherzentrale

    Auf Schreiben wegen Rundfunkbeitrag reagieren

  2. Filmstreaming

    Erste Preise für Netflix Deutschland sichtbar

  3. Alone in the Dark

    Atari setzt auf doppelten Horror

  4. LMDE

    Linux Mint wechselt zu Debian Stable neben Ubuntu

  5. Preisvergleich

    Ergebnisse in Preissuchmaschinen nicht zuverlässig

  6. Akoya P2213T

    Medion stellt Windows-Convertible für 400 Euro vor

  7. Hacker

    Lizard Squad offenbar verhaftet

  8. Lennart Poettering

    Systemd und Btrfs statt Linux-Distributionen mit Paketen

  9. Dircrypt

    Ransomware liefert Schlüssel mit

  10. Wegen Computerabstürzen

    Nasa will Speicher eines Marsroboters neu formatieren



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Benq FHD Wireless Kit im Test: Full-HD bequem drahtlos durchs halbe Haus funken
Benq FHD Wireless Kit im Test
Full-HD bequem drahtlos durchs halbe Haus funken
  1. Project Ara Rockchip und Toshiba in Googles modularem Smartphone
  2. Google und Linaro Android-Fork für Modulsmartphone Ara

Alma und E-ELT: Auf den Spuren der Superteleskope
Alma und E-ELT
Auf den Spuren der Superteleskope
  1. Saturn Mit dem Enterprise-Warpcore Planeten erforschen
  2. Urknall Waren die Spuren des Urknalls nur Staubmuster?
  3. Astronomie Auf der Suche nach außerirdischer Luftverschmutzung

Test Infamous First Light: Neonbunter Actionspaß
Test Infamous First Light
Neonbunter Actionspaß
  1. Infamous Erweiterung First Light leuchtet Ende August 2014

    •  / 
    Zum Artikel