Vibrotaktiles Display: Dämpfungseffekt der Haut
Vibrotaktiles Display: Dämpfungseffekt der Haut (Bild: Lynette Jones/MIT)

Wearables MIT-Forscher experimentieren mit vibrotaktilem Display

Wearables, Computer in der Kleidung, eröffnen die Möglichkeit, Informationen auf eine neue Art und Weise darzustellen. Eine MIT-Forscherin befasst sich damit, wie Daten durch Vibrationen auf der Haut wahrgenommen werden können.

Anzeige

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) testen vibrotaktile Displays - also Möglichkeiten, Informationen durch sensorische Reize darzustellen. Lynette Jones hat ein Testgerät für solche Anwendungen konstruiert.

Haut sei ein gutes Kommunikationsmedium, wenn auch eines, das noch weitgehend unerschlossen sei. Haut und Retina hätten in etwa die gleiche Anzahl an Rezeptoren, sagt Jones. Aber in der Haut verteilten sie sich über eine viel größere Fläche. Die Haut sei sehr empfindsam und deshalb sehr nützlich für eine solche Anwendung. Es gelte, Wege zu finden, die Informationen zum Empfänger zu übertragen.

Ausbreitung der Vibrationen in der Haut

Dafür sei das Wissen wichtig, welche Körperregionen besonders gut auf Vibrationen ansprechen, damit die Entwickler die Vibrationsmotoren entsprechend platzieren könnten. Dafür hat Jones ein Verfahren entwickelt, um die Ausbreitung der Vibrationen in der Haut in drei Dimensionen zu erfassen.

Sie hat eine Anordnung aus acht kleinen Beschleunigungssensoren und einem Vibrationsmotor, wie er in Mobiltelefonen zum Einsatz kommt, konstruiert. Mit dieser Anordnung hat sie die Reaktionen an drei Körperstellen bei acht Probanden getestet: an der Handfläche, dem Unterarm und am Oberschenkel. An allen drei Körperstellen breiteten sich die Vibrationen nicht weiter als 8 Millimeter aus.

Neun Motoren

Eine zweite Anordnung bestand aus einer Matrix aus dreimal drei Motoren, die sie ebenfalls wieder an den drei Stellen testete. Auch hier wirkten die Vibrationen nicht weiter als 8 Millimeter, doch die Probanden nahmen sie noch bis zu einer Entfernung von 2,4 Zentimetern wahr. Sollten sie die Motoren in der Anordnung lokalisieren, konnte sie das in der Handfläche besser als am Unterarm oder am Schenkel. An allen drei Stellen konnten sie die Vibrationen der Eckmotoren besser erkennen als die der inneren Motoren. Das könnte daran liegen, dass der Mensch mit den Rändern seiner Körperteile Vibrationen und andere Reize lokalisiert, vermutet die MIT-Forscherin.

Der Dämpfungseffekt der Haut sei wichtig, wenn Entwickler beispielsweise mehrere Motoren mit verschiedenen Frequenzen einsetzen wollten, etwa einen schnelleren und einen langsameren, sagt Jones: Befänden sie sich zu nahe beieinander, könnten sie nicht zu unterscheiden sein. Oder sie könnten an einer Stelle am Körper unterschieden werden, an einer anderen hingegen nicht.

Was kann der Mensch verarbeiten?

Um ein Interface für einen bestimmten Empfindungskomplex - Sehen, Hören, Riechen, Schmecken oder Fühlen - zu gestalten, müsse man zuerst herausfinden, was der Mensch überhaupt verarbeiten könne, erklärt Jones, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift IEEE Transactions on Haptics veröffentlichen wird. "Es hat keinen Sinn, etwas sehr kompakt zu gestalten, was aus technischer Sicht wünschenswert sein mag, wenn es im menschlichen Gebrauch nicht unterscheidbar ist."

Gedacht sind vibrotaktile Displays für Wearables, also Computer zum Anziehen. Eine Anwendung könnte ein Navigationsgerät sein: Statt einer elektronischen Karte oder einer Stimme weisen Vibrationen auf seinem Körper dem Fahrer den Weg, oder das Muster der Vibrationen sagt ihm, in welche Richtung er abbiegen oder wann stoppen soll. Auch bei Katastropheneinsätzen könnten sie genutzt werden: Feuerwehrleute könnten beispielsweise mit Hilfe von taktilen Daten durch ein brennendes Gebäude geleitet werden.


gozzor 17. Jun 2013

Wohl eher nicht will, oder es nicht gestattet ist. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste...

RhinigtasSalvex 15. Jun 2013

Nope weil die brail shrift nur mit den fingern gelesen wird und sie hat sich das überrall...

E-L 15. Jun 2013

Wer brauch schon einen Vibrator am Körper? Also ich ganz bestimmt nicht! ;-)

Kommentieren



Anzeige

  1. Junior BI- / Datenbankspezialist (m/w)
    UVEX WINTER HOLDING GmbH & Co. KG, Fürth
  2. PreSales Storage Consultant Service Provider (m/w)
    NetApp Deutschland GmbH, München, Stuttgart oder Hamburg
  3. Product Owner (m/w)
    TeamViewer GmbH, Göppingen
  4. Architect Cloud Platform / IaaS (m/w)
    Microsoft Deutschland GmbH, verschiedene Standorte

 

Detailsuche


Top-Angebote
  1. NEU: Xbox One Konsole inkl. 2 Wireless Controller
    329,00€
  2. NEU: 3 Blu-rays für 20 EUR
    (u. a. World War Z, Gesetz der Rache, Star Trek, True Grit, Parker)
  3. NEU: Blu-ray-Boxsets zum Aktionspreis
    (u. a. Transformers Trilogie 13,97€, Der Pate 28,97€, Star Trek Collection 59,97€, Die nackte...

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Predictive Policing

    Noch hat keiner bewiesen, dass Data Mining der Polizei hilft

  2. Halo 5 Guardians

    Master Chief ist Held oder Verräter im Oktober 2015

  3. British Airways

    Hacker hatten Zugriff auf Bonusmeilen

  4. Gewerkschaft

    Amazon-Streik vor Ostern ausgeweitet

  5. Forschung

    Graphen soll LEDs verbessern

  6. Qualitätsprobleme

    Withings Activité Pop mit Glasbruch und Verletzungsgefahr

  7. Apple-Patent

    Smartphone-Kamera mit drei Sensoren

  8. Taxi-Dienst

    Uber plant neuen Dienst für Deutschland

  9. Pilotprojekt

    DHL-Paketkasten kommt in Mehrfamilienhäuser

  10. Technical Preview

    Windows 10 erscheint in Kürze für weitere Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Raspberry Pi 2: Die Feierabend-Maschine
Raspberry Pi 2
Die Feierabend-Maschine
  1. GCHQ Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster
  2. Raspberry Pi 2 Fotografieren nur ohne Blitz
  3. Internet der Dinge Windows 10 läuft kostenlos auf dem Raspberry Pi 2

Gnome 3.16 angesehen: "Tod der Nachrichtenleiste"
Gnome 3.16 angesehen
"Tod der Nachrichtenleiste"
  1. Server-Technik Gnome erstellt App-Sandboxes
  2. Display-Server Volle Wayland-Unterstützung für Gnome noch dieses Jahr
  3. Linux Gnome-Werkzeug soll für bessere Akkulaufzeiten sorgen

Openstack: Viele brauchen es, keiner versteht es - wir erklären es
Openstack
Viele brauchen es, keiner versteht es - wir erklären es
  1. Cebit 2015 Das Open Source Forum debattiert über Limux

  1. Re: Alice Madness Returns

    Huetti | 11:17

  2. Re: So dicke Eier...

    crack_monkey | 11:17

  3. LibreOffice war für mich schon immer,...

    Mysticdragon | 11:16

  4. Re: Kickstarter missbraucht...

    janpi3 | 11:16

  5. *Grusel*

    hungkubwa | 11:16


  1. 11:04

  2. 10:43

  3. 09:57

  4. 08:12

  5. 07:23

  6. 16:09

  7. 15:29

  8. 12:41


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel