We are Anonymous: Das Aufbegehren der durchschnittlichen Internetbürger
(Bild: Jean-Philippe Ksiazek/AFP/Getty Images)

We are Anonymous Das Aufbegehren der durchschnittlichen Internetbürger

Das Buch "We are Anonymous" erklärt den Ursprung und den Werdegang einer Bewegung, die als Antwort auf die zunehmende Regulierung des Internets weiter wächst.

Anzeige

"Über /b/ spricht man nicht." So lauten die erste und die zweite Regel des Internets von Anonymous. Das Unterforum /b/ ist der berühmteste und berüchtigste Teil von 4chan. Hier werden Bilder und andere Dateien jenseits allen Massengeschmacks getauscht, und der Umgangston ist nichts für Zartbesaitete. Das Forum gilt als die Geburtsstätte von Anonymous.

Reden darf man darüber also nicht. Aber schreiben kann man über /b/ durchaus. Die drei Netzwelt-Redakteure Ole Reißmann, Christian Stöcker und Konrad Lischka von Spiegel Online haben es jedenfalls getan: Ihr am Montag veröffentlichtes Buch "We are Anonymous" beschreibt den Ursprung von Anonymous bis hin zum mutigen Kampf der Anons, wie sich die Anonymous-Aktivisten selber nennen, gegen Korruption und die Macht der Drogenkartelle in Mexiko.

"Wer sie sind, was sie antreibt, was sie wollen", so lautet der Untertitel. Es ist das erste deutschsprachige Buch, das sich an diesen Fragen versucht, indem es die Entwicklung von Anonymous umfassend wiedergibt. Im englischsprachigen Raum gibt es solche Werke längst, besonders die Anthropologin Gabriella Coleman hat viel zur Geschichte und zum Selbstverständnis von Anonymous veröffentlicht. Das meiste davon steht frei zugänglich im Netz.

Anonymous als Rorschach-Test

Aber wie schwierig es ist, dauerhaft gültige Antworten zum Wesen der Anons zu geben, zeigt eine aktuelle Aufsatzreihe mit dem Titel Building a Better Anonymous, die aus einer Diskussion beim Defcon-Hackertreff im August 2011 entstanden ist: "Anonymous ist ein Rorschach-Test", schreiben die Autoren. "Wir sehen in Anonymous, was wir sehen wollen. Wir projizieren. Unsere Erzählung sagt mehr über uns aus als über Anonymous."

Die Spiegel-Online-Autoren versuchen nun, mit einer chronologischen Auflistung von Anonymous-Aktionen, Splittergruppen, Beweggründen und Zielen zumindest zu zeigen, was Anonymous alles nicht ist: eine Hackergruppe, ein stabiles Kollektiv, eine berechenbare Bewegung etwa.

Reißmann, Stöcker und Lischka beschreiben, wie sich Anonymous-Aktivisten für einzelne Aktionen zusammentun, danach aber vielleicht nie wieder miteinander sprechen. Sie zeigen auf, dass AnonOps und AnonNet - Teilgruppen, die durch ihre Aktionen gegen Scientology und für Wikileaks bekanntwurden - als politische Arme, und die mittlerweile aufgelöste Splittergruppe Lulzsec als bewaffneter Arm von Anonymous galten - dass sie aber oft nur der Ursprung auf 4chan und artverwandten sogenannten Imageboards einte.

Motivationen und Ziele sind auch innerhalb der Bewegung veränderlich. Und Anons, die von diesen Zielen und den zu deren Erreichung gewählten Mitteln rein gar nichts halten, gibt es immer.

Anonymous und seine zahlreichen Teil-, Splitter- und Trittbrettfahrergruppen, das betonen die Autoren immer wieder, wollen oft vor allem eines: sogenannte lulz. Sie wollen Spaß haben. Sie tun dafür Dinge, die man fragwürdig bis bösartig finden kann und die auf keinen Fall mit der Hackerethik vereinbar sind.

Nicht wenige Anons schulen aber eben auch oppositionelle Iraner im Umgang mit Anonymisierungssoftware, unterstützen Occupy-Demonstranten medial, mischen sich mit eigens produzierten Videos in die Diskussion um das Handelsabkommen Acta ein und attackieren ägyptische, libysche und syrische Regierungsseiten im Arabischen Frühling. In diesen Fällen tritt der Spaß in den Hintergrund.

Anonymous als Haltung 

hedgejus 04. Mär 2012

Ich habe von Christian Stöcker schon das Buch "Nerd-Attack" gelesen (vernascht oder...

Der Held vom... 24. Feb 2012

Da sind wir uns einig. Ohne die sigas, omos und sonstigen schillernden Regulars hier im...

Der Held vom... 24. Feb 2012

Richtig. Und das ist auch gut so. Entweder fehlt in diesem Satz ein Wort oder er enthält...

omo 22. Feb 2012

"am Ende der Sache nur schaden" Welcher Sache?

Der Held vom... 22. Feb 2012

Anonymus ist per se ein sehr diffuser Sammelbegriff wie "Terroristen...

Kommentieren



Anzeige

  1. Systems Engineer / Systemingenieur Production IT (m/w)
    Sandvik Holding GmbH, Frankfurt am Main
  2. Support Mitarbeiter für das Prozessmanagement (m/w)
    dSPACE GmbH, Paderborn
  3. Data Integration Expert (m/w) / Data Modeler (m/w)
    Siemens AG, Munich
  4. Senior-Kundenberater/in im Bereich Softwarelösungen
    scholz.msconsulting GmbH, Krefeld

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Weiche Landung

    Automatik-Fallschirm für Drohnen

  2. Google Apps for Business

    Sprint steigt bei Googles App-Programm ein

  3. Verkehrsbehörde

    Mitfahrdienst Uber in Hamburg gestoppt

  4. Cyberattacke

    Hacker stiehlt Nutzerdaten von Wall Street Journal und Vice

  5. Quartalsbericht

    Facebook mit hohem Gewinn und starkem Nutzerwachstum

  6. Ofcom

    Briten schalten den Pornofilter ab

  7. Erstmal keine Integration

    iOS 8 und OS X Yosemite sollen nicht parallel erscheinen

  8. Privacy

    Unsichtbares Tracking mit Bildern statt Cookies

  9. Oberster Gerichtshof

    Österreichs Provider gegen Internetsperren zu Kino.to

  10. Eigene Cloud

    Owncloud 7 mit Server-to-Server-Sharing



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

    •  / 
    Zum Artikel