WCIT-12 USA halten am gegenwärtigen Internetmodell fest

Die dezentrale Kontrolle über das Internet sei für den Erfolg des Internets verantwortlich, sagen die USA. Sie wollen deshalb an dem derzeitigen System festhalten. Andere Länder, darunter Russland, wollen der ITU mehr Macht geben.

Anzeige

Die USA wollen am gegenwärtigen Modell der Kontrolle über das Internet festhalten. Das Land sträubt sich gegen Pläne, die Kontrolle an eine Organisation der Vereinten Nationen abzugeben.

Beratungen über ITR

Die USA wollen am heutigen Freitag bei der International Telecommunications Union (ITU) ihre Vorschläge zur World Conference on International Telecommunications (WCIT-12) einreichen. Auf der von der ITU organisierten Konferenz soll über eine Neufassung der International Telecommunications Regulations (ITRs) beraten werden. Das ist ein Vertragswerk aus dem Jahr 1988, das unter anderem die Telekommunikation zwischen den Ländern regelt. Die WCIT-12 findet vom 3. bis zum 14. Dezember 2012 in Dubai statt.

Russland und im Gefolge auch China und Indien wollen, dass die ITU künftig zumindest teilweise die Kontrolle über das Internet übernimmt. Russland etwa schlägt vor, dass die ITU an der Vergabe von IPv6-Adressen beteiligt wird. Das geht aus den Vorschlägen Russlands für die WCIT-12 hervor; das Dokument wurde auf der Seite WCIT-Leaks veröffentlicht. Derzeit sind für technische Aufgaben Organisationen in den USA zuständig. Diese sind zwar unabhängig, gehören aber in den Zuständigkeitsbereich des US-Handelsministeriums.

Erfolgsmodell

Die USA wollen an dem gegenwärtigen Modell festhalten, das die Kontrolle über das Internet in die Hand verschiedener Organisationen legt. Dieses Modell, das Unternehmen ebenso wie die Zivilgesellschaft einbeziehe, habe "gut funktioniert" und werde "weiterhin die Gesundheit und das Wachstum des Internets und all seiner Vorteile sicherstellen", erklärte Terry Kramer, Leiter der US-Delegation bei der WCIT-12.

Die dezentrale Organisation habe zum Erfolg und zur Offenheit des Internets beigetragen. Werde die Kontrolle über Internet aber an eine einzige Stelle übertragen, bestehe die Gefahr der Zensur, sagte Kramer. Die USA würden keine Änderung der ITRs unterstützen, die die Möglichkeit beinhalteten, dass der freie Datenverkehr eingeschränkt werde.

Entscheidung per Konsens

Eine diesbezügliche Änderung der ITRs scheint ohnehin nicht wahrscheinlich: Über eine Änderung müsse bei allen 178 Teilnehmerländern Konsens bestehen, sagte ITU-Generalsekretär Hamadoun Touré der BBC. Es werde nicht abgestimmt, denn bei einer Abstimmung gebe es Gewinner und Verlierer, und das könne sich die ITU nicht leisten. "Was immer ein Land nicht akzeptiert, kommt nicht durch."

Es gebe zwar Länder, die die Arbeit der Icann kritisierten, sagte Touré. Er glaube aber nicht, dass es ernsthafte Bemühungen gebe, ihre Aufgaben an die ITU zu übertragen. Das habe niemand vorgeschlagen.


__destruct() 03. Aug 2012

Dezentral, um jede Regulierung zu vereiteln und schon aus dem Konzept heraus unmöglich zu...

__destruct() 03. Aug 2012

Auch jetzt liegt zu viel Macht in den Händen zu weniger.

attitudinized 03. Aug 2012

Schaut euch einfach mal die überschriften der Standards an die sie verabschieden (mehr...

Kommentieren




Anzeige
  1. SAP-Entwickler/in
    Dataport, Hamburg
  2. Entwicklungsingenieur (m/w) Elektronik
    J. Schmalz GmbH, Glatten bei Freudenstadt
  3. SAP-Applikationsberater (m/w) Module: SD und LES
    SÜDSALZ GMBH, Heilbronn
  4. IT-Projektmanager (m/w) Automobil-Handel
    ADP Dealer Services Deutschland GmbH, Stuttgart

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Video

    Yahoo gibt Angebot für Hulu ab

  2. Google X

    Google baut mobiles Internet in Afrika und Südostasien

  3. Xbox One

    Handel muss Gebrauchtspiele de-registrieren

  4. Lenovo

    "Wir können uns jede Übernahme leisten"

  5. Bundesdatenschützer

    Jobcenter sollen nicht bei Facebook recherchieren

  6. Navigation

    Google Maps erhält Routenplanung per Fahrrad

  7. Test Call of Juarez Gunslinger

    Hör-Spiel im Wilden Westen

  8. Fonic All-Net Flat

    Telefon-, SMS- und Datenflatrate für 25 Euro

  9. Drosselung

    Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

  10. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung erreicht 50.000



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Xbox One: Big Brother im Wohnzimmer
Xbox One
Big Brother im Wohnzimmer

Die Xbox One beobachtet den Spieler zwingend per Kinect - und könnte die Daten zumindest zum Teil an Microsoft weiterreichen. Sie hat eine 500-GByte-Festplatte und muss zum Spielen nicht immer mit dem Internet verbunden sein.

  1. Xbox One Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage
  2. Xbox One Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One
  3. Microsoft Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk

Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Scanadu Scout: Tricorder für 200 US-Dollar
Scanadu Scout
Tricorder für 200 US-Dollar

Der Scanadu Scout ist ein mobiles Diagnosegerät nach dem Vorbild des Tricorders aus der Star-Trek-Serie. Damit lassen sich Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und ein Elektrokardiogramm anfertigen. Das Handgerät soll 200 US-Dollar kosten.

  1. Quantified Self Alkoholmessgerät für das Smartphone
  2. WLAN-Netzwerk Cubesensors als Heimsensoren für besseres Raumklima

Zum Artikel