WCIT-12: Google ist gegen UN-Pläne zur Internetkontrolle
Google Take Action: Nutzer machen sich für ein freies Internet stark. (Bild: Google)

WCIT-12 Google ist gegen UN-Pläne zur Internetkontrolle

Nur ein dezentrales Internet sei ein freies Internet - so in etwa argumentiert Google gegen die Pläne, die Kontrolle über das Internet an die UN-Organisation ITU zu übertragen. Das Unternehmen erklärte, eine solche Zentralisierung könnte die Entwicklung des Internets hemmen und Zensur begünstigen.

Anzeige

Vor der in Kürze startenden World Conference on International Telecommunications (WCIT-12) hat sich Google dagegen ausgesprochen, dass die Vereinten Nationen (United Nations, UN) künftig die Kontrolle über das Internet übernehmen. Eine solche Maßnahme könnte die Entwicklung des Internets beeinträchtigen, sagte Google.

"Es gibt eine wachsende Strömung gegen die Freiheit des Internets. 42 Länder filtern und zensieren Inhalte. Allein in den letzten zwei Jahren haben Regierungen 19 Gesetze erlassen, die die freie Meinungsäußerung im Netz bedrohen", erklärt Google. Über die Neuregelung der Internetkontrolle könnten die Zensoren mehr Macht über das Internet bekommen, befürchtet Google.

Konferenz in Dubai

Auf der WCIT-12, die vom 3. bis 14. Dezember 2012 in Dubai stattfindet, geht es unter anderem um eine Neufassung der International Telecommunications Regulations (ITRs): Das ist ein Vertragswerk aus dem Jahr 1988, das auch die Telekommunikation zwischen den Ländern regelt.

Veranstaltet wird die Konferenz von der UN-Organisation International Telecommunications Union (ITU). Die Verhandlungen werden hinter verschlossenen Türen stattfinden. Hinzu kommt, dass nur Regierungen zu der Konferenz zugelassen sind. "Ingenieure, Unternehmen und die Menschen, die das Web aufbauen und nutzen, haben keine Stimme", bemängelte Google.

Einschränkungen und Abgaben

Es seien Regeln vorgeschlagen worden, die es Regierungen ermöglichten, die freie Rede im Netz einzuschränken, sagte Google. Andere Anträge bezögen sich darauf, dass große Anbieter wie Youtube, Facebook oder Skype Abgaben zahlen sollten, wenn sie ihre Dienste Nutzern in anderen Ländern zur Verfügung stellten - davon wäre Google selbst auch betroffen. "Die ITU ist der falsche Ort, um über die Zukunft des Internets zu entscheiden", resümierte Google.

Tatsächlich ist nur wenig über die Tagesordnung und die Vorschläge bekannt, die auf der Konferenz diskutiert werden sollen. Zwei US-Wissenschaftler haben auf der Seite WCIT Leaks Dokumente gesammelt, die durchgesickert sind.

Russland und China

Daraus geht beispielsweise hervor, dass Russland und China eine zumindest partielle Kontrollübernahme durch die ITU befürworten. Beide Länder sind nicht gerade als Verteidiger der freien Meinungsäußerung im Internet bekannt. Die USA hingegen wollen am gegenwärtigen Modell festhalten, nach dem verschiedene Organisationen für die Kontrolle über das Internet zuständig sind. Die technischen Aufgaben übernehmen derzeit Organisationen in den USA. Diese sind zwar unabhängig, gehören aber in den Zuständigkeitsbereich des US-Handelsministeriums.

Google hat Nutzer in aller Welt dazu aufgefordert, sich dem Protest anzuschließen. Das Unternehmen hat eine Website eingerichtet, auf der Nutzer "sich für ein freies und offenes Internet" aussprechen können.


OdinX 22. Nov 2012

Da müssen aber erst genügend leute unzufrieden sein, was nicht immer ganz einfach ist.

tingelchen 22. Nov 2012

Alle Regelungen die getroffen werden, dienen zum Erhalt der eigenen Machtposition. Nicht...

lala1 22. Nov 2012

Warum so relativierend? Diese Länder sind massiv daran beteiligt, den freien...

beaver 22. Nov 2012

Im Geschichtsunterricht wurde uns gelehrt wann etwas passiert ist und wie Leute hießen...

divStar 22. Nov 2012

Nein @Nephtys - das wird wohl kaum funktionieren. Die meisten Menschen wollen Macht und...

Kommentieren



Anzeige

  1. Senior Java Entwickler (m/w) Bereich Card Issuing
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim bei München
  2. Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Karlsruhe
  3. Projektleiter/-in im Umfeld Markt und Service
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen
  4. Fachinformatiker für Systemintegration/IT Manager (m/w)
    [bu:st] GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Autonomes Fahren

    Googles fahrerlose Autos übertreten die Geschwindigkeit

  2. Snap

    Sky reagiert auf Netflix-Einstieg mit Preissenkung

  3. Basketball wichtiger

    Steve Ballmer gibt Microsoft-Vorstandsposten auf

  4. One (M8) for Windows

    HTCs Topsmartphone mit Windows Phone 8.1

  5. iFixit

    Project Tango Tablet wird zerlegt

  6. Ubisoft

    Abkehr von Xbox 360 und PS3 ab 2015

  7. Digitale Agenda

    38 Seiten Angst vor festen Zusagen

  8. Tarnen wie ein Tintenfisch

    Forscher entwickeln künstlichen Tarnmechanismus

  9. Alienware Alpha ausprobiert

    Fast lautlose Steam-Machine mit eigenem Windows-UI

  10. IT-Sicherheitsgesetz

    Telekomfirmen müssen Nutzer über Cyberangriffe informieren



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Alternatives Android im Überblick: Viele Wege führen nach ROM
Alternatives Android im Überblick
Viele Wege führen nach ROM
  1. Paranoid Android Zweite Betaversion von PA 4.5 veröffentlicht
  2. Cyanogenmod CM11s Oneplus verteilt Android 4.4.4 für das One
  3. Android-x86 Neue stabile Version des Android-ROMs für PCs veröffentlicht

Cyberith Virtualizer ausprobiert: Virtuelles Laufen ist anstrengend
Cyberith Virtualizer ausprobiert
Virtuelles Laufen ist anstrengend
  1. Cyberith Virtualizer In die Socken, Kickstart, los!
  2. Gear VR Samsungs VR-Brille soll auf der Ifa vorgestellt werden
  3. Virtual Reality Samsung entwickelt VR-Brille gemeinsam mit Oculus

Frauen und IT: "Frauen sind Naturtalente im Programmieren"
Frauen und IT
"Frauen sind Naturtalente im Programmieren"
  1. Samwer United Internet kauft großen Anteil von Rocket Internet
  2. Payfriendz Geld kostenlos per App überweisen
  3. Oliver Samwer "Sehr viele Unternehmen haben wir zu früh verkauft"

    •  / 
    Zum Artikel